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Schloss und Garten Erzherzogin Maria Annas: Buchneuerscheinung über die Bischöfliche Residenz und deren Garten in Klagenfurt

Historiker Kluger präsentierte in der Bischöflichen Residenz sein neues Buch “Schloss und Garten Erzherzogin Maria Annas in Klagenfurt. Die Baugeschichte des Gurker Bischofssitzes 1769-1981“. Foto: Kluger
Historiker Kluger präsentierte in der Bischöflichen Residenz sein neues Buch "Schloss und Garten Erzherzogin Maria Annas in Klagenfurt. Die Baugeschichte des Gurker Bischofssitzes 1769-1981“. Foto: Kluger

Klagenfurt, 8. 5. 26 (pgk). Die Geschichte des Gebäudes und des Gartens der Bischöflichen Residenz in Klagenfurt steht im Mittelpunkt einer Buchneuerscheinung, die gestern Abend im Bischofshaus präsentiert wurde. Dr. Robert Kluger, seit 24 Jahren im Diözesanarchiv tätig, widmet sich in der neuen Publikation „Schloss und Garten Erzherzogin Maria Annas in Klagenfurt. Die Baugeschichte des Gurker Bischofssitzes 1769-1981“ der Architektur- und Gartengeschichte dieses Gebäudes, das bislang von der Kunstgeschichte wenig Beachtung erfahren hat. Tatsächlich stammt der Entwurf dazu von Nikolaus Pacassi (1716–1790), dem bedeutendsten österreichischen Architekten dieser Zeit, zu dessen Bauprojekten u. a. auch der Umbau von Schloss Schönbrunn oder die Planung des Redoutensaaltraktes in der Wiener Hofburg stammen. Das repräsentative Gartenpalais in Klagenfurt ließ Maria Theresia für ihre älteste Tochter Erzherzogin Maria Anna errichten, die es von 1781 bis 1789 bewohnte. Nach ihrem Tod ging das Gebäude in den Besitz der Bischöfe von Gurk über, die bis heute hier amtieren.

In seinen Begrüßungsworten dankte Generalvikar Dr. Johann Sedlmaier, der in Vertretung von Diözesanbischof Dr. Josef Marketz an der Buchpräsentation teilnahm, Historiker Kluger für dessen Engagement und akribische Forschung. „Seine Arbeit ist ein Geschenk an unsere Stadt und an alle, die sich für Geschichte und Kultur begeistern“, sagte der Generalvikar und wies auf die architektonische, historische, kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung der Bischöflichen Residenz hin. So stehe das Bischofshaus beispielhaft für die Verbindung zwischen Tradition und Moderne, zwischen vergangener Pracht und gegenwärtigem gesellschaftlichen Engagement. „Dieses Haus war und ist Begegnungsstätte für Wissenschaft, Kunst und Kirche – ein Ort, an dem Ideen entstehen und gepflegt werden“, betonte Generalvikar Sedlmaier und verwies in diesem Zusammenhang auf die Kunstinstallation im Vorhof der Bischöflichen Residenz, „die an die Vorreiterrolle der Kirche als Wegbegleiterin für das friedvolle Miteinander der beiden Volksgruppen in unserem Land erinnert“. Der Garten der Bischöflichen Residenz sei, so Generalvikar Sedlmaier, „weit mehr als nur ein landschaftlicher Schmuck; Er steht als Symbol für den menschlichen Wunsch, ein Stück Paradies zu schaffen, einen Ort der Ruhe, Schönheit und Begegnung“. Wie das Haus lade auch der Garten dazu ein, innezuhalten, zu reflektieren und sich inspirieren zu lassen.

Prof. Dr. Wilhelm Wadl, Direktor des Geschichtsvereins für Kärnten und ehemaliger langjähriger Direktor des Kärntner Landesarchivs, dankte in seinem Grußwort für die Erstellung der Publikation und würdigte deren „thematische Breite“. Kirchengeschichte sei immer auch wesentlicher Bestandteil der Landesgeschichte, so Wadl. Seit 182 Jahren seien die Katholische Kirche in Kärnten und der Geschichtsverein „auf das Engste“ miteinander verbunden. „Zentrales Bindeglied und Kristallisationspunkt dieser Zusammenarbeit ist das Diözesanarchiv, dessen Errichtung durch Bischof Joseph Köstner eine kulturelle Großtat war“, so Wadl.

Buchneuerscheinung über die Baugeschichte der Bischöflichen Residenz in Klagenfurt.
Buchneuerscheinung über die Baugeschichte der Bischöflichen Residenz in Klagenfurt.

Historiker und Autor Kluger sprach anschließend über die Entstehung des Buches und gab Einblicke in die Architektur der theresianischen Epoche. Kluger ist ein profunder Kenner der wechselvollen Geschichte der Residenz, über die er 2017 seine Dissertation verfasst hat. Im Herbst 2020 veröffentlichte er die mittlerweile vergriffene Publikation „Die bischöfliche Residenz in Klagenfurt 1769-1981. Vom Schloss Erzherzogin Maria Annas zum Gurker Bischofssitz“, die erste umfassende Darstellung der Geschichte der Bischöflichen Residenz in Klagenfurt. „Dies war ein Versuch, dieses Gebäude – eines der bedeutendsten Bauwerke Kärntens – als wichtigen Schauplatz der Landes-, Kirchen- und Kulturgeschichte stärker ins Bewusstsein zu rufen“, schreibt Kluger im Vorwort zu seiner neuen Publikation. Darin weist der Historiker auch auf die Sonderstellung hin, die das Gebäude in der Architekturlandschaft Kärntens einnimmt: „Von seiner Bautypologie her ein Gartenpalais des späten 18. Jahrhunderts, als Ehrenhofanlage französischen Typs mit angeschlossenem formalen Garten konzipiert, ist es der einzige habsburgische Repräsentativbau, der je in Kärnten errichtet wurde“, so Kluger.
Das Buch schildert nicht nur die Errichtung des Bauwerks und beschreibt die Anlage des Gartens, sondern zeichnet die späteren Veränderungen von habsburgischer Repräsentation zur einfachen Wohnkultur der bürgerlichen Bischöfe nach. Im ersten Abschnitt werden Architektur, Ausstattung und Nutzung behandelt, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der von Kardinal Salm geschaffenen bischöflichen Hauskapelle liegt. Der zweite Abschnitt ist dem spätbarocken Garten gewidmet, mit einer Fläche von etwa vier Hektar einst eine der aufwendigsten Gartenanlagen Kärntens, heute eine wichtige ökologische „grüne Oase“ mitten im Stadtgebiet.

Die Publikation „Schloss und Garten Erzherzogin Maria Annas in Klagenfurt. Die Baugeschichte des Gurker Bischofssitzes 1769-1981“ (303 Seiten, 241 Abbildungen) ist zum Preis von 39 Euro im Buchhandel , im „Mein Kirchenshop“ der Diözese Gurk sowie beim Geschichtsverein für Kärnten erhältlich.