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Villacher Stadthauptpfarrer Pirker zum Propst vom Virgilienberg (Friesach) ernannt

Bischof Marketz bei Festgottesdienst: Einsetzung des Propstes ist Fortsetzung der Tradition und Zeichen des geistlichen Aufbaus der Kirche

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Bischof Marketz überreichte Stadthauptpfarrer Pirker die Ernennungsurkunde sowie die Insignien eines Propstes. Foto: Beatrice Haidl

Klagenfurt, 26. 4. 26 (pgk). Besondere Ehre für Villacher Stadthauptpfarrer: Kons. Rat MMag. Dr. Richard Pirker, Stadthauptpfarrer in Villach-St. Jakob, Leiter des Referates für Priester, Geistlicher Assistent des Katholischen Familienverbandes, des Präsidiums der Katholischen Aktion und des Katholischen Akademikerverbandes, Feuerwehrkurat in Villach und Liturgieverantwortlicher in der ARGE Gottesdienstübertragungen in Radio und Fernsehen, wurde von Diözesanbischof Dr. Josef Marketz der Titel „Propst der Kollegiatskirche des Hl. Virgil (Virgilienberg) zu Friesach“ verliehen. Im Rahmen eines Festgottesdienstes gestern Samstag hat Bischof Marketz Stadthauptpfarrer Pirker die Ernennungsurkunde sowie die Insignien eines Propstes überreicht, zu denen der violett gesäumte Talar, der Ring, das Brustkreuz und das violette Birett (Kopfbedeckung) zählen.
„Die Einsetzung des neuen Propstpfarrers ist ein besonderes Ereignis, eine Berufung, mit der eine sehr alte Tradition in der katholischen Kirche in Kärnten bewahrt bzw. fortsetzt wird“, sagte Bischof Marketz in seiner Predigt unter Bezugnahme auf die Geschichte der Propstei am Virgilienberg. Durch diese Ernennung werde „in aller Demut gezeigt, dass wir die Tradition fortsetzen und mit unserem Engagement für den geistlichen Aufbau der Kirche ein Zeichen von Zukunft in unsere Gesellschaft senden“, betonte der Kärntner Bischof. Der Dienst eines Propstpfarrers sei immer auch ein Dienst am Volk Gottes. Als ehemaliger Regens und aktueller Verantwortlicher für die priesterliche Fortbildung habe Stadthauptpfarrer Pirker, so Bischof Marketz, "viel Erfahrung in der Begleitung von Menschen, die mit ihrer Berufung nicht nur einen individuellen Weg innerhalb der kirchlichen Gemeinschaft gehen, sondern diese Berufung im Dienst an den Mitmenschen in unsere Gesellschaft einbringen“. Pirker werde auch als Propst „die Kirche weiter aufbauen und in ihrem Wachstum unterstützen - nicht im materiellen Sinne als Bauwerk, sondern im geistlichen Sinn als christliche Gemeinschaft“, so Bischof Marketz.
Musikalisch gestaltet wurde die hl. Messe vom Chor der Stadthauptpfarre Villach-St. Jakob sowie SolistInnen und Orchester des Musikvereins St. Jakob (musikalische Gesamtleitung: Klaus Waltritsch) mit der „‚Messe in C-Dur, KV 337“ von Wolfgang Amadeus Mozart.

Das ehemalige Kollegiatsstift „St. Virgil“ am Virgilienberg, südlich der Stadt Friesach auf einer Anhöhe gelegen, wurde zwischen 1233 und 1240 von Erzbischof Eberhard II. von Salzburg gegründet. Hier entstanden eine Propstei mit Kirche, ein Propst- und Dekanhaus sowie Unterkünfte für sieben Chorherren. 1608 wurde das Kollegiatstift dem Chorherrenstift St. Bartholomäus eingegliedert. Nach mehreren Bränden wurde die Kirche 1786 profaniert. Heute ist von der Kirche nur noch eine Ruine mit Teilen des gotischen Chores erhalten.
Bereits in der Vergangenheit war die Funktion des Stadthauptpfarrers von Villach-St. Jakob zeitweise verbunden mit dem Titel eines Propstes des erloschenen Kollegiatsstiftes Virgilienberg zu Friesach. Die letzte Verleihung dieses Propst-Titels erfolgte durch die Päpstliche Bulle vom 28. Februar 1964 an den damaligen Villacher Stadthauptpfarrer Johannes Sabitzer.
„Mit der Propstei Virgilienberg war schon damals weder ein Benefizium noch die Leitung einer Priestergemeinschaft verbunden. Allerdings hatte die Verbindung der Stadthauptpfarre mit der genannten Propstei durch die protokollarische Nähe zum Rang der in der Stadt präsenten evangelischen Superintendentur einen ökumenischen Akzent“, heißt es im Bischöflichen Dekret zur Ernennung von Stadthauptpfarrer Pirker zum Propst. Mit der Ernennung zum Propst von Virgilienberg ist keinerlei Zuständigkeit (Jurisdiktion) im Sprengel der Stadtpfarre Friesach verbunden.
Propst (lat. „propostus“ bzw. „praepositus“ = Vorsteher) ist die ursprüngliche Bezeichnung für den Stellvertreter eines Abtes sowie später auch für den Vorsteher kleinerer Klöster. Heute wird die Bezeichnung Propst meistens für die Vorsteher von Chorherrenstiften verwendet. Außerdem führen den Titel auch Pfarrer an ehemaligen Propstei-, Kloster- oder Stiftskirchen.
Eine Propstei bezeichnet ursprünglich ein Stift, dem ein Propst vorsteht. Mit dem Titel Propsteikirche wird durch den Papst oder den zuständigen Diözesanbischof die besondere historische Bedeutung einer Kirche hervorgehoben. Der Pfarrer dieser Kirche darf dann den Titel Propst führen und eine entsprechende Chorkleidung tragen.

Richard Pirker, 1975 in Wolfsberg geboren, maturierte 1993 am Bundesgymnasium in Tanzenberg. Von 1993 bis 1999 absolvierte er sein Theologiestudium in Salzburg, Wien und Graz. Nach seiner Priesterweihe 2000 in Klagenfurt wirkte Pirker bis Ende 2005 als Kaplan in der Klagenfurter Dompfarre. 2006 promovierte er an der Grazer Universität zum Doktor der Theologie. Anschließend war er bis 2007 als Kaplan in Spittal/Drau tätig. Von 2007 bis 2012 war Pirker Stadtpfarrer in Friesach und Provisor in Grafendorf, St. Salvator und St. Stefan bei Dürnstein. Zudem war er von 2007 bis 2010 für die Pfarren Hohenfeld und Micheldorf verantwortlich. Von 2008 bis 2012 war er auch Dechant des Dekanates Friesach. Von 2006 bis 2016 war Pirker außerdem Vorsitzender der Liturgischen Kommission „Sektion Kult“ der Diözese Gurk und Diözesanvertreter der Liturgischen Kommission für Österreich. Von 2012 bis 2016 wurde Pirker für ein Habilitationsstudium in Innsbruck von seinen Funktionen als Pfarrer und Dechant entlastet. Auf bischöflichen Wunsch wurde Pirker im Jahr 2016 für eine diözesane Tätigkeit nach Kärnten zurückberufen, die schließlich in der einjährigen Tätigkeit als Vizeregens des Priesterseminars der Diözese Gurk in Graz bestand. Von 2016 bis 2020 war er Stadtpfarrer in Klagenfurt-St. Modestus und Klagenfurt-St. Peter. Seit 2020 ist Pirker für die Villacher Stadthauptpfarre St. Jakob verantwortlich.
Pirker ist weiters seit 2007 Liturgieverantwortlicher in der ARGE Gottesdienstübertragungen in Radio und Fernsehen, seit 2016 Geistlicher Assistent des Präsidiums der Katholischen Aktion, seit 2019 zudem Geistlicher Assistent des Katholischen Familienverbandes Kärnten sowie seit 2020 Geistlicher Assistent des Katholischen Akademikerverbandes. Seit Februar 2020 leitet Pirker überdies das Referat für Priester der Diözese Gurk. In Anerkennung seiner Leistungen wurde er 2023 zum Bischöflichen Konsistorialrat ernannt.