Diözese Gurk veröffentlicht Kirchenstatistik 2025: Erneut deutlicher Rückgang bei Kirchenaustritten
Rechnungsabschluss mit leicht positivem Jahresergebnis
Klagenfurt, 23. 9. 26 (pgk). Einen Rückgang bei der Zahl der Kirchenaustritte und eine Zunahme bei der Zahl der Wiederein- und Übertritte kann die Diözese Gurk für das Jahr 2025 verzeichnen. Dies geht aus der amtlichen Kirchenstatistik hervor, die die Diözese Gurk heute gemeinsam mit dem Rechnungsabschluss für das Jahr 2025 entsprechend einem Beschluss der österreichischen Bischofskonferenz zeitgleich mit allen anderen österreichischen Diözesen veröffentlicht hat.
3.881 Personen sind im Jahr 2025 aus der Katholischen Kirche ausgetreten. Im Vergleich zum Vorjahr (2024: 4.561 Austritte) bedeutet dies einen Rückgang der Kirchenaustritte um rund 15 Prozent. Gestiegen ist wie bereits im Vorjahr die Zahl der Wiederein- und Übertritte. So gab es 2025 495 Aufnahmen durch Wiederein- und Übertritte (2024: 440). Seit Juli 2025 gibt es in der Diözese Gurk die Möglichkeit, online unter www.kath-kirche-kaernten.at/wiedereintritt in die Katholische Kirche wiedereinzutreten. 95 Personen nutzten in der zweiten Hälfte des Vorjahres dieses Online-Angebot, was 20 Prozent der insgesamt 495 Aufnahmen entspricht. 42 Personen widerriefen 2025 ihren Austritt (2024: 35 Widerrufe). Mit Stichtag 1. Jänner 2026 waren 320.276 Kärntnerinnen und Kärntner – das sind 56,19 Prozent der Gesamtbevölkerung Kärntens – römisch-katholisch. Im Vergleich zum Jahr 2024 bedeutet das einen Rückgang an Katholikinnen und Katholiken von rund 1,6 Prozent.
Begleitung an Lebenswenden
Im Jahr 2025 wurden 2.423 Taufen (2024: 2.552), 2.838 Erstkommunionen (2024: 3.212) und 2.587 Firmungen (2024: 2.744) gefeiert sowie 537 kirchliche Trauungen (2024: 635) geschlossen. Die Zahl der kirchlichen Begräbnisse lag 2025 bei 3.498 (2024: 3.573).
„Diese Pastoraldaten zeigen, dass die Menschen in Kärnten sich nach spiritueller Beheimatung, Gemeinschaft und Segen sehnen und die Begleitung der Kirche schätzen“, sagt Generalvikar Dr. Johann Sedlmaier. Erfreut zeigt sich Sedlmaier über den Rückgang der Kirchenaustritte bei gleichzeitiger Zunahme der Wiedereintritte. „Die Möglichkeit zum Online-Wiedereintritt erleichtert vielen den ersten Schritt zurück in die kirchliche Gemeinschaft“, so Sedlmaier. Das Angebot sei „zeitgemäß und niederschwellig und eröffnet Menschen einen unkomplizierten Weg zurück in die Kirche“, betont der Generalvikar.
Rechnungsabschluss mit leicht positivem Jahresergebnis
Das Wirtschaftsjahr 2025 schließt die Diözese Gurk mit einem leicht positiven Gesamtergebnis ab. Operativen Gesamteinnahmen in der Höhe von 43,28 Mio. Euro stehen betriebliche Ausgaben in der Höhe von 43,73 Mio. Euro gegenüber. Dies führt zu einem negativen Betriebsergebnis von 451.000 Euro. Unter Berücksichtigung des positiven Finanzergebnisses von 800.000 Euro auf Basis der nachhaltigen Veranlagung am Kapitalmarkt ergibt sich ein Jahresergebnis in der Höhe von rund 349.000 Euro. Gründe für dieses leicht positive Jahresergebnis sind auch der sorgsame und nachhaltige Umgang mit den finanziellen Ressourcen, der Rückgang bei den Kirchenaustritten sowie die Treue und Verlässlichkeit der KirchenbeitragszahlerInnen. Dadurch konnte der Abgang beim operativen Betriebsergebnis im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr 2024 deutlich reduziert werden.
Wie der Rechnungsabschluss der Diözese Gurk zeigt, stammen 2025 rund 75 Prozent der Gesamteinnahmen, nämlich 32,48 Mio. Euro, aus dem Kirchenbeitrag. Auf der Ausgabenseite nehmen die laufenden Personalaufwendungen für die 197 Priester und 391 Laienmitarbeiterinnen und -mitarbeiter der Diözese, für Priesterpensionen sowie für die Mitfinanzierung der 134 pfarrlichen Angestellten mit rund 26 Mio. Euro rund 59 Prozent des Gesamtbudgets in Anspruch und bilden die größte Ausgabenposition.
