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Ostern von A(uferstehung) bis Z(insei): Acht Fragen und Antworten rund um das höchste Fest im Kirchenjahr 

Auferstandener Christus, Fresko, Thomas von Villach, 1527, Pfarrkirche Thörl-Maglern; Foto: Diözesan-Pressestelle
Auferstandener Christus, Fresko, Thomas von Villach, 15. Jh., Chornordwand, Pfarrkirche Thörl-Maglern; Foto: Diözesan-Pressestelle

Klagenfurt, 2. 4. 26 (pgk). Das Osterfest ist das höchste und älteste Fest der Christenheit sowie Höhepunkt und Herzstück des Kirchenjahres. Acht Fragen und Antworten beschreiben, warum das Osterfest kein festes Datum hat, in welcher Weise die Termine für andere Festtage des Kirchenjahres mit dem Osterfest zusammenhängen und was es mit Hasen, Eiern und Lämmern auf sich hat.
1) Was wird zu Ostern gefeiert?
Zu Ostern feiern Christinnen und Christen weltweit mit der Auferstehung Jesu am dritten Tag nach dem Tod am Kreuz das Fundament des christlichen Glaubens. Laut Erwachsenenkatechismus der Katholischen Kirche ist die zentrale Botschaft von Kreuz und Auferstehung, „dass am Ende das Leben über den Tod, die Wahrheit über die Lüge, die Gerechtigkeit über das Unrecht, die Liebe über den Hass und selbst über den Tod siegen wird".
2) Was berichtet die Bibel darüber?
Während die biblischen Texte ausführlich über Leiden und Tod Jesu berichten, ist die Auferstehung selbst nicht beschrieben. Aber die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes berichten alle über Erscheinungen des auferstandenen Jesus, über die Auffindung des leeren Grabes und die Kunde eines Engels von der Auferstehung. Die ersten, die den auferstandenen Jesus sehen und bezeugen, sind Frauen. Im Johannesevangelium ist es Maria von Magdala.
3) Wie wird der Termin des Osterfestes berechnet?
Seit dem Konzil von Nicäa im Jahr 325 wird das Osterfest jährlich am ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert. Im Gregorianischen Kalender ist daher der frühest mögliche Ostertermin der 22. März, der späteste der 25. April.
4) Wie lange dauert die Osterzeit?
Die Osterzeit erstreckt sich seit dem zweiten Jahrhundert über einen Zeitraum von 50 Tagen und endet mit Pfingsten. Auch der Termin anderer so genannter „beweglicher“ Festtage des Kirchenjahres richtet sich nach dem Ostertermin. So wird zum Beispiel das Hochfest Christi Himmelfahrt 40 Tage nach Ostern gefeiert, heuer am 14. Mai.
5) Was heißt „Ostern“?
Das Wort „Ostern“ existiert, je nach Sprache, in verschiedenen Schreibweisen. In den romanischen Sprachen, aber auch im Niederdeutschen, Holländischen, Norwegischen und Dänischen, wird ebenso wie in der römischen Liturgie der Name des Osterfestes aus dem Wortstamm „Pascha“ gebildet. Von diesem Wort stammen z. B. auch das italienische „Pasqua“ oder das französische „Paques“ ab. Dieses latinisierte Wort „Pascha“ leitet sich her vom hebräischen „Pessach“, was mit „vorübergehen, überspringen, verschonen“ übersetzt wird und an die rettenden Heilstaten beim Auszug der Israeliten aus Ägypten erinnert.
Der Ursprung des deutschen Wortes „Ostern“ ist unklar, und es gibt verschiedene Deutungen. Lange wurde – wie man heute weiß, fälschlicherweise - angenommen, dass sich das Wort von einer germanischen Frühlingsgöttin namens „Ostara“ ableitet, deren Existenz wissenschaftlich jedoch unbewiesen ist. Andere Wissenschaftler leiten das Wort „Ostern“ von der Himmelsrichtung des Sonnenaufgangs ab. Wie die Sonne nach ihrem Untergang im Osten wiederaufgeht, so ist dort auch Jesus Christus, die „Sonne der Gerechtigkeit“, nach seinem Untergang im Tod auferstanden, so die sprachliche Herleitung. Eine weitere mögliche Erklärung für das deutsche Wort „Ostern“ ist die Herleitung entweder vom mittelhochdeutschen „Urständ“, was Auferstehung heißt, oder vom nordgermanischen Wort „ausa", was „gießen“ bedeutet und an die Taufe erinnern könnte.
6) Welche Bedeutung hat das Osterlamm?
Das Osterlamm ist das vermutlich älteste Symbol für den auferstandenen Christus. Jesus wird in der Bibel und auch in der Hl. Messe oft das „Lamm Gottes“ genannt. Das Lamm zu Ostern erinnert auch an das Pascha- oder Pessachfest im Judentum, bei dem zur Zeit des Tempels in Jerusalem ein Lamm gegessen wurde, das vorher geschlachtet worden war. Auch dies ist eine narrative Parallele zu Tod und Auferstehung Jesu. Das Pessachfest, das Jüdinnen und Juden in diesen Tagen wieder begehen, hat auch Jesus einst mit seinen Freunden gefeiert. Auf alten Darstellungen trägt das Osterlamm oft eine Fahne – als Zeichen des Sieges. Christus, das Lamm Gottes, hat über den Tod gesiegt.
7) Was hat es mit dem Osterhasen auf sich?
Der Hase taucht bereits in der ägyptischen Mythologie als Symbol der Fruchtbarkeit auf. Die Vorstellung vom Hasen als österlichem „Überbringer“ von Eiern ist in Deutschland zum ersten Mal im 17. Jahrhundert belegt. In Byzanz soll der Hase im Mittelalter ein Zeichen für Christus gewesen sein. In der Annahme, der Hase schlafe mit offenen Augen, verglich man ihn mit dem Auferstandenen, der im Tod nicht entschlafen war. Im Mittelalter werden Hasen in der christlichen Zahlenmystik verwendet, um die Einheit Gottes in der Dreifaltigkeit sinnbildlich darzustellen. Eine bekannte Darstellung dazu ist das sogenannte Drei-Hasen-Fenster im spätgotischen Kreuzgang des Domes zu Paderborn.
8) Und warum bringt der Osterhase Ostereier?
Das Ei ist ein uraltes Fruchtbarkeitssymbol und Ursymbol des Lebens. Die Tradition des Verschenkens von bunten Eiern lässt sich bis 5000 v. Chr. bei den Chinesen, den Ägyptern und den persischen Großkönigen zurückverfolgen. Bereits in diesen Epochen hat man zum Frühlingsfest buntbemalte Eier verspeist. Bis in das 15. Jahrhundert verstand man unter „Osterei“ auch ein „bis zu Ostern abzulieferndes Zinsei“. Seit dem 16. Jahrhundert wird der Begriff im heutigen Sinne verwendet. Verzierte Ostereier werden erstmals 1615 erwähnt. Gekochte Eier bedeuten in vielen Kulturen „verhindertes Leben“ und sind Zeichen der Trauer und Klage. Teilweise gehören sie auch zu den rituellen Speisen des Trauermahles. Die oft kunstvoll bunt bemalten und geschmückten Ostereier weisen jedoch auf den Wandel vom Tod zum Leben hin. So wird das Osterei zum Symbol des Lebens und der Hoffnung.