Pfarrwallfahrt in die Toskana
Unsere diesjährige Pfarrwallfahrt führte uns in die Toskana. Unter der Leitung von Pater Elias starteten wir am Montag, den 5. September 2011, am Nikolaiplatz und fuhren zunächst nach Bologna. Dort wird im Heiligtum Corpus Domini der unverweste Leib der Hl. Katharina von Bologna verehrt. Danach ging es weiter nach Montecatini Terme, wo wir in einem Hotel für die ganze Woche Quartier bezogen.
Die ersten beiden Tage unseres Toskanaaufenthaltes waren für Florenz und Umgebung bestimmt. Die Kunstmetropole Florenz präsentierte in ihrer Altstadt die zahlreichen, sehr bekannten Sakralbauten, wie beispielsweise den Dom Santa Maria del Fiore mit seiner die ganze Stadt überragenden Kuppel und dem Baptisterium oder Santa Croce, die größte Franziskanerkirche Italiens, in der sich unter anderem die Grabstätten vieler berühmter Persönlichkeiten, wie z.B. Michelangelo und das Cimabues-Kruzifix befinden. Wir waren überwältigt von den über die Jahrhunderte angesammelten Kulturgütern und Kunstschätzen.
Unweit von Florenz liegt auf einem Hügel das Städtchen Fiesole, wo wir nach Besichtigung des romanischen Domes und dem Franziskanerkloster mit seinem wunderschönen Kreuzgang auch den tollen Panoramablick über ganz Florenz genossen.
In Siena besuchten wir den Dom Santa Maria mit der prächtigen Fassade und der vielfältigen Innenausstattung. Besonders beeindruckend waren die Bilder am Fußboden, wunderschöne Einlegearbeiten aus verschiedenfarbigem Marmor. Trotz der unermesslich reichhaltigen Innenausstattung wirkt das Bauwerk nicht überladen. Viel schlichter zeigte sich dagegen die Kirche San Domenico, die jedoch in einem Fresko aus dem 14. Jhdt. mit der einzigen authentischen Darstellung der Hl. Katharina von Siena aufwartet.
In San Gimignano bestaunten wir die als Weltkulturerbe von der UNESCO anerkannte Altstadt mit den weithin sichtbaren Geschlechtertürmen, kleinen privaten Festungen aus dem Mittelalter. Der Dom von San Gimignano beherbergt sehr gut erhaltene Fresken mit der Darstellung des alten und des neuen Testaments.
Ein absolutes Muss einer Reise in die Toskana ist natürlich der Besuch von Pisa mit dem weltberühmten torre pendente, dem schiefen Turm. Er befindet sich unmittelbar neben dem romanischen Dom und dem Baptisterium, das mit einem Umfang von über 100 m als weltgrößte Taufkirche gilt. Das Taufbecken in der Mitte des Rundbaues ist so groß, dass die in früheren Zeiten ausschließlich erwachsenen Täuflinge darin vollständig eintauchten. In der Apsis des in Pisaner Romanik errichteten fünfschiffigen Domes befindet sich ein sehenswertes Mosaik des Auferstandenen Jesus.
Nachdem wir in Viareggio auch Bekanntschaft mit dem warmen Wasser des ligurischen Meeres geschlossen hatten, führte uns die Reise weiter nach Lucca. Innerhalb der sehr gut erhaltenen, über 4 km langen Stadtmauer, entfaltet sich die mittelalterliche Altstadt, die außer dem romanischen Dom San Martino noch mit weiteren herrlichen Sakralbauten aufwartet.
Um viele Eindrücke bereichert, traten wir nach sechs Tagen über Motta di Livenzo in Treviso die Heimreise an. Pater Elias hat uns auf der Pfarrwallfahrt nicht nur kunsthistorisch und kirchengeschichtlich bestens geführt, sondern auch durch seine hervorragenden Predigten bei den täglichen Gottesdiensten und in vielen Begegnungen im Glauben gestärkt. Ich bedanke mich im Namen aller Teilnehmer ganz herzlich für die hervorragende Betreuung. Ein besonderes Dankeschön und Vergelt’s Gott auch unserer Pfarrgemeinderatsobfrau Ingrid Campidell für die gelungene Organisation und problemlose Abwicklung.
Erwin Rößler