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Passionskrippen in Kärntner Pfarren: Seltener Brauch in der Fastenzeit

Klagenfurt, 24. 3. 26 (pgk). Während das Aufstellen von Krippen in der Weihnachtszeit im gesamten Alpenraum eine beliebte Tradition ist, sind so genannte Fastenkrippen, die das biblische Geschehen um Leiden, Sterben und Auferstehung Jesu bildhaft vor Augen führen, eher eine Rarität.
In einigen Kärntner Pfarren können Interessierte bis Ostern bzw. bis Pfingsten solche Fastenkrippen, die auch Passions- oder Osterkrippen genannt werden, besichtigen.

In der Stiftspfarre Gurk sind zwei Fastenkrippen aufgestellt: Noch bis Karsamstag, dem 4. April, ist im Gurker Dom, der auch das älteste und zugleich größte Fastentuch Kärntens beherbergt, eine Fastenkrippe vor dem Petrus-Altar zu sehen. Die Fastenkrippe der Krippenfreunde Deutsch-Griffen wurde um die Jahrtausendwende vom damaligen Obmann Josef Krassnitzer und dessen Tochter Petra für die Kirche in Deutsch-Griffen erbaut, als das Fastentuch der Pfarre restauriert wurde.
Seit dem Jahr 2020 wird die Krippe in der Fastenzeit im Gurker Dom aufgestellt. Es handelt sich um eine teilweise Nachbildung der berühmten, rund 200 Jahre alten Fastenkrippe von Georg Haller in der Pfarrkirche in Götzen/Tirol. Die Fastenkrippe von Josef und Petra Krassnitzer stellt auf einer Fläche von 160 x 45 cm mit 92 Papierfiguren neun Szenen der Passion Jesu vom Ölberg bis zur Auferstehung dar.

Die Fastenkrippe der Krippenfreunde Deutsch Griffen ist im Gurker Dom zu besichtigen. Foto: Krassnitzer
Die Fastenkrippe der Krippenfreunde Deutsch Griffen ist im Gurker Dom zu besichtigen. Foto: Krassnitzer

In der Schatzkammer Gurk sind Teile einer Fastenkrippe aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ausgestellt. Von der so genannten „Bretterkrippe“, die aus auf Tafeln gemalten Figuren mit ausgeschnittenen Konturen besteht, sind sieben bemalte Holztafeln erhalten, die den Einzug Jesu nach Jerusalem, das Letzte Abendmahl sowie Gefangennahme, Kreuzigung und Auferstehung zeigen. „Herkunft und ursprüngliche vollständige Größe dieser Krippe sind nicht bekannt“, sagt die künstlerische Leiterin der Schatzkammer, Diözesankonservatorin Dr. Rosmarie Schiestl.

Bildunterschrift (Bildrechte sind zwingend anzugeben!)
Tafeln der Bretterkrippe aus dem 18. Jh. in der "Schatzkammer Gurk"; Foto: Rosmarie Schiestl

Noch bis Pfingstsonntag, dem 24. Mai, ist in der Stadtpfarrkirche Feldkirchen am Seitenaltar die Fastenkrippe von Heinz Eichler, Obmann der Feldkirchner Krippenfreunde, aufgestellt. Als Inspiration für den Bau dieser Fastenkrippe im Jahr 2020 diente dem Krippenbaumeister das Rundgemälde „Jerusalem Panorama Kreuzigung Christi“ im Bayerischen Marienwallfahrtsort Altötting. Die Passionskrippe stellt auf einer Fläche von 210 x 80 cm mit 109 Figuren in einer orientalischen Landschaft mit Gebäuden und Gärten in mehreren Ebenen die Szenen vom Einzug Jesu in Jerusalem bis zu dessen Auferstehung dar.

Fastenkrippe in der Stadtpfarrkirche Feldkirchen; Foto: Manfred Schusser 
Fastenkrippe in der Stadtpfarrkirche Feldkirchen; Foto: Manfred Schusser


In der Pfarrkirche Obermillstatt ist noch bis Ostermontag, dem 6. April, eine Fastenkrippe ausgestellt. Die Leihgabe des Villacher Krippenbaumeisters Hermann Bidner, erbaut 2021/2022, stellt mit 90 Figuren auf einer Fläche von 180 x 50 cm die 14 Stationen des Leidensweges Jesu nach.

Fastenkrippe in der Pfarrkirche Obermillstatt; Foto: Hermann Bidner 
Fastenkrippe in der Pfarrkirche Obermillstatt; Foto: Hermann Bidner

In der Pfarrkirche Maria Landskron ist bis Ostersonntag, dem 5. April, die im Jahr 2023 gefertigte Fastenkrippe des Krippenbauers Franz Maier zu besichtigen. Die Fastenkrippe, die 2024 in der Pfarre St Lorenzen im Lesachtal und 2025 in der Pfarre Gottestal ausgestellt war, misst ca. 150 x 40 cm und zeigt die Passion vom Einzug in Jerusalem über das Letzte Abendmahl mit Fußwaschung bis hin zur Kreuzigung und Auferstehung.

Fastenkrippe in der Pfarrkirche Maria Landskron; Foto: Johannes Biedermann
Fastenkrippe in der Pfarrkirche Maria Landskron; Foto: Johannes Biedermann

Von Palmsonntag, dem 29. März, bis Ostersonntag, dem 5. April, ist in der Pfarrkirche Villach-Heiligste Dreifaltigkeit in Völkendorf eine Krippe von Erich Körbler, Obmann der Krippenfreunde Villach, mit der Darstellung des Letzten Abendmahles zu sehen.