Pfarre

Villach-St. Nikolai

Wenn Geschichte Gesichter bekommt

Abschluss der Reihe „Kirchengeschichte“: Wissen, Geschichten und neue Perspektiven

Seit dem Jahr 2022 wird in St. Nikolai die Reihe „Basiswissen Theologie“ angeboten.

In diesem Rahmen standen bereits Themen wie Dogmatik, Fundamentaltheologie und Ethik – unter anderem mit Blick auf Künstliche Intelligenz – auf dem Programm.

Einen besonderen Schwerpunkt bildete jedoch die Kirchengeschichte: An insgesamt 25 Abenden beschäftigten sich Interessierte mit der Entwicklung der Kirche von den Anfängen bis in die Gegenwart.

Am 2. Februar 2025 wurde diese umfangreiche Reihe mit einem letzten Abend abgeschlossen. Rund 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren bei der Abschlussrunde anwesend – viele von ihnen hatten große Teile der Reihe oder sogar nahezu alle Abende besucht.

Lebendige Geschichte statt trockener Daten

Mehrfach wurde betont, dass die Reihe zwar zunächst eher sachlich und dicht begonnen habe, mit zunehmender Nähe zur Gegenwart jedoch immer lebendiger und greifbarer geworden sei. Besonders geschätzt wurden die Anekdoten und Geschichten, die historische Zusammenhänge leichter merkbar machten und einen persönlichen Zugang ermöglichten.

Eine Teilnehmerin hob hervor, wie wichtig für sie die Verbindung von Weltkirche und lokaler Kirchengeschichte war: von Päpsten und Bischöfen bis hin zu Aufzeichnungen aus der Chronik der Pfarre St. Nikolai und aus dem Franziskanerkloster Graz. Gerade diese regionale Verankerung habe Geschichte „näher“ und menschlicher gemacht.

Betroffenheit, neue Sichtweisen und Gänsehaut

Mehrere Stimmen berichteten davon, dass einzelne Abende tief berührt hätten – insbesondere jene, die schwierige Zeiten wie Krieg, Nationalsozialismus und gesellschaftliche Umbrüche thematisierten. Eine Teilnehmerin schilderte, dass sie ihre Stadt nun „anders sieht“, seit sie wisse, was sich im Hintergrund an Schicksalen und Entwicklungen abgespielt habe.

Auch persönliche Erfahrungsberichte, etwa über einzelne Geistliche oder Ordensleute, hätten gezeigt, dass Kirchengeschichte nicht nur aus Strukturen, sondern vor allem aus Menschen besteht.

Lernen, Wiederholen, Einordnen

Viele nutzten die ausgeteilten Zusammenfassungen jeder Einheit, um Inhalte nachzulesen und zu vertiefen. Andere betonten, wie hilfreich es war, Zusammenhänge besser einordnen zu können: vom Übergang der Monarchie zur Republik, über den Nationalsozialismus bis hin zur Gegenwart – und wie unterschiedlich Kirche und Gläubige in diesen Zeiten reagierten.

Mehr als ein Vortrag

Neben dem inhaltlichen Gewinn wurde auch die gemeinschaftliche Dimension hervorgehoben. Die Abende wurden als „gesellschaftliches Event“ beschrieben, bei dem man miteinander ins Gespräch kommt und Menschen besser kennenlernt, die man sonst oft nur zum Beispiel aus dem Gottesdienst kennt.

Dank und Ausblick

Der große Dank der Teilnehmenden gilt dem Referenten für die intensiven Recherchen, die verständliche Aufbereitung und die spürbare Begeisterung für das Thema. Viele äußerten den Wunsch, bei künftigen theologischen Reihen wieder dabei zu sein.

Die Reihe „Kirchengeschichte“ (Überblick) ist damit abgeschlossen – die Begeisterung für theologische Bildung in St. Nikolai jedoch ganz offensichtlich nicht.