Speisesegnungen 2026
Rückblick
Was als feierliche Tradition begann, entwickelte sich heuer stellenweise zu einem organisatorischen Großereignis mit leicht kriminalistischem Einschlag: Rund tausend Menschen fanden sich allein in St. Nikolai ein, Körbe sorgfältig gefüllt, Erwartungen ebenso. Zwischen Weihkorbklassikern wie Schinken, Ei und Kren blitzten auch kreativere Interpretationen der österlichen Speisenkultur auf.
Doch kaum war die Segnung vollzogen, verbreitete sich eine Nachricht, die für unruhiges Raunen sorgte: Die GEKIPO (Geheime Kirchen-Polizei) informierte die Franziskaner mitten in den Feierlichkeiten. Ihr Auftrag, so wurde mit gebotener Ernsthaftigkeit verkündet: stichprobenartige Kontrollen sämtlicher Körbe müssten gemacht werden. Hintergrund der Maßnahme war ein streng zu überprüfendes Sicherheitsmerkmal – die Jubiläumsschokolade zum 800-jährigen Jubiläum des heiligen Franz von Assisi.
Ob diese wirklich in jedem Korb vorhanden war, konnte naturgemäß nicht abschließend geklärt werden. Einige Gläubige zeigten sich kooperativ, andere verteidigten ihre Körbe mit bemerkenswerter Entschlossenheit. Wieder andere fragten sich leise, seit wann Heilige runde Jubiläen feiern, die so gar nicht ins historische Raster passen.
Am Ende blieb jedoch jenseits aller augenzwinkernden Aufregung, das Wesentliche: Dankbarkeit. Wir dankten dem Herrn für alles, was er uns schenkt, für die Gemeinschaft, für die Fülle der Gaben und für die Speisen, die gesegnet werden durften.
So steht, bis auf die bevorstehende Osternachtsfeier, nichts mehr im Wege, diese Speisen im Kreis der Familien zu teilen und gemeinsam zu genießen. Und vielleicht liegt ja doch in manchem Korb noch ein kleines Stück „Jubiläum“, ganz ohne Kontrolle.