Pfingstsonntag, 24. Mai: ServusTV überträgt Gottesdienst aus der Pfarre Maria Rain/Žihpolje – Radioübertragung (Ö2) der hl. Messe aus der Pfarre St. Leonhard im Lavanttal
Klagenfurt, 19. 5. 26 (pgk). Am Pfingstsonntag, dem „Hochfest der Sendung des
Hl. Geistes“ am 24. Mai, werden aus zwei Kärntner Pfarren Gottesdienste in Radio und Fernsehen übertragen: ServusTV überträgt ab 8.55 Uhr die hl. Messe aus der Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Rain/Žihpolje. Der ORF überträgt von 10 bis 11 Uhr österreichweit im Programm der Regionalradios den Gottesdienst aus der Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Leonhard im Lavanttal.
Fernsehgottesdienst aus Maria Rain/Žihpolje.
Pfarrer Mag. Ulrich Kogler wird den Gottesdienst am Pfingstsonntag um 8.55 Uhr unter Assistenz von Diakon Alexander Samitsch feiern. Musikalisch gestaltet wird die hl. Messe von der rhythmischen Gruppe „MariLu“ (Leitung: Andrea Sablatnig). An der Orgel spielt Nicklas Dovjak.
In seiner Predigt wird Pfarrer Kogler auf die Kraft des Heiligen Geistes eingehen, „mit dem Gott uns immer wieder aufs Neue Mut, Vertrauen und Lebensenergie schenkt“. Er hoffe, so Kogler, „dass der Heilige Geist zu Pfingsten in besonderer Weise auch der ganzen Welt, die aktuell von so vielen Brüchen durchzogen ist, die Botschaft des Friedens einhaucht“. Mit Blick auf das Pfingstereignis, das am Pfingstsonntag im Mittelpunkt der biblischen Texte steht, verweist Pfarrer Kogler auf die Bedeutung von Sprache. „Die Muttersprache ist eine Sprache des Herzens, die keine Worte braucht, um verstanden zu werden. Auch die göttliche Stimme ist eine Sprache des Herzens, die sich in unserem Inneren vollzieht“, so Kogler.
Radiogottesdienst aus St. Leonhard im Lavanttal.
Den Pfingst-Gottesdienst in der Leonhardikirche feiert Dechant Mag. Geistl. Rat Mag. Edlinger mit der Gemeinde. Musikalisch gestaltet wird der Gottesdienst von Kirchenchor und Orchester der Pfarre Bad St. Leonhard (Leitung: Franz Köppl) mit der „St.-Canisius-Messe“ von Johann Kircher sowie dem „Brass Quartett der Stadtkapelle Bad St. Leonhard“ (Leitung: Mag. Otmar Lichtenegger). An der Orgel spielen Marie Bischof und Johann Spruk.
„Der Gottesdienst am Pfingstsonntag steht im Zeichen des Heiligen Geistes und der Botschaft von Hoffnung und Erneuerung“, so Dechant Edlinger. In seiner Predigt wird er der Frage nachgehen, wo Menschen heute Halt, Mut und Zuversicht finden können. „Die Schriftstellen erzählen von den Jüngern, die durch Gottes Geist neue Stärke gewinnen und den Mut finden, aufzubrechen. Die Predigt möchte diese Erfahrung lebensnah aufgreifen und zeigen, wie die Gaben des Heiligen Geistes auch im Alltag spürbar werden können: durch Frieden, Verständnis, Hilfsbereitschaft und Hoffnung“, sagt Edlinger.
Die doppeltürmige Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Rain, zwischen Klagenfurt und Ferlach hoch über dem Rosental gelegen, ist weithin sichtbar. Eine erste Kirche (Sancta maria ad dravum) wurde hier 927 erstmals urkundlich erwähnt und 1144 (Maria scalach) vom Salzburger Erzbischof dem Zisterzienserstift Viktring geschenkt. 1313 wurde Maria Rain mit der heutigen Namensgebung bezeichnet.
Von dem ersten Kirchengebäude ist nichts erhalten geblieben. Der älteste Teil des heutigen Kirchengebäudes ist der westliche, bis zu den beiden Türmen reichende Langhausabschnitt. Dieser stammt noch von der spätgotischen, zwischen 1445-1466 erbauten Kirche. Die spätere Barockisierung (1696) umfasste die Verlängerung des Baues nach Osten, die Errichtung des Chores in Kleeblattgrundrissform und schließlich den für eine barocke Wallfahrtskirche nahezu verpflichtenden Bau des zweiten Turmes.
