Ein Schritt in die Tiefe
Aufnahme ins Noviziat des Dritten Ordens
„Ihr seid von Franziskus begeistert und von Jesus Christus ergriffen“, betonte P. Norbert Pleschberger OFM in seiner Predigt bei der heiligen Messe am 21. April 2026. Seine Worte galten besonders sechs Frauen und einem Mann, die an diesem Tag feierlich in das Noviziat des sogenannten Dritten Ordens des heiligen Franziskus aufgenommen wurden.
Bereits seit Februar 2025 hatten sich die Interessierten regelmäßig getroffen, um sich kennenzulernen und gemeinsam auf diesen Schritt vorzubereiten. Im September desselben Jahres begann eine intensivere Phase des gemeinsamen Weges, das sogenannte Postulat. Mit dem nun gestarteten einjährigen Noviziat vertiefen sie ihren Weg in der Nachfolge Christi und wenden sich bewusst der franziskanischen Spiritualität zu – mit dem Ziel, diese im Alltag konkret und lebendig werden zu lassen. Gleichzeitig ist es eine Zeit, in der die persönliche Berufung geprüft wird.
P. Norbert machte deutlich, dass diese Berufung äußerlich nicht viel ändern mag, aber sie dennoch „eine Reise nach innen“ ist, „die zu einer Reise nach oben werden wird – zu Gott. Und was sich innerlich verwandelt, wird sich schließlich auch nach außen hin zeigen.“ Die franziskanische Lebenshaltung solle sie dabei wie ein Sauerteig für die Welt machen – wirksam nicht durch große Gesten, sondern im Kleinen: am Arbeitsplatz, in der Familie, in der Pfarre und in der Gemeinschaft. Gerade dort zeige sich die gelebte Nachfolge im Geist des heiligen Franziskus.
Die Aufnahme ins Noviziat wurde durch mehrere sichtbare Zeichen begleitet, die eine tiefe geistliche Bedeutung tragen:
Die Kerze steht für Christus als das Licht der Welt und erinnert daran, dieses Licht im Alltag weiterzutragen. Das Tau-Zeichen hat seinen Ursprung im letzten Buchstaben des hebräischen Alphabets und wurde von Franz von Assisi als Segens- und Erkennungszeichen verwendet. Es symbolisiert Umkehr, Zugehörigkeit zu Christus und den Auftrag, aus dem Glauben heraus zu leben.
Das Skapulier ist ein über die Schultern getragenes Kleidungsstück, das aus der Ordensüberlieferung stammt. Es verweist auf die Bereitschaft, das „Joch Christi“ anzunehmen, und steht im Dritten Orden für die bewusste Entscheidung zu einem Leben in franziskanischem Geist.
Der Ordensname ist Ausdruck der inneren Erneuerung. Er weist auf das „Neue“ hin, das mit diesem Schritt begonnen hat, und kann zugleich als geistliches Leitmotiv verstanden werden.
Die Zeichen wurden im Rahmen der Feier durch den Vorsteher und den Regionalvorsteher überreicht – als sichtbarer Ausdruck der Aufnahme in die Gemeinschaft und des gemeinsamen Weges, der nun beginnt.
Wir wünschen den Novizinnen und Novizen Gottes Segen auf ihrem Weg der Nachfolge im Ordo Franciscanus Saecularis (OFS) und freuen uns, dass auch in Kärnten die Gemeinschaft wächst.