Brot, Öl und Bibel - Glaube mit allen Sinnen erleben
Kochegese
Wie sich handwerkliche Erfahrung, biblische Überlieferung und geistliche Vertiefung miteinander verbinden lassen, zeigte die jüngste Ausgabe von „Kochegese – Bibel mit allen Sinnen erleben“.
Im Mittelpunkt standen zwei elementare Lebensmittel: Brot und Olivenöl. Was zunächst nach Kulinarik klang, eröffnete im Laufe des Tages einen facettenreichen Zugang zu biblischen Texten, christlicher Symbolik und gelebter Gemeinschaft.
Von 9.00 bis 14.30 Uhr widmeten sich die Teilnehmenden dem Brotbacken mit Sauerteig. Elfriede Mitzner vermittelte dabei aus ihrer langjährigen Erfahrung die Grundlagen der Herstellung – von der Vorbereitung des Sauerteiges bis zum Formen der eigenen Brotlaibe.
Die Ruhephasen des Teiges boten zugleich Gelegenheit, das Geschehen über die praktische Tätigkeit hinaus zu erschließen. Gemeinsam mit P. Emmanuel-Maria Fitz OFM wurden biblische Bezüge hergestellt und die Bedeutung des Brotes in der Heiligen Schrift in den Blick genommen. So trat hinter dem vertrauten Lebensmittel eine Symbolik hervor, die von der täglichen Nahrung bis zum eucharistischen Brot reicht.
Ein weiterer Schwerpunkt galt dem Olivenöl. Gabriela Koller vom Fachgeschäft „Vom Fass“ erläuterte dessen Herstellung und Besonderheiten und gab Einblicke in die Vielfalt dieses Lebensmittels. Bei der Verkostung spanischer und griechischer Olivenöle konnten die Teilnehmenden Unterschiede in Geschmack und Charakter unmittelbar wahrnehmen. Auch hier blieb die sinnliche Erfahrung nicht für sich stehen: Die biblische Bedeutung des Öls, seine Verwendung als Zeichen der Heilung und Salbung sowie die Verbindung zu Christus, dem Gesalbten, bildeten den geistlichen Rahmen. Von den biblischen Salbungen bis zur Verwendung von Öl in den Sakramenten wurde deutlich, wie tief das Öl in der christlichen Tradition verwurzelt ist.
Neben den fachlichen und geistlichen Impulsen prägten persönliche Gespräche, gemeinsames Verkosten und eine gute Portion Humor die Atmosphäre. Die Pausen wurden zu Gelegenheiten, Erfahrungen auszutauschen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Gegen Ende des Tages fand schließlich das selbst geformte und gebackene Brot seinen Weg auf den Tisch – eine Kostprobe, auf die trotz der vorangegangenen Verpflegung mit Vorfreude gewartet wurde.
Den geistlichen Abschluss bildete eine kurze Zeit der Anbetung vor dem Allerheiligsten. In der Stille vor dem Brot des Lebens konnten die Teilnehmenden den Tag im Gebet ausklingen lassen und den Einzelsegen mit dem Allerheiligsten empfangen. Damit fand die Auseinandersetzung mit der biblischen Bedeutung des Brotes ihren liturgischen Höhepunkt: in der Begegnung mit Christus, der sich den Menschen in der Eucharistie schenkt.
Wie nachhaltig die Verbindung von Gastfreundschaft und inhaltlicher Tiefe wirkte, brachte eine teilnehmende Person zum Ausdruck: Für sie sei es ein ganz besonderer Tag gewesen – sowohl wegen der spürbaren Willkommenskultur als auch aufgrund der geistlichen Vertiefung.
Biblische Inhalte erschließen sich nicht allein durch das Lesen und Erklären von Texten. Sie können ebenso durch sinnliche Erfahrungen, gemeinsames Tun und die Begegnung miteinander neue Zugänge eröffnen, wie die hoffentlich nicht letzte Kochegese zeigte.