Die Innenausstattung der Kirche wird vom mächtigen Hochaltar aus dem Jahr 1694 beherrscht. Er enthält die Statue der Gnadenmadonna mit Kind aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. In den Säulenzwischenräumen wird sie von vier Skulpturen männlicher Heiliger umgeben, nämlich der beiden Johannes, Bernhard von Clairvaux und hl. Benedikt. Das Aufsatzbild des über einer Wolkenbank thronenden Gottvaters stammt von Ferdinand Steiner, dem Lehrer Fromillers, dem auch die im Langhaus angebrachten Apostelbilder zugeschrieben werden. Die Kanzel enthält an der Brüstung in einem breitovalen Bild die Szene der Predigt Johannes des Täufers. Besonderes Objekt der Verehrung ist neben der Marienstatue des Hochaltares eine Monstranz mit der Blut-Christi-Reliquie. Hauptwallfahrtstage in Maria Rain sind neben den Wallfahrten am 13. jedes Monats der 1. und 5. Sonntag nach Ostern, der 15. August und der 8. September.
Die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Leonhard im Lavanttal liegt östlich etwas oberhalb der Stadt an einem Hang. Anfang des 12. Jahrhunderts, zwischen 1106 und 1139, weihte Bischof Otto I. von Bamberg am Fuße des Berges eine kleine romanische Kapelle „Sancti Leonardi in Gaminare“. 1278 wird St. Leonhard als Pfarre erwähnt. Ab dem 14. Jh. entwickelte sich die Leonhardikirche zum Zentrum der Leonhardverehrung in Kärnten.
Die Pfarrkirche ist seit dem 15. Jh. von einer schmiedeeisernen Kette, dem Attribut des Kirchenpatrons, umspannt. Ursprünglich eine Votivgabe eines aus türkischer Gefangenschaft freigekommenen Bauern, gefertigt von einem Obdacher Schmied, wurde sie Ende des 18. Jhs. unter Kaiser Joseph II. eingeschmolzen, 1912 neu angefertigt und wieder angebracht. Der Kirchturmabschluss von 1930 symbolisiert mit den vier runden Ecktürmchen den Wehrcharakter. Das im Kern romanische Kirchengebäude wurde im 14. Jh. zur prächtigen, gotischen dreischiffigen Kirche erweitert. Neben dem frühbarocken Hochaltar ist der Leonhardialtar von 1670 das eigentliche Ziel der Wallfahrerinnen und Wallfahrer. Die Leonhardikirche weist einen der umfangreichsten Bestände gotischer Glasgemälde in Kärnten auf. Die Glasmalereien zeigen im Chor Christus, Maria, Apostel und Heilige, im nördlichen Seitenschiff unter anderem Szenen aus dem Leben Christi und Majestas Domini zwischen Engeln. Im westlichen Fenster sind das Stifterpaar Heinrich und Kunigunde Croph, Heilige sowie Szenen aus der Leonhardslegende (alle 1340/1350) zu sehen.
Im südlichen Seitenschiff sind sechs Christologische Szenen (Mitte 14. Jh.), Schmerzensmann, Petrus und Paulus, weibliche Heilige und Engel (alle 1370/1380), Gnadenstuhl zwischen Engeln, Thronende Madonna sowie weibliche und männliche Heilige (alle um 1300) dargestellt. Weitere Glasmalereien im fünfbahnigen westlichen Fenster stammen aus den Jahren um 1400.
Im Jahr 2017 konnten vier im Jahr 1986 gestohlene Bildtafeln des spätgotischen Annenaltares nach 31 Jahren wieder an die Pfarre zurückgegeben werden. Die vier Tafeln stammen von den beiden vorne wie hinten figural bemalten Standflügeln des mit 1513 bezeichneten und aus der Judenburger Werkstatt stammenden Doppelflügelaltares – ein kunsthistorisch bemerkenswertes Werk spätgotischer Schnitz- und Tafelmalerei nördlich der Alpen. Sie zeigen die hl. Katharina von Alexandrien, die hl. Ursula, die hl. Barbara und die hl. Margareta.
Von 2022 bis 2024 wurde die Leonhardikirche einer umfassenden Generalsanierung unterzogen. Bei dieser wurde u. a. das rund 740 Quadratmeter große Dach des Kirchenhauptschiffs neu eingedeckt. Besonders aufwändig war die Neugestaltung des Altarraumes der Kirche. Der neue Volksaltar wurde nach Entwürfen von Architekt Gerhard Kresitschnig errichtet und von der Bevölkerung aktiv mitgestaltet. Die Mitte des Altars bildet ein rund 1,5 Tonnen schwerer Sandstein-Block mit einer Höhe von 1 Meter und einer Grundfläche von 80 mal 80 Zentimetern, der Jesus Christus als Zentrum symbolisiert. Im neuen Altar ist auch eine Reliquie des hl. Leonhard eingearbeitet.