Pfarre

Villach-St. Nikolai

Trost und Hoffnung

Welttag der Kranken

Foto: © iStock
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Ein unerwarteter Unfall verändert plötzlich alles und reißt den Boden unter den Füßen weg. Eine Krankheit zehrt an den Kräften, lässt den Alltag mühsam werden und kann einsam machen. Manchmal beschleicht einen das Gefühl, nutzlos zu sein, wenn die eigenen Kräfte und Möglichkeiten versagen. In solchen Momenten wächst die Sehnsucht nach Heilung und Nähe. Sie kann sich als stilles Hoffen zeigen oder als Aufschrei aus der Tiefe, wenn der Mensch spürt, dass er sich selbst nicht genügt und Trost, Zuwendung und Heil ersehnt.

Diese innere Sehnsucht greift die Kirche am Welttag der Kranken auf. Der Tag soll die Aufmerksamkeit auf die Situation kranker Menschen und ihrer Begleiterinnen und Begleiter lenken und zugleich an Werte wie Mitgefühl, Solidarität und geistliche Nähe erinnern.

Welttag der Kranken

Instituiert von Papst Johannes Paul II. (1978–2005), wird der Welttag der Kranken jedes Jahr am 11. Februar begangen. Er fällt auf das Fest der Erscheinung Mariens in Lourdes – einem Ort, an dem seit Generationen Menschen Heil und Hoffnung suchen. Johannes Paul II., selbst von Krankheit gezeichnet, wollte mit diesem Tag ein sichtbares Zeichen der Solidarität und der geistlichen Begleitung setzen.

2026 begehen wir diesen Tag zum 34. Mal. Das Leitwort lautet: „Das Mitgefühl des Samariters: Lieben und den Schmerz des Nächsten tragen.” Mit diesem Motto lädt Papst Leo XIV. ein, dorthin zu schauen, wo Menschen Trost, Gemeinschaft und Zuwendung brauchen. Dort, wo Mitgefühl geschieht, wird Heil erfahrbar – nicht nur im Körper, sondern im Herzen.

Heil – mehr als Gesundwerden

Viele Menschen verstehen Heilung vor allem als Wiederherstellung der körperlichen Gesundheit, als Ende von Schmerz oder Rückkehr zur gewohnten Kraft. Doch im biblischen Sinn meint Heil weit mehr: Es umfasst den ganzen Menschen – Leib, Seele und Geist – und schließt seine Beziehungen zu Gott, zu den Mitmenschen und zu sich selbst ein. Heil sein heißt, in sich selbst und mit anderen im Einklang zu leben, Versöhnung zu erfahren und Geborgenheit in Gott zu finden.

Diese ganzheitliche Dimension des Heils wird im Leben und Wirken Jesu sichtbar. Seine Heilungen sind nie bloß äußere Genesungen, sondern Zeichen einer tieferen Wiederherstellung: Angst verwandelt sich in Vertrauen, Schuld in Vergebung, Einsamkeit in Gemeinschaft, Scham in neues Selbstvertrauen. In ihm begegnet der Mensch der heilenden Liebe Gottes, die nicht nur den Körper stärkt, sondern das Herz erneuert.

Die heilende Nähe Gottes in den Sakramenten

Die heilende Liebe Christi wird besonders in den Sakramenten erfahrbar – in der Krankensalbung und in der Eucharistie. Die Krankensalbung ist ein Sakrament der Stärkung und des Trostes: Sie verbindet das Gebet der Kirche mit der Zuwendung Gottes und schenkt Frieden, Vertrauen und neue Kraft. Sie verändert nicht immer die Krankheit selbst, wohl aber die Haltung, mit der der Mensch sie trägt – im Bewusstsein, nicht allein zu sein.

Im Ritus spricht der Priester die tröstenden Worte: „Durch die se heilige Salbung helfe dir der Herr in seinem reichen Erbar men; er stehe dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes. Der Herr, der dich von Sünden befreit, rette dich, er richte dich auf.” Diese Worte bringen die Zusage Gottes zum Ausdruck: Der Herr ist da – mit seiner heilenden, stärkenden und aufrichtenden Liebe.

Heilige Messe mit Krankensalbung in St. Nikolai

Am Sonntag, 8. Februar 2026, feiern wir um 11.00 Uhr in unserer Pfarrkirche gemeinsam den Gottesdienst mit Krankensalbung. Alle, die unter Krankheit, seelischer Belastung oder Schwäche leiden oder einfach Zuspruch und Stärkung suchen, sind herzlich eingeladen.