Pfarre / Fara

Neuhaus/Suha

Pfarrkirche Neuhaus • Župnijska cerkev Suha

Die Pfarrkirche zum hl. Jakobus d. Ä. in Neuhaus/Suha

Bildunterschrift (Bildrechte sind zwingend anzugeben!)
Pfarrkirche Neuhaus • Župnijska cerkev Suha (Pfarrarchiv Neuhaus-Suha)

Župnjiska cerkev apostola Jakobusa st. na Suhi je visokogotska zgradba z omembe vrednimi poznogotskimi preostanki opreme (steklo- in stensko slikarstvo) ter z dokajšno poznobaročno opremo.

Ursprünge im 14. Jahrhundert

Der gedrungene, ob seiner Steinsichtigkeit eine gewisse wehrhafte Wirkung ausstrahlende Kirchenbau erhebt sich unter dem namengebenden Schloss auf einer Kuppe oberhalb des Ortes. Auffallend sind das kurze Langhaus und die Dicke der Mauern des an die nördliche Chorseite angebauten Turmes, dem an der Südseite ein (frühneuzeitlicher?) Sakristeianbau mit einem als Oratorium bzw. herrschaftlicher Empore genutztem Obergeschoß gegenübersteht. Gemäß Stilbefund sind sowohl Kirche als auch Turm im 14. Jahrhundert, vermutlich in der zweiten Hälfte, errichtet worden (Hochgotik). Der Turm besitzt ein spitzes achtseitiges Pyramidendach und gekuppelte Schallöffnungen mit Maßwerksnasen, die Kirche außen umlaufend Strebepfeiler; an der Südwestecke führt ein offener Stiegenaufgang auf die Westempore. Unter dem Chorraum befindet sich ein Beinhaus für die Nachbestattung von Gebeinen, die bei der Neubelegung von Gräbern aufgefunden wurden.

Der Innenraum

Ein schmuckloses Tor führt unter dem Fresko einer Kreuzigung mit Assistenzfiguren ins Innere, in dem zunächst das fast quadratische Sternrippengewölbe des Langhauses auffällt. Gemäß der auf den spitzen Triumphbogen gemalten Jahreszahl mit Meisterzeichen ist es erst 1530, also ungewöhnlich spät am Vorabend der Reformation entstanden. Durch die hölzerne, mittlerweile erneuerte Westempore wird das ohnehin schon kurze Schiff noch einmal geteilt. Hinter dem eingezogenen Triumphbogen erstreckt sich der Priesterraum mit einem querrechteckigen Joch und der 5/8-Apsis, deren einfache Kreuzrippengewölbe die Entstehung im 14. Jahrhundert verraten.

Besonders zu beachten sind in der Apsis die figürlichen Glasfenster aus dem frühen 15. Jahrhundert, die zeitlich etwas nach denen der Viktringer Stiftskirche und parallel zu den jüngsten der Pfarrkirche von Bad St. Leonhard im Lavanttal entstanden sein dürften.

Eine weitere Kostbarkeit der Kirche hat man 1961 an den Chorwänden freilegen können: Medaillons mit den Brustbildern von Aposteln, von denen die des Bartholomäus und Paulus konserviert wurden. Sie stammen vom "Meister von Einersdorf", der um oder bald nach 1400 im Jauntal (Filialkirche von Einersdorf/Nonča vas), der westlichen Steiermark sowie im Mieß- und Drautal (Ravne na Koroškem/Gutenstein) ein reichhaltiges Œuvre an Fresken geschaffen hat.

Überraschend ist auch die reiche barocke Ausstattung an Altären, die einheitlich um ca. 1750 entstanden sind:
Der Hochaltar zeigt in seinem Hauptfeld eine etwas steife hochgotische, beträchtlich jünger gefasste Statue des Kirchenpatrons Jakobus. Seitlich wird er von barocken Statuen der Apostel Petrus und Andreas flankiert, davor steht der 1751 datierte Tabernakel. Das Oberbild zeigt den Pestpatron Rochus, der seitlich von Statuen der heiligen "Madln" Katharina und Barbara begleitet wird.
Am linken Seitenaltar befindet sich als Hauptbild die Gottesmutter, der rechte Seitenaltar zeigt den heiligen Erzmärtyrer Laurentius.

Von Interesse ist noch die gleichzeitig mit den Altären um 1750 errichtete Kanzel. Über der Sakristeitür hängt ein Bild des Jesuitenheiligen Franz Xaver als Apostel der Inder (hier erkennen wir den Einfluss des Kirchenpatrons, der Stiftsherrschaft Eberndorf). Das gotische Taufbecken besitzt eine barocke Holzverkleidung mit der Taufe Jesu. Die Orgel mit neugotischem Prospekt wurde 1882 in Kranj/Krainburg angefertigt.

Herrschaftliches Engagement

Die eher späte Einrichtung, dafür aber vom 14. bis 18. Jahrhundert umso reichhaltigere Ausstattung ist angesichts der langen Stellung als Filialkirche bis ins 19. Jahrhundert nur aus einem verstärkten Engagement der jeweiligen Schlossbesitzer erklärbar. Dafür sprechen die  Stifterdarstellungen am Glasfenster, die Empore über der Sakristei und die Grablegen von Schlossbesitzern in der Kirche.

 

Textauszüge aus: Wilhelm Deuer: Bau- und kunstgeschichtliche Streifzüge durch die Gemeinde Neuhaus, in: 50 Jahre Gemeinde Neuhaus. Geschichte und Gegenwart einer Kärntner Gemeinde. Klagenfurt: Verlag des Kärntner Landesarchivs (2008).