Unterwegs in Fatima und Lissabon
FÁTIMA UND LISSABON – EINE WALLFAHRT, DIE GLAUBE UND GEMEINSCHAFT VERBINDET
Manche Reisen eröffnen neue Perspektiven auf ein Land, andere schenken darüber hinaus Raum für die eigene Spiritualität und lassen Menschen einander näherkommen. Die Wallfahrt nach Portugal, die vom 24. bis 30. Oktober 2026 insgesamt 44 Teilnehmer aus Kärnten und anderen österreichischen Bundesländern zusammenführte, verband diese Erfahrungen auf besondere Weise.
Drei Nächte verbrachte die Gruppe in Fátima, einem der bedeutendsten Marienwallfahrtsorte der Welt. Gemeinsame Eucharistiefeiern und die Teilnahme an der abendlichen Lichterprozession prägten den Aufenthalt.
Ein Mitglied der Gruppe durfte dabei einen Teil des Rosenkranzes in deutscher Sprache vorbeten – ein Moment, der die Verbundenheit der Pilger mit den Menschen aus zahlreichen Ländern zum Ausdruck brachte, die sich täglich an diesem Ort des Gebetes versammeln. Eindrücklich war ebenso der gemeinsame Kreuzweg zwischen den Olivenbäumen.
Neben den gemeinsamen liturgischen Feiern blieb ausreichend Zeit für das persönliche Gebet, für Stille und Besinnung ebenso wie für Gespräche und Begegnungen innerhalb der Gruppe. Mehrere Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, erstmals oder nach langer Zeit wieder das Sakrament der Versöhnung zu empfangen. Im Verlauf der Tage wurde zunehmend spürbar, wie sehr diese geistlichen Erfahrungen die Stimmung innerhalb der Gruppe prägten: Eine wachsende innere Freiheit und Freude fanden ihren Ausdruck in einer Offenheit, die auch das Miteinander veränderte.
Lissabon entdecken – Geschichte, Kultur und gelebter Glaube
Die zweite Etappe führte in die portugiesische Hauptstadt Lissabon, wo die Gruppe drei Tage lang die Geschichte, die Architektur und die Lebensart des Landes kennenlernen konnte. Wesentlichen Anteil daran hatte Paula, eine portugiesische Reisebegleiterin, die mit ausgezeichneten Deutschkenntnissen, fachlicher Kompetenz, Humor und bemerkenswertem Einfühlungsvermögen durch die Stadt führte. Ihre lebendigen Erläuterungen eröffneten nicht nur Einblicke in die historischen Zusammenhänge, sondern machten auch die portugiesische Kultur und den Alltag der Menschen anschaulich.
Zwei besondere Orte boten Gelegenheit, die kulturellen Eindrücke mit dem gemeinsamen Glauben zu verbinden. Im berühmten Hieronymuskloster im Stadtteil Belém feierte die Gruppe die heilige Messe. Die eindrucksvolle Architektur und die besondere Atmosphäre des Kirchenraums verliehen der Eucharistiefeier einen unverwechselbaren Rahmen. Belém ist zugleich für eine kulinarische Spezialität bekannt: Die berühmten Pastéis de Belém, knusprige Blätterteigtörtchen mit feiner Eiercreme, durften bei einem Besuch des traditionsreichen Stadtteils selbstverständlich nicht fehlen.
Ein weiterer geistlicher Höhepunkt war die Eucharistiefeier an der Kirche des heiligen Antonius von Lissabon, die sich in unmittelbarer Nähe seines überlieferten Geburtsortes befindet. Der Heilige, der auch als Antonius von Padua bekannt ist, verbindet Portugal mit der franziskanischen Spiritualität und besitzt weit über die Landesgrenzen hinaus große Bedeutung. Die Messe an diesem Ort verlieh der Begegnung mit seiner Person und seinem Wirken eine besondere Tiefe.
Eine Gemeinschaft, die über die Reisetage hinausreicht
So unterschiedlich die persönlichen Erwartungen und Zugänge der Teilnehmer zu Beginn auch gewesen sein mochten, im Laufe der Woche wuchs die Gruppe immer enger zusammen. Gemeinsame Gebetszeiten, intensive Gespräche, humorvolle Begegnungen und die vielen Eindrücke unterwegs schufen eine Atmosphäre, in der sowohl Tiefgang als auch unbeschwerte Fröhlichkeit ihren Platz hatten. Neue Freundschaften entstanden, Bekanntschaften vertieften sich und das gegenseitige Vertrauen nahm spürbar zu.
Bei der Rückkehr nach Österreich stand deshalb nicht allein die Erinnerung an eindrucksvolle Orte und erlebnisreiche Tage im Vordergrund. Die Teilnehmer zwischen 13 und 83 Jahren, äußerten ihre Dankbarkeit dafür, diese Wallfahrt gemeinsam erlebt zu haben. Zugleich war die Vorfreude auf weitere gemeinsame Fahrten bereits deutlich zu hören.