Dommusik Klagenfurt feiert mit Paulus
Das Oratorium "Paulus" von Felix Mendelssohn Bartholdy erklingt zum 150-Jahr-Jubiläum der Klagenfurter Dommusik


Am 1. April 1862 setzte der Gurker Bischof Valentin Wiery den erst Chorregenten an seiner Dom- und Kathedralkirche zu St. Peter und Paul in Klagenfurt ein. Damit begann die Geschichte des Domchores und somit auch der Dommusik, wie sie sich heute präsentiert. Mit zwei Festkonzerten am 29. und am 30. Juni - am Beginn des diesjährigen Musica-Sacra-Festivals - wird nun aus voller Kehle jubiliert.
Leidenschaftlicher musikalischer Blick auf die frühe Christenheit
Für das Jubiläumskonzert hat Domkapellmeister Thomas Wasserfaller aus dem reichen Fundus der Dommusik jenes Werk ausgewählt, dass dem Wirkungsort des Domchores wohl am nächsten kommt: Es ist das Oratorium "Paulus" von Felix Mendelssohn Bartholdy, da die Domkirche den beiden Aposteln Petrus und Paulus geweiht ist. In wunderbare Musik gekleidet bringen drei Solisten, Chor und Orchester die zum Teil unglaublich dramatische paulinische Geschichte von der Steinigung des Stephanus hin bis zum Opfertod des Paulus selbst zum Klingen und für die Zuhörer zum Spüren. Es wird ein leidenschaftlicher musikalischer Blick durch die Brille von Mendelssohn-Bartholdy auf die Anfänge der Christenheit, der alle Beteiligten - auf der Bühne und in den Bänken - in den Bann ziehen wird. Es ist also ein packender "Bibelabend" zu erwarten!
150 Jahre Dommusik Klagenfurt
In den seit damals vergangenen 150 Jahren haben sich insgesamt 19 Domkapellmeister um die Musik in der Liturgie und das Wohl der Sängerinnen und Sänger gekümmert und dafür gesorgt, dass das Gotteslob in der Klagenfurt Bischofskirche nie verstummt. Seit den 1960er-Jahren haben die Domkapellmeister Franz Gerstacker und Herbert Kapfer daneben aber auch den Konzertsektor beackert und zur Blüte geführt, wovon zahlreiche Aufführungen von den wichtigsten geistlichen Großwerken zeugen. Dazu zählten die Requien von Wolfgang Amadeus Mozart, Luigi Cherubini, Johannes Brahms, Gabriel Fauré und Giuseppe Verdi, die Oratorien "Paulus" und "Elias" von Felix Mendelssohn-Bartholdy, die "Messe solenelle" und das "Stabat mater" von Gioacchino Rossini, "König David" von Arthur Honnegger, die "Glagolitische Messe" von Leos Janacek, der "Traum des Gerontius" von Edward Elgar, "Das Buch mit sieben Siegeln" von Franz Schmidt, die "Missa solemnis" von Ludwig van Beethoven, die "Sieben letzten Worte des Erlösers am Kreuze" und das "Stabat Mater" von Joseph Haydn.