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St. Leonhard im Lavanttal: Festgottesdienst mit Bischof Marketz am Leonhardisonntag und Segnung des restaurierten Fastentuches –  Leonhardifest mit Abt Hafner (Stift Admont) am Freitag

Foto: Diözesan-Pressestelle
Die Pfarre St. Leonhard im Lavanttal lädt zur Feier des Pfarr- und Stadtpatrons in die Leonhardikirche ein. Foto: Diözesan-Pressestelle

Klagenfurt, 3. 11. 26 (pgk). Rund um den Gedenktag des hl. Leonhard am Freitag, dem 6. November, lädt die Pfarre St. Leonhard im Lavanttal zur traditionellen Feier des Pfarrpatroziniums ein. Diözesanbischof Dr. Josef Marketz wird am sogenannten „Leonhardisonntag“, dem 8. November, in der Pfarrkirche St. Leonhard im Lavanttal um 10 Uhr gemeinsam mit Dechant Geistl. Rat Mag. Martin Edlinger, Pfarrer von St. Leonhard im Lavanttal sowie Provisor in Schiefling im Lavanttal, Prebl und Preitenegg, den Festgottesdienst zu Ehren des Pfarr- und Stadtpatrons feiern. Bei diesem Gottesdienst wird Bischof Marketz auch das restaurierte Fastentuch in der Pfarrkirche segnen, das von 2023 bis 2026 in den Werkstätten des Bundesdenkmalamtes in Wien umfassend untersucht und konserviert wurde. Dieses ursprünglich aus der Pfarrkirche Reichenfels stammende Fastentuch aus dem Jahr 1520 ist das drittälteste erhaltene Fastentuch in Kärnten. Seit 1915 befindet es sich in der Pfarrkirche in Bad St. Leonhard, wo es ganzjährig an der Nordseite des Chorraumes zu besichtigen ist. Der Festgottesdienst am Leonhardisonntag wird musikalisch von der Singgemeinschaft Kliening (Leitung: Elke Six) musikalisch gestaltet.
Bereits am Freitag, dem 6. November, findet das traditionelle „Leonhardifest“ mit zwei hl. Messen und einer feierlichen Prozession statt. Die hl. Messe um 8.30 Uhr feiert Dechant Edlinger. Der Festgottesdienst um 10 Uhr wird von Abt Mag. Gerhard Hafner OSB aus dem Benediktinerstift Admont geleitet. Musikalisch mitgestaltet wird der Gottesdienst vom Kirchenchor Bad. St. Leonhard.

Die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Leonhard im Lavanttal liegt östlich etwas oberhalb der Stadt an einem Hang. Anfang des 12. Jahrhunderts, zwischen 1106 und 1139, weihte Bischof Otto I. von Bamberg am Fuße des Berges eine kleine romanische Kapelle „Sancti Leonardi in Gaminare“. 1278 wird St. Leonhard als Pfarre erwähnt. Ab dem 14. Jh. entwickelte sich die Leonhardikirche zum Zentrum der Leonhardverehrung in Kärnten. Die Pfarrkirche ist seit dem 15. Jh. von einer schmiedeeisernen Kette, dem Attribut des Kirchenpatrons, umspannt. Ursprünglich eine Votivgabe eines aus türkischer Gefangenschaft freigekommenen Bauern, gefertigt von einem Obdacher Schmied, wurde sie Ende des 18. Jhs. unter Kaiser Joseph II. eingeschmolzen, 1912 neu angefertigt und wieder angebracht. Der Kirchturmabschluss von 1930 symbolisiert mit den vier runden Ecktürmchen den Wehrcharakter. Das im Kern romanische Kirchengebäude wurde im 14. Jh. zur prächtigen, gotischen dreischiffigen Kirche erweitert. Neben dem frühbarocken Hochaltar ist der Leonhardialtar von 1670 das eigentliche Ziel der Wallfahrerinnen und Wallfahrer. Die Leonhardikirche weist einen der umfangreichsten Bestände gotischer Glasgemälde in Kärnten auf. Die Glasmalereien zeigen im Chor Christus, Maria, Apostel und Heilige, im nördlichen Seitenschiff unter anderem Szenen aus dem Leben Christi und Majestas Domini zwischen Engeln. Im westlichen Fenster sind das Stifterpaar Heinrich und Kunigunde Croph, Heilige sowie Szenen aus der Leonhardslegende (alle 1340/1350) zu sehen.
Im südlichen Seitenschiff sind sechs Christologische Szenen (Mitte 14. Jh.), Schmerzensmann, Petrus und Paulus, weibliche Heilige und Engel (alle 1370/1380), Gnadenstuhl zwischen Engeln, Thronende Madonna sowie weibliche und männliche Heilige (alle um 1300) dargestellt. Weitere Glasmalereien im fünfbahnigen westlichen Fenster stammen aus den Jahren um 1400.
Im Jahr 2017 konnten vier im Jahr 1986 gestohlene Bildtafeln des spätgotischen Annenaltares nach 31 Jahren wieder an die Pfarre zurückgegeben werden. Die vier Tafeln stammen von den beiden vorne wie hinten figural bemalten Standflügeln des mit 1513 bezeichneten und aus der Judenburger Werkstatt stammenden Doppelflügelaltares – ein kunsthistorisch bemerkenswertes Werk spätgotischer Schnitz- und Tafelmalerei nördlich der Alpen. Sie zeigen die hl. Katharina von Alexandrien, die hl. Ursula, die hl. Barbara und die hl. Margareta.
Von 2022 bis 2024 wurde die Leonhardikirche einer umfassenden Generalsanierung unterzogen. Bei dieser wurde u. a. das rund 740 Quadratmeter große Dach des Kirchenhauptschiffs neu eingedeckt. Besonders aufwändig war die Neugestaltung des Altarraumes der Kirche. Der neue Volksaltar wurde nach Entwürfen von Architekt Gerhard Kresitschnig errichtet und von der Bevölkerung aktiv mitgestaltet. Die Mitte des Altars bildet ein rund 1,5 Tonnen schwerer Sandstein-Block mit einer Höhe von 1 Meter und einer Grundfläche von 80 mal 80 Zentimetern, der Jesus Christus als Zentrum symbolisiert. Im neuen Altar ist auch eine Reliquie des hl. Leonhard eingearbeitet.