Pfarre

Villach-St. Nikolai

Franziskusfest - Ein Abschluss der zum Aufbruch wird

„Brüder, lasst uns anfangen, Gott dem Herrn zu dienen!“ Dieser Satz des heiligen Franziskus bekam am Abend des 4. Oktober noch einmal besonderes Gewicht. Mit dem feierlichen Festgottesdienst um 19 Uhr klangen in St. Nikolai die zweitägigen Feierlichkeiten zum Hochfest des heiligen Franziskus und zum 800. Todestag des Ordensgründers aus. Zugleich wurde deutlich: Das Ende der Jubiläumsfeiern ist kein Schlusspunkt, sondern ein neuer Anfang.

Gemeinsam mit den Mitgliedern des Dritten Ordens aus Villach, Klagenfurt und Tigring feierten die Franziskaner den Gottesdienst. Ein besonderer Moment war die Erneuerung des Versprechens der Schwestern und Brüder des Säkularen Franziskanischen Ordens. Damit wurde sichtbar, dass franziskanisches Leben nicht nur Erinnerung an eine große Gestalt der Kirchengeschichte ist, sondern bis heute eine konkrete Berufung mitten in der Welt bedeutet.

In seiner Predigt stellte P. Norbert Pleschberger OFM Transitus und den Tod des heiligen Franziskus konsequent in den Horizont des Ostergeheimnisses. Franziskus habe sein ganzes Leben aus der Beziehung zu Christus verstanden und gerade in seinen letzten Tagen noch einmal versucht, sich Jesus anzugleichen: im Hören auf das Evangelium, im Teilen des Brotes, in der Sorge um seine Brüder und schließlich auch darin, seinen Tod vertrauensvoll in die Hände Gottes zu geben. Sein Leben sei dabei kein außergewöhnlicher Sonderweg gewesen, sondern die konsequente Verwirklichung dessen, was in der Taufe jedem Christen geschenkt ist: die Teilhabe am österlichen Geheimnis Christi.

Gerade darin liegt nach den Worten der Predigt die bleibende Aktualität des heiligen Franziskus. In einer Welt, die von Krieg, Polarisierung und Unsicherheit geprägt ist, braucht es Menschen, die Frieden stiften, Gemeinschaft leben, echte Beziehungen pflegen und die Schöpfung bewahren. Franziskus verweist dabei immer über sich selbst hinaus auf Christus und auf die Hoffnung, die aus Tod und Auferstehung erwächst.

So wurde der Abschluss der Feierlichkeiten zugleich zu einer Sendung. Die vergangenen vier Jahre des franziskanischen Jubiläums haben an wichtige Stationen erinnert – an die Regel, die Wundmale, den Sonnengesang und schließlich an den Transitus. Doch das Entscheidende beginnt jetzt: Was von Franziskus gefeiert und betrachtet wurde, soll im eigenen Leben Gestalt gewinnen.