15. August, Mariä Himmelfahrt: Festgottesdienste mit Kräutersegnungen und besonderer musikalischer Gestaltung in Kärntner Pfarren
Bergmessen am Marienfeiertag – Marienschiffsprozession mit Bischöfen Marketz und Glettler auf dem Wörthersee
Klagenfurt, 11. 8. 26 (pgk). Am Samstag, dem 15. August, feiert die Katholische Kirche ihr höchstes Marienfest, das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel. Bereits seit Mitte des 5. Jahrhunderts ist für den 15. August die Feier eines Marienfestes bezeugt. Dieser vormals allgemein gehaltene Feiertag, der als „Tag der Gottesmutter Maria“ bezeichnet wurde, entwickelte sich im Laufe der Zeit zur Feier der Aufnahme Mariens in den Himmel, volkstümlich auch „Mariä Himmelfahrt“ genannt. 1950 erklärte Papst Pius XII. die „leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel“ zum bisher letzten katholischen Dogma, also zur verbindlichen Glaubenslehre.
Am Hochfest „Mariä Himmelfahrt“ werden in den Kärntner Pfarren feierliche Gottesdienste, meist mit Kräutersegnungen, gefeiert. In einigen Pfarren kommt der besondere Charakter des höchsten Marienfestes auch in der feierlichen kirchenmusikalischen Gestaltung der Gottesdienste in besonderer Weise zum Ausdruck (siehe Auswahl).
Im Klagenfurter Dom feiert Domdekan Dompfarrer Dr. Peter Allmaier um 10 Uhr das Hochamt zu „Mariä Himmelfahrt“. Der Gottesdienst, der auch den Abschluss des diesjährigen Festivals „Musica sacra“ bildet, wird musikalisch von SolistInnen, Chor und Orchester der Dommusik Klagenfurt (Leitung: Domkapellmeister Thomas Wasserfaller, Orgel: Domorganist Klaus Kuchling) mit der „Missa in honorem B.M.V. Hob. XXII:4“ („Große Orgelsolomesse“) von Franz Joseph Haydn gestaltet.
Im Dom zu Gurk lädt Bischofsvikar Stiftspfarrer Msgr. Mag. Gerhard Christoph Kalidz um 10 Uhr zum Festgottesdienst mit Kräutersegnung im Rahmen der traditionellen Trachtenwallfahrt der Gurker Bänderhutfrauen. Nach der hl. Messe, die vom Kärntner Viergesang (Leitung: Hermelinde Dielacher) musikalisch gestaltet wird, gibt es die Möglichkeit, den Augensegen zu empfangen.
In der Stiftspfarre Maria Saal feiert Stiftspfarrer Kan. Mag. Josef-Klaus Donko um 10 Uhr den Gottesdienst mit Kräutersegnung. Die hl. Messe wird musikalisch von Sopranistin Andrea Lexer, dem Eisenbahner Musikverein sowie der Stadtkapelle St. Veit/Glan gestaltet.
In der Stiftskirche Ossiach feiert Dechant Msgr. Mag. Erich Aichholzer um 10 Uhr den Festgottesdienst mit Kräutersegnung. Der Gemischte Chor Ossiach (Leitung: Alois Gaggl) bringt die „Missa Ave Maria zart“ von Georg Strassenberger sowie Marienlieder zur Aufführung.
Eine Uraufführung gibt es am Hochfest Mariä Himmelfahrt in der Stiftskirche Millstatt: Beim Hochamt mit Provisor Geistl. Rat P. Slawomir Czulak SCJ um 10.15 Uhr bringen „Chor und Orchester der Freunde klassischer Kirchenmusik Oberkärnten“ (musikalische Gesamtleitung: Helmuth Franz Luksch) die „Deutsche Friedens-Messe in C“ („Missa in tempore belli“) von Helmuth Franz Luksch zur Aufführung.
In der Basilika Maria Loreto in St. Andrä/Lav. feiert Dechant Kons. Rat P. Dr. Gerfried Sitar OSB um 10 Uhr den Festgottesdienst mit Kräutersegnung zum „Großen Frauentag“. Musikalisch gestaltet wird die hl. Messe von der Singgemeinschaft Pölling-St. Andrä (Leitung: Margit Obrietan) und Mag. Christian Theuermann an der Hechenberger Orgel.
In der Stiftskirche St. Paul/Lav. bildet der Festgottesdienst mit Prof. Kons. Rat P. Dr. Thomas Petutschnig OSB um 10 Uhr den Abschluss des „46 St. Pauler Kultursommers“. Die hl. Messe mit Kräutersegnung wird musikalisch vom Kärntner Männeroktett „Die Rosentaler“ gestaltet.
Hl. Messen auf den Kärntner Bergen und Schiffsprozession auf dem Wörthersee.
Der auch als „großer Frauentag“ bekannte Marienfeiertag gilt als besonderer Termin für Wallfahrten und Pilgerwanderungen. Manche führen auf die Kärntner Berge, wo hl. Messen unter freiem Himmel gefeiert werden. Im Rahmen der traditionellen Tauernprozession, die um 7 Uhr bei der Pfarrkirche Mallnitz startet, feiert Provisor Arthur Godrick Kaweesa um 11 Uhr beim Tauernkreuz eine hl. Messe mit den Wallfahrern (musikalische Gestaltung:Trachtenkapelle Mallnitz).
Anlässlich des Dobratsch-Kirchtages am 15. August feiert der Villacher Stadtpfarrer Kons. Rat Mag. Kurt Gatterer um 11 Uhr einen Gottesdienst in der Deutschen Kirche auf der Villacher Alpe.
Ebenfalls am Samstag um 11 Uhr wird bei der Knödlhütte auf der Koralpe im Rahmen des Almkirchtages eine hl. Messe mit P. Mag. Josef Höller OFM gefeiert.
Beim Wetterkreuz auf der Forstalm im Lavanttal feiert Diakon Mag. Toni Schönhart um 10.30 Uhr einen Berggottesdienst, der musikalisch von der Bläsergruppe St. Margarethen/Lavanttal gestaltet wird. Almkirchtag wird auch am Großen Sauofen bei Mirnig in Eberstein gefeiert. Die Gipfelmesse mit Pfarrer Mag. Pawel Windak beginnt um 11 Uhr. Die hl. Messe anlässlich des Lammersdorfer Almkirchtages feiert Pfarrer P. Mag. Wladyslaw Tomasz Mach SCJ um 12 Uhr beim Jufen-Kreuz hoch über dem Millstättersee.
Am Abend des Hochfestes „Mariä Himmelfahrt“ findet heuer zum 72. Mal die Marienschiffsprozession auf dem Wörthersee statt. Diözesanbischof Dr. Josef Marketz wird die Schiffsprozession, zu der auch heuer wieder tausende Besucherinnen und Besucher erwartet werden, leiten. Die Kurzansprachen bei den fünf Anlegestellen hält dieses Jahr der Innsbrucker Diözesanbischof Dr. Hermann Glettler. Bei den Anlegestellen erwartet die Besucherinnen und Besucher ein vielfältiges Rahmenprogramm.
Tradition der Kräutersegnung.
Der Brauch der Kräutersegnung ist seit dem 10. Jahrhundert überliefert. Entwickelt hat sich der Brauch der Kräutersegnung aus verschiedenen Legenden rund um die Gottesmutter, die als „Blume des Feldes und Lilie in den Tälern“ verehrt wurde. Nach einer dieser Legenden soll aus dem Grab Mariens im Augenblick ihrer Aufnahme in den Himmel ein köstlicher Duft von Blumen und Kräutern entstiegen sein. Eine andere Legende erzählt, dass die Jünger Jesu im Grab Mariens keinen Leichnam, sondern nur Blüten und Kräuter vorfanden. Dass im Sommermonat August viele Kräuter und Blumen zur Reife gelangen, mag zu der Festlegung der Kräutersegnung auf genau dieses Datum beigetragen haben.
Zur Kräutersegnung werden - je nach Region verschieden - aus sieben, neun, zwölf, 24 oder mehr verschiedenen Kräutern gebundene Sträuße gebracht. Typische Kräuter sind etwa Johanniskraut, Wermut, Beifuß, Schafgarbe, Königskerze, Kamille, Thymian, Baldrian und Eisenkraut. Die gesegneten Sträuße werden auf dem Dachboden oder im sogenannten Herrgottswinkel aufgehängt, um Schutz vor Krankheit, Gewitter, Blitzschlag und anderem Unheil zu erbitten. Oftmals werden auch zerriebene Blätter kranken Tieren unters Futter gemischt.