Pfarre

Villach-St. Nikolai

Mit offenem Herzen unterwegs

Wallfahrt nach Međugorje

Foto: Ewald Kaps
Foto: Ewald Kaps

Ein voller Bus, viele bekannte Gesichter und ebenso viele, die zum ersten Mal dabei waren: Die Wallfahrt nach Međugorje führte auch heuer wieder Menschen aus Kärnten und der Steiermark zusammen. Hemma und Ewald Kaps hatten die Reise mit viel persönlichem Einsatz vorbereitet, P. Emmanuel-Maria OFM übernahm die geistliche Begleitung.

Was diese Tage besonders machte, war die Mischung aus Gemeinschaft und persönlichem Freiraum. Die Gruppe hatte die Möglichkeit, das Programm immer wieder individuell zu gestalten, eigene Wege zu gehen, zu beten, zur Ruhe zu kommen oder einfach die Atmosphäre von Međugorje auf sich wirken zu lassen. Gleichzeitig war die Begleitung stets präsent und gab Orientierung, sodass auch Raum entstand, sich bewusst auf das Wort Gottes und das Geschehen vor Ort einzulassen.

Foto: Ewald Kaps
Foto: Ewald Kaps

Für manche wurde diese Wallfahrt zu einem tiefen persönlichen Erlebnis. Besonders berührend waren die vielen Gespräche und die Möglichkeit, das Sakrament der Versöhnung zu empfangen. Einige gingen nach vielen Jahren erstmals wieder zur Beichte. Was sich dabei ereignete, ließ sich nicht in Worte fassen – wohl aber an den Gesichtern ablesen. Mancher, der mit einer Last gekommen war, konnte erleichtert und sichtbar gestärkt wieder nach Hause fahren.

Foto: P. Emmanuel-Maria Fitz OFM
Foto: P. Emmanuel-Maria Fitz OFM

Auch die Glaubenszeugnisse von Goran und seiner Frau gehörten zu den besonderen Momenten dieser Tage. Goran empfing die Gruppe mit einem herzlichen Lachen – und mit einer kleinen Zahnlücke. Eines seiner Kinder hatte ihm ein Eis geschenkt und dabei waren gleich drei Zähne ausgefallen. Ein durchaus ungewöhnlicher Beginn für ein Glaubenszeugnis, aber einer, der bestens zu seiner offenen und humorvollen Art passte.

Dann wurde es ernst: Goran erzählte aus seinem Leben und davon, wie Gott gerade in schwierigen und dunklen Situationen neue Hoffnung schenken kann. Seine Frau ergänzte dieses Zeugnis mit ihren persönlichen Erfahrungen und ermutigte besonders die Familien, auch in herausfordernden Zeiten auf Gott und auf die Fürsprache Mariens zu vertrauen.

Bildunterschrift (Bildrechte sind zwingend anzugeben!)
Foto: Ewald Kaps

Dabei wurde ein Gedanke besonders deutlich: Glaube lässt sich Kindern nicht allein durch Worte weitergeben. Entscheidend ist auch das eigene Leben. Was Eltern ihren Kindern vorleben, kann zu einem Fundament werden, das sie ein Leben lang begleitet.

Natürlich gehörten auch die klassischen Wege einer Wallfahrt dazu. Gemeinsam machte sich die Gruppe auf den Erscheinungsberg, einige stiegen zusätzlich auf den Kreuzberg. Die Gottesdienste wurden mit der deutschsprachigen Gruppe in Međugorje gefeiert. Ein Tagesausflug führte nach Mostar, wo die Gruppe ebenfalls gemeinsam die heilige Messe in der Franziskanerkirche feierte.

Und dann war da noch das Stau-Bier. Seit der vergangenen Fahrt gibt es dafür bereits eine kleine Tradition: Wenn sich auf der langen Strecke nach Međugorje oder zurück der Verkehr einmal wieder besonders viel Zeit lässt, wird die Wartezeit eben entsprechend „begleitet“. Diesmal hatte der Verkehr allerdings erstaunlich wenig Geduld mit uns – und so musste das Stau-Bier kaum zum Einsatz kommen. Aus dem Stau-Bier wurde damit kurzerhand ein Anti-Stau-Bier.

Bildunterschrift (Bildrechte sind zwingend anzugeben!)
Foto: P. Emmanuel-Maria Fitz OFM

Was am Ende bleibt, sind nicht nur Erinnerungen an gemeinsame Tage, die Berge von Međugorje oder die vielen Gespräche. Es bleibt vor allem die Erfahrung, dass Menschen mit ihren ganz unterschiedlichen Geschichten gemeinsam unterwegs sein können – und dass eine Wallfahrt manchmal genau dort etwas in Bewegung bringt, wo Worte allein nicht mehr weiterhelfen.

Foto: P. Emmanuel-Maria Fitz OFM
Foto: P. Emmanuel-Maria Fitz OFM