Pfarren, diözesane Bildungs- und Sozialeinrichtungen (Caritas) sowie überdiözesane Institutionen, Missions- und Entwicklungshilfeprojekte erhielten im Jahr 2025 Zuschüsse und Unterstützungen für den laufenden Betrieb im Ausmaß von rund 2,6 Mio. Euro aus dem Diözesanbudget.
Konsequente Umsetzung der Strukturmaßnahmen notwendig
Für Finanzkammerdirektor Gerhard Salzer und Diözesanökonom Mag. Burkhard Kronawetter ist es „erfreulich, dass es im Vorjahr gelungen ist, den Abgang beim operativen Betriebsergebnis entscheidend zu reduzieren“. Trotz dieser positiven Entwicklung sei aber außer Zweifel gestellt, so Salzer und Kronawetter, „dass auch für eine zukünftige positive Finanzgebarung die konsequente Umsetzung der beschlossenen Strukturmaßnahmen im Rahmen des Kirchenentwicklungsprozess Voraussetzung ist – vor allem auch mit Blick auf die Tatsache, dass derzeit die Ausgaben des laufenden Betriebs der Diözese die Einnahmen überwiegen“.
Was Kirche in Kärnten leistet
In der Diözese Gurk gibt es 23 Dekanate mit insgesamt 336 Pfarren, davon sind 69 zweisprachig. In diesen 336 Pfarren bietet die Katholische Kirche ein umfassendes Angebot im seelsorglichen, sozialen und kulturellen Bereich: von der Feier kirchlicher Feste und Sakramente über persönliche seelsorgliche Begleitung bis hin zu vielfältigen Initiativen in der Sozial-, Bildungs-, Kinder- und Jugendarbeit.
Katholische Kirche als Arbeitgeberin
Mit 31.12.2025 waren 391 Laien in der Diözese Gurk beschäftigt, davon sind 75 Prozent (295 Personen) Frauen. 29 Frauen sind in Leitungsfunktionen tätig. Dies entspricht 44,6 Prozent der insgesamt 65 Leitungsfunktionen lt. Organigramm (incl. Ordinarius und Klerikerleiter).
Neben den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind in der Diözese Gurk rund 10.000 Frauen und Männer ehrenamtlich in verschiedenen Funktionen in unterschiedlichem zeitlichen Umfang tätig. Ihnen ist es zu verdanken, dass die Kirche eine so große Leistungsfülle, gemessen an den eingesetzten Mitteln, erbringen kann. Ehrenamtliches Engagement stiftet unbezahlbaren Nutzen für die Kirche, für die Gesellschaft und für jeden Einzelnen, der seinen Einsatz auch als Bereicherung für sich selbst erlebt.
Katholische Kirche als Partnerin der heimischen Wirtschaft
Im Jahr 2025 beliefen sich die baulichen Investitionen der Diözese und Pfarren auf 8,33 Mio. Euro, wobei rund 2,70 Mio. Euro aus dem Kirchenbeitrag finanziert wurden. 2,90 Mio. Euro wurden von der Diözese und den Pfarren aus Eigenmitteln und Spenden, 1,29 Mio. Euro von der öffentlichen Hand aufgebracht.
Die jährlich rund 350 Restaurierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen an den zum Teil Jahrhunderte alten Bauwerken – 95 Prozent des diözesanen Gesamtgebäudebestandes sind denkmalgeschützt – werden in erster Linie von örtlichen und regionalen Handwerks- und Gewerbebetrieben durchgeführt. Damit stärkt die Katholische Kirche Kärnten die heimische Wirtschaft und leistet einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Arbeitsplätze im Bau- und Baunebengewerbe in Kärnten, insbesondere auch im ländlichen Raum.
Ökologisches Bauen
Nachhaltiges Energiemanagement, Verbrauchsreduktion und der Umstieg auf erneuerbare Energien finden bei allen Baumaßnahmen Berücksichtigung und Umsetzung. So werden beispielsweise rund 60 Prozent der beheizten Gebäude in den Pfarren mit erneuerbaren Energieträgern beheizt. Die auf kirchlichen Gebäuden installierten Photovoltaik-Anlagen erbringen eine Gesamtleistung von rund 650 kWp, was dem Energiebedarf von rund 270 Haushalten entspricht. Der Großteil davon stammt aus einem Leuchtturmprojekt des Bistums Gurk und dessen Energietochter EVP, nämlich der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Firma JELD-WEN, die in einem Gebäude des Bistums Gurk in Pöckstein eingemietet ist, inklusive Infrastruktur (Leitungen und Trafostation) zur Versorgung der dort ansässigen Unternehmen. 2025 gingen PV-Anlagen an kirchlichen Gebäuden in Spittal an der Drau, St. Stefan bei Finkenstein, Tröpolach, Ebenthal und Kappel am Krappfeld ans Netz.
Katholische Privatschulen, Kindertagesstätten, Lerncafés
Einen wichtigen Schwerpunkt der Katholischen Kirche Kärnten bildet die vielfältige Arbeit in den Bereichen Bildung und Erziehung junger Menschen. An 14 Katholischen Privatschulen in Kärnten wurden im Schuljahr 2025/2026 3.358 SchülerInnen unterrichtet. Die St. Hemma-Stiftung, die Caritas, Pfarren und Orden betreiben in Kärnten 50 Kindergärten, 20 Kindertagesstätten, drei Horte und drei Ganztagesschulen. Zudem führt die Caritas neun Lerncafés und eine sozialpädagogische Einrichtung für Kinder und Jugendliche.
Hohe Akzeptanz des Religionsunterrichtes
Im Schuljahr 2025/2026 waren in der Diözese Gurk 366 Religionslehrkräfte – davon rund 91 Prozent Laien – tätig. Knapp 97 Prozent der insgesamt 39.273 katholischen Schülerinnen und Schüler Kärntens besuchten im Schuljahr 2025/2026 den katholischen Religionsunterricht. Überdies nahmen 1.969 Schülerinnen und Schüler ohne religiöses Bekenntnis am katholischen Religionsunterricht teil.
Bildungsangebote für Jung und Alt
Das Katholische Bildungswerk Kärnten und die katoliška prosveta erreichen jährlich bei rund 2.700 Veranstaltungen rund 35.000 Menschen. Schwerpunktbereich ist die Bildungsarbeit für Seniorinnen und Senioren, Eltern, Menschen aus bildungsbenachteiligten Gesellschaftsschichten sowie Menschen mit Migrationshintergrund. Das Katholische Familienwerk, die Katholische Frauenbewegung und der Katholische Akademikerverband sind mit weiteren rund 500 Veranstaltungen pro Jahr wichtige Säulen der Kärntner Erwachsenenbildungslandschaft. Darüber hinaus organisiert das Bildungshaus Sodalitas in Tainach/Tinje jährlich rund 550 Veranstaltungen mit theologischen und pastoralen Schwerpunkten sowie Exerzitien in beiden Landessprachen. Die „jungeKirche“ Kärnten bietet ein umfangreiches Angebot in der Kinder- und Jugendarbeit an.
Medizinische Betreuung auf Basis des christlichen Menschenbildes
In den zwei Ordensspitälern der Diözese Gurk, dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in St. Veit/Glan und dem Elisabethinen-Krankenhaus in Klagenfurt, erfahren jährlich rund 18.500 PatientInnen stationär und 51.000 ambulant medizinische Betreuung auf hohem Niveau, menschliche Zuwendung und Fürsorge auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes.
Vielfältige Hilfe für Menschen, die es brauchen
Die Caritas Kärnten ist für Menschen in Not und Krisen da: Sie hilft vielfältig, über Sozial- und Lebensberatungsstellen sowie die TelefonSeelsorge. Die Caritas wirkt umfangreich, etwa mit ihrer Wohnungslosenhilfe, der Notschlafstelle, der Sozialrechtsberatung, der Lebensmittelausgabe LEA, der Katastrophenhilfe im In- und im Ausland, der Männer- und Suchtberatung, Gewaltprävention, der Hilfe in Fragen rund um Asyl und Integration und der Auslandshilfe. Außerdem steht sie mit den Caritas-Läden „carlas“, mit Beschäftigungsprojekten und in weiteren Arbeitsbereichen Menschen in unterschiedlichsten Notlagen zur Seite. Darüber hinaus leitet die Caritas zwölf Pflegewohnhäuser und zehn Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Sie ist überdies in der mobilen Betreuung und Pflege aktiv und bietet auch einen mobilen Hospiz- und Besuchsdienst.
Pfarren als Orte des musikalischen und kulturellen Lebens
In den 336 Kärntner Pfarren sorgen 142 Kirchenchöre mit rund 2.400 SängerInnen, 75 Kinder- und Jugendchöre mit rund 900 Mitgliedern, 174 KantorInnen und 178 OrganistInnen für die musikalische Gestaltung der Gottesdienste jeden Sonn- und Feiertag. Dazu kommen die Beiträge von Singgemeinschaften, Musikkapellen, Volks- und Musikschulen und vielen Einzelpersonen, die sich musikalisch bei den Gottesdiensten engagieren. Vor allem im Sommer sind Kärntner Kirchen Schauplätze kultureller Höhepunkte. Zeugnis davon geben z. B. die weit über die Grenzen Kärntens hinaus renommierten Musikfestivals in Ossiach, Villach-St. Jakob, Millstatt, Viktring oder St. Paul im Lavanttal. Als Kathedralkirche des Bischofs kommt dem Dom zu Klagenfurt eine besondere Bedeutung zu – nicht nur liturgisch, sondern auch kirchenmusikalisch. Exemplarisch dafür stehen der seit mehr als 160 Jahren bestehende Domchor der Dommusik Klagenfurt, die große Mathis-Orgel, die neue Marienorgel und das