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„Transformation“: Diesjährige „Kunst im Dom“ zeigt Kunstinstallation des Oberkärntner Bildhauers Profunser

„Weg der Versöhnung“ in Maria Saal - Fastentuch „Wo Schatten weichen…“ in Wolfsberg

Die diesjährige “Kunst im Dom“ steht unter dem Generalthema “Transformation“. Projektszizze/Profunser
Die diesjährige "Kunst im Dom" steht unter dem Generalthema "Transformation". Projektskizze/Visualisierung: Dompfarre

Klagenfurt, 12. 2. 26 (pgk). Mit dem Aschermittwoch am 18. Februar beginnt die 40-tägige vorösterliche Fastenzeit. Im Klagenfurter Dom bildet die Aschermittwochsliturgie mit Diözesanbischof Dr. Josef Marketz um 19 Uhr bereits traditionell auch den Auftakt zum Projekt „Kunst im Dom“. Das diesjährige Generalthema des Kunstprojektes lautet „Transformation“.
Die Kunstinstallation des aus Berg im Drautal stammenden Bildhauers Hans-Peter Profunser stellt die menschliche Zerbrechlichkeit in den Mittelpunkt und lädt zur Reflexion über Vergänglichkeit, Verwundbarkeit, Versöhnung und Hoffnung ein. Das Kunstprojekt zeigt eine Prozession von lebensgroßen Figuren, die sich vom Domplatz durch das Kirchenportal und weiter durch die Domkirche bis zum Altar bewegt. Der Zug geschundener und verletzter Körper will an den Kreuzweg Jesu erinnern und gleichzeitig auf die Verletzlichkeit des Menschen verweisen. Durch ein knochenähnliches Stahlgerippe, das teilweise mit Beton ummantelt ist, sieht man ganze oder fragmentierte Körper. Die mit Naturkalk patinierten Figuren ändern sich farblich von braun bis weiß. Die Skulpturen sind in eine Metallkonstruktion, die an Gleise erinnert, eingezwängt, die sich vor dem Altarraum vom Boden löst und die Figuren entlang eines acht Meter hohen Gerüsts nach oben ziehen lässt.
„Die diesjährige Kunstinstallation ist kein Fastentuch, das etwas verhüllt, sondern die Enthüllung einer Wahrheit über den Menschen“, sagt Domdekan Dompfarrer Dr. Peter Allmaier, der für das Kunstprojekt verantwortlich zeichnet. Es gehe um die Darstellung einer Gegenwart, „denn die Missachtung der menschlichen Würde in den geopolitischen Konflikten oder in alltäglichen Demütigungen und diskriminierenden Herabwürdigungen sind gegenwärtige Ereignisse“, verweist der Klagenfurter Dompfarrer auf die Aktualität der Kunstinstallation.
Ziel der Kunstinstallation sei es, so Künstler Profunser, „dass die Besucherinnen und Besucher eine Verbindung zu den Verwerfungen und Fehlentwicklungen unserer Zeit herstellen: die Vertreibungen aus der eigenen Umgebung, die Kälte und Empathielosigkeit in den zwischenmenschlichen Beziehungen, die kriegerischen Auseinandersetzungen weltweit, aber auch der Umgang mit der Umwelt und deren einkalkulierte Zerstörung um des Profits willen“. Gleichzeitig zeige das Werk Veränderungsmöglichkeiten auf und wolle Kraft und Hoffnung geben. „Der Mensch kann dem Menschen Hoffnung geben, weil Gott Hoffnung gibt“, so Profunser.
Am Sonntag, dem 22. Feber, lädt die Klagenfurter Dompfarre im Rahmen des Projektes „Kunst im Dom“ um 16 Uhr zum Dialog-Gespräch mit Dompfarrer Allmaier und Künstler Profunser in die Domkirche ein.

“Weg der Versöhnung“ in Maria Saal; Foto: Gottfried Riepl
"Weg der Versöhnung" in Maria Saal; Foto: Gottfried Riepl

Weg der Versöhnung in Maria Saal. Die Themen Versöhnung und Umkehr werden in der Fastenzeit auch in der Stiftspfarre Maria Saal durch zeitgenössische Kunst zum Ausdruck gebracht. Stiftspfarrer Kan. Mag. Josef-Klaus Donko wird bei der Aschermittwochsliturgie mit Austeilung des Aschenkreuzes und Aufziehen des Fastentuches um 18 Uhr den „Weg der Versöhnung“ eröffnen. Diese Kunstinstallation, die von Monika Pototschnig in Zusammenarbeit mit Stiftspfarrer Mag. Josef-Klaus Donko und Diakon Gottfried Riepl gestaltet wurde, ist unter der Orgelempore in der Stifts- und Wallfahrtskirche bis Karsamstag zu sehen und zu erleben. Der „Weg der Versöhnung“ beginnt mit vier färbigen Würfeln, auf denen menschliche Haltungen geschrieben stehen, die ein gutes Miteinander oft erschweren. In der Mitte des Weges befindet sich der so genannte „Spiegel der Selbsterkenntnis“, der zur Einsicht und Umkehr führen soll. Das Ende des Weges bilden fünf Gefäße mit Kerzen, die dem Betrachter/der Betrachterin mögliche Schritte der Versöhnung aufzeigen sollen.

„Wo Schatten weichen, beginnt die Hoffnung“ in Wolfsberg; Foto: Nina Spendl
„Wo Schatten weichen, beginnt die Hoffnung“ lautet der Titel des Bildes von Nina Spendl. Foto: Pfarre Wolfsberg

„Wo Schatten weichen…“ – Fastentuch in Wolfsberg. In rund der Hälfte aller Kärntner Pfarren finden sich künstlerisch gestaltete Fastentücher, welche in der Zeit vor Ostern die Altäre verhüllen. In der Wolfsberger Markuskirche sind heuer während der Fastenzeit Teile jenes Fastentuches zu sehen, das Schülerinnen und Schüler der Klassen 6B und 7C des BORG Wolfsberg im Vorjahr für die Jubiläumskirche im Heiligen Jahr geschaffen haben. „Die Schülerinnen und Schüler haben sich bei der Erstellung des Fastentuches intensiv mit gesellschaftspolitischen und religiösen Themen auseinandergesetzt“, sagt Stadtpfarrer Dr. Krzysztof Kranicki. Er freue sich darüber, Teile daraus heuer nochmals zu präsentieren, „weil damit in gewisser Weise auch das Heilige Jahr in Wolfsberg nachklingt“.
Besonderes Augenmerk wird heuer auf das Bild der Schülerin Julia Spendl mit dem Titel „Wo Schatten weichen, beginnt die Hoffnung“ gelegt. „Die Hände stehen für die Suche nach göttlicher Nähe und Wahrheit. Das Licht ist ein Zeichen für Trost, Orientierung und die Überwindung der Dunkelheit“, so die junge Künstlerin. Das Bild erinnere daran, dass jede/r nach Licht streben könne, auch in Zeiten der Prüfung. „Es lädt dazu ein, Vertrauen zu fassen und den eigenen Weg im Glauben zu finden“, so Spendl.