Pfarre

Villach-St. Nikolai

Zehnte Fußwallfahrt voller Dankbarkeit

„Mit den Füßen beten“ - 10. Fußwallfahrt nach Maria Luggau

Bereits zum zehnten Mal fand heuer die viertägige Fußwallfahrt nach Maria Luggau statt. Gestartet wurde traditionell in aller Früh nach der Heiligen Messe zu Christi Himmelfahrt in St. Nikolai.

Zwanzig Pilgerinnen und Pilger ließen sich auch von den niedrigen Temperaturen im einstelligen Bereich und Regen nicht davon abhalten, ihre persönlichen Anliegen sowie die Sorgen, Bitten und Dank anderer zur Gnadenmutter zu tragen. An den einzelnen Raststationen wurde die Gruppe stets mit großer Freude erwartet – im Laufe der vergangenen zehn Jahre entwickelten sich dabei viele wertvolle Freundschaften.

Unter der geistlichen Begleitung von P. Terentius Gizdon OFM standen tägliche Impulse und gemeinsame Gebetszeiten im Mittelpunkt der Wallfahrt.

Am letzten Tag schlossen sich nochmals rund 25 weitere Wallfahrerinnen und Wallfahrer an. Mit dem Bus ging es am Sonntag von Villach nach Liesing und anschließend zu Fuß weiter zum Wallfahrtsort. Dort feierte die gesamte Gruppe in Dankbarkeit die Heilige Messe vor dem Gnadenbild.

Nach einer stärkenden gemeinsamen Einkehr trat die fröhliche Gemeinschaft wieder die Heimreise in die Draustadt an.

Organisiert wurde die Fußwallfahrt von Monika und Erwin Rößler, die bereits im Jänner 2026 über die Entstehung und Entwicklung der Tage unter dem Motto „Mit den Füßen beten“ berichtet hatten:

Liebe Monika, lieber Erwin, vielen Dank, dass ihr euch anlässlich dieses besonderen Jubiläums Zeit für ein Gespräch nehmt. Im Jahr 2026 findet zum 10. Mal die Fußwallfahrt nach Maria Luggau statt. Was war die Initialzündung, um diese Wallfahrt ins Leben zu rufen?

Wir haben schon längere Zeit für uns das Pilgern zu Fuß als etwas sehr Schönes und Bereicherndes erlebt. Wir pilgerten am Franziskusweg in Italien und wir sind auch zu Fuß von Villach nach Mariazell gegangen. So wollten wir diese Erfahrung auch in unserer Pfarre lebendig werden lassen.

Pater Terentius konnte sich auch dafür begeistern und schlug als Pilgerziel Maria Luggau vor. So haben wir uns 2016 das erste Mal unter dem Motto „Mit den Füßen beten” nach Maria Luggau auf den Weg gemacht. Außer im Jahr 2020, in dem wir aufgrund der Coronapandemie leider nicht gehen konnten, haben wir das seither jedes Jahr gemacht.

Im Jahr 2026 wollen wir diesen Marienpilgerweg zum zehnten Mal gehen.

Was bedeutet euch persönlich diese Wallfahrt – auch in eurer Rolle als Organisatoren?

Jedes Jahr stellen wir die Wallfahrt unter ein bestimmtes Motto und gestalten dementsprechend die Andachten in Maria Siebenbrünn, in Maria im Graben und in Stranig und die Morgenandacht in St. Jakob im Lesachtal. Jeden Tag beten wir während des Gehens gemeinsam einen Rosenkranz.

Als glaubende Menschen sich gemeinsam auf einen Weg zu machen ist uns ein großes Anliegen. Wenn wir vier Tage lang gemeinsam zu Fuß unterwegs sind, dann ergeben sich viele Möglichkeiten für Gespräche.

Das Aufbrechen aus dem Alltag, das Wandern durch die wunderbare Landschaft des Gailtales, das gemeinsame Beten und Singen und die Einkehr in die auf dem Weg liegenden Marienkirchen sind heilsam für unser Inneres. Das alles stärkt unseren Glauben. Auf unserem Weg dürfen wir immer wieder herzliche Gastfreundschaft erfahren, manchmal ganz spontan und überraschend. Unbeschreibliche Dankbarkeit erfüllt das Herz, wenn wir nach mehr als 100 km Fußmarsch die Basilika von Maria Luggau erreichen und dort gemeinsam unseren Abschlussgottesdienst mit Pater Terentius feiern dürfen.

Wenn ihr zurückblickt: Was ist euch in dieser Zeit besonders wichtig geworden?

Das Pilgern ist mehr als nur eine Reise zu einem heiligen Ort.

Das Unterwegssein ist Sinnbild für unser Leben. Es gibt einen Beginn und ein Ende. Es gibt Hindernisse, Sackgassen und Umwege. Es ist nicht nur der Mensch, der sich auf den Weg zu Gott macht, sondern Gott selbst geht mit, er ist uns ständiger Wegbegleiter. Als Pilger wollen wir in unserem Unterwegssein unsere Gottesbeziehung vertiefen und in Gemeinschaft einem Ziel entgegengehen. Im Singen, Beten und in der Stille legen wir unseren Dank und unsere Bitten vor Gott.

Wir brechen aus unserem Alltag auf, verlassen unser gewohntes Umfeld. Wir öffnen uns für Neues, für die Begegnung mit Gott, der Schöpfung und den Mitmenschen. Durch die Anstrengungen und Herausforderungen des Weges werden wir offener und empfänglicher für Dinge, die uns im Alltag nicht so bewusst sind.

Zu einem „harten Kern” der Pilgergruppe stoßen jedes Jahr neue Menschen hinzu. Es entsteht eine neue Gruppendynamik. Mehrere Tage miteinander zu Fuß unterwegs zu sein ist sehr verbindend. Es entstehen neue Freundschaften, über Pfarrgrenzen und Bundesländer hinweg. Wir erleben nicht nur spirituelle Erfahrungen, wir genießen auch immer wieder die Geselligkeit beim gemütlichen Zusammensitzen.

Viele fragen uns schon am Ende der Wallfahrt, ob wir nächstes Jahr wieder gehen. Leider ist die Teilnehmerzahl durch die Kapazität der Beherbergungsbetriebe begrenzt.

Vielen Dank euch beiden für das Gespräch und für euer langjähriges Engagement, das diese Wallfahrt ermöglicht. Ich wünsche Gottes Segen für die Jubiläumsfußwallfahrt.

(Interview: P. Emmanuel-Maria Fitz OFM)