2026 – Ein Jahr der Jubiläen in St. Nikolai
Im Jahr 2026 wird St. Nikolai zu einem Ort besonderer Feierlichkeiten. Wir freuen uns, mehrere Jubiläen gemeinsam mit Ihnen zu feiern.
130 Jahre "neue" Nikolaikirche
Im Jahr 1246, zwanzig Jahre nach dem Tod des hl. Franz von Assisi, kamen laut Quellen vor rund 780 Jahren erstmals Franziskaner (Minoriten) nach Villach und waren am Gründungsort des Konvents in der Stadt präsent. Während der Reformation im 16. Jahrhundert wurde das Kloster in ein protestantisches Stift umgewandelt und später als Khevenhüller-Schule genutzt.
1627 berief man im Zuge der Gegenreformation Kapuziner nach Villach. Zwischen 1629 und 1633 errichteten sie an der heutigen Stelle der Nikolaikirche eine Kirche zum Heiligen Ludwig sowie ein Kapuzinerkloster. Stifterinnen waren Anna Maria Proy und Gräfin Ursula von Thannhausen. Schäden an den Gebäuden durch das Erdbeben von 1690 wurden 1691 behoben. Bei einem Brand im Jahr 1786 erlitten die Kapuzinerkirche, die Bibliothek des Klosters und die südöstlich gelegene Kirche St. Nikolaus schwere Schäden. Im selben Jahr wurde die Kapuzinerkirche zur Pfarrkirche St. Nikolaus erhoben. 1787 wurde das Kapuzinerkloster aufgehoben, die ehemalige Kapuzinerkirche umgebaut, ein dreigeschossiger Westturm mit Zwiebelhaube angebaut und Teile des Klosters abgetragen.
1886 übernahmen die Franziskaner (Observanten) der Tiroler Provinz die Pfarre, die bis heute in Villach aktiv ist. Unter Einbeziehung des ehemaligen Pfarrhofs der Kapuziner entstand ein Franziskanerkloster. 1888 wurde das alte Kloster abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Die ehemalige Kapuzinerkirche wurde 1892 abgetragen, und zwischen 1892 und 1893 wurde nach einem Entwurf von Peter Hüter und P. Johann Maria Reiter aus Tirol eine neugotische Kirche erbaut, die 1896 geweiht wurde. 1906 wurde die Pfarre St. Nikolai, erstmals 1309 urkundlich erwähnt, zur Stadtpfarre erhoben.
Im Jahr 2026 feiern wir somit gleich mehrere Jubiläen:
- 240 Jahre Erhebung der ehemaligen Kapuzinerkirche zur Pfarrkirche St. Nikolai
- 140 Jahre Franziskaner (Observanten) in Villach
- 130 Jahre Weihe der „neuen” Nikolaikirche
- 120 Jahre Erhebung der Pfarre St. Nikolai zur Stadtpfarre
Das Osterfest des hl. Franzsikus - 800. Todestag
Die Franziskanische Familie feiert 2026 den Abschluss der insgesamt vierjährigen Jubiläenreihe mit dem 800. Todestag des hl. Franz von Assisi bzw. seinem Osterfest (4. Oktober).
"Dieses Jubiläum ist eine Einladung, unsere persönliche Geschichte und die unserer franziskanischen Familie mit einem Blick des Glaubens zu betrachten, der die göttliche Gegenwart und das göttliche Handeln in allem zu erfassen weiß, auch in den schwierigen und dramatischen Situationen, die wir erlebt haben oder die wir in der Gegenwart erleben müssen. Es ist eine Gelegenheit, Gott für alle Gaben zu danken, die er uns geschenkt hat, insbesondere für die Gabe des Franz von Assisi und seine evangelische Erfahrung, die zu einem Charisma geworden ist, das sich in verschiedenen Schattierungen der Nachfolge und des Apostolats artikuliert und das auch heute noch die Kraft hat, Frauen und Männer aller Kulturen, sowohl innerhalb als auch außerhalb der katholischen Kirche, herauszufordern."
(aus: Konferenz der franziskanischen Familie, 2023–2026. Ein Jubiläum aus mehreren Jubiläen, S. 18–19, 2022)
Zehn Jahre Anbetung und Fußwallfahrt nach Maria Luggau
Ein wesentlicher Bestandteil der franziskanischen Spiritualität ist die Anbetung. Vor zehn Jahren begann P. Terentius Gizdon OFM mit der täglichen Anbetung in der Kirche.
"Für mich war es wichtig, dass Menschen in den unterschiedlichsten Lebenssituationen bei Gott Hilfe finden können", betont P. Terentius in einem Interview. "Die tägliche eucharistische Anbetung soll bewusst machen, dass Gott mitten unter uns gegenwärtig ist. Deshalb habe ich damit in St. Nikolai begonnen – und ich wollte, dass diese Zeit des Gebets und der persönlichen Begegnung mit Christus für alle offen und zugänglich ist."
Die Anbetung bleibt auch im neuen Jahr ein fixer Bestandteil des Kirchenalltags.
Ebenfalls vor zehn Jahren starteten die Familie Rößler die Fußwallfahrt nach Maria Luggau.
"Wir haben schon längere Zeit das Pilgern zu Fuß als etwas sehr Schönes und Bereicherndes erlebt", erzählen Monika und Erwin Rößler. "Wir pilgerten am Franziskusweg in Italien und sind auch zu Fuß von Villach nach Mariazell gegangen. So wollten wir diese Erfahrung auch in unserer Pfarre lebendig werden lassen. Pater Terentius konnte sich auch dafür begeistern und schlug Maria Luggau als Pilgerziel vor. 2016 machten wir uns erstmals unter dem Motto ‚Mit den Füßen beten‘ auf den Weg."
Im Mai 2026 besteht wieder die Möglichkeit, an vier Tagen zu Fuß in der Gruppe zum Wallfahrtsort zu pilgern oder an der eintägigen Wallfahrt teilzunehmen.