Pfarre

St. Andrä im Lavanttal

Hochkarätiges Symposium in Maribor

800 Jahre Bistum Lavant

Im Zeichen des 800-Jahr-Jubiläums der Diözese Lavant–Maribor fand am 8. September 2026 in Maribor ein hochkarätig besetztes Marianisches Symposium statt. Unter dem Leitwort „Maria als Morgenröte der Hoffnung“ widmeten sich namhafte Referentinnen und Referenten der Bedeutung der Gottesmutter für Geschichte, Spiritualität und Gegenwart der Kirche im Gebiet der ehemaligen Diözese Lavant.

Einen besonderen Höhepunkt bildete der Festvortrag von Kardinal Dr. Rolandas Makrickas. Der aus Litauen stammende Kardinal ist Erzpriester der päpstlichen Basilika Santa Maria Maggiore in Rom und damit verantwortlich für eine der bedeutendsten Marienkirchen der Christenheit. In seinem Vortrag „Wo Maria zu Hause ist, lebt die Kirche“ stellte er die bleibende Aktualität der Marienverehrung heraus. Maria führe die Menschen zu Christus und eröffne gerade in einer von Unsicherheit und Krisen geprägten Zeit Räume der Hoffnung, des Vertrauens und des Glaubens.

Der emeritierte Mariborer Erzbischof Dr. Marjan Turnšek beleuchtete in seinem Beitrag die tiefe Beziehung des seligen Bischofs Anton Martin Slomšek zur Gottesmutter. Slomšek, der 1859 den Bischofssitz von St. Andrä nach Maribor verlegte, verstand die Verehrung Mariens nicht als bloße Frömmigkeitsform, sondern als wesentliche Kraft für die Erneuerung des Glaubens und des kirchlichen Lebens. Damit schlug Erzbischof Turnšek zugleich eine wichtige Brücke zwischen der Geschichte der Diözese und den Herausforderungen der Gegenwart.

Auch St. Andrä war bei diesem internationalen Symposium prominent vertreten: Dechant P. Dr. Gerfried Sitar OSB – auch Direktor des Museums im Stift St. Paul - sprach über die Marienverehrung im Kärntner Teil der ehemaligen Diözese Lavant. Im Mittelpunkt seines Vortrags standen die Basilika Maria Loreto in St. Andrä und die Wallfahrtskirche Maria Rojach. Er zeigte, wie nachhaltig marianische Wallfahrtsorte über Jahrhunderte hinweg das religiöse und kulturelle Leben des Lavanttales prägten.

Besondere Bedeutung besitzt die Basilika Maria Loreto als geistliches Zentrum der ehemaligen Bischofsstadt St. Andrä. Ihre Geschichte verbindet Kärnten mit dem großen europäischen Netzwerk der Loreto-Verehrung. Bis heute ist sie ein Ort des Gebetes, der Zuflucht und der Hoffnung. Maria Rojach wiederum steht beispielhaft für jene tief im Leben der Bevölkerung verwurzelte Marienfrömmigkeit, die Glaube, Landschaft und regionale Identität miteinander verbindet.

Weitere wissenschaftliche Beiträge beschäftigten sich mit den marianischen liturgischen Gesängen der Diözese Lavant–Maribor sowie mit der Mariologie des frühchristlichen Bischofs und Kirchenvaters Victorinus von Pettau. Veranstaltet wurde das Symposium von der Theologischen Fakultät der Universität Ljubljana und der Erzdiözese Maribor.

Das Symposium machte eindrucksvoll sichtbar, wie eng St. Andrä und Maribor durch ihre gemeinsame Diözesangeschichte verbunden sind. Zugleich wurde deutlich, dass die Marienverehrung weit mehr als ein historisches Erbe darstellt: Sie ist eine lebendige Glaubenskraft, die Menschen über sprachliche und nationale Grenzen hinweg verbindet.

Für St. Andrä war die Teilnahme von Dechant P. Dr. Gerfried Sitar OSB eine besondere Auszeichnung. Sein Vortrag rückte die Basilika Maria Loreto und die Wallfahrtskirche Maria Rojach in das Blickfeld einer internationalen kirchlichen und wissenschaftlichen Öffentlichkeit. Damit wurde zugleich die bleibende Bedeutung St. Andräs als historisches und geistliches Zentrum der ehemaligen Diözese Lavant unterstrichen.

(Aus dem Pressebericht, gekürzt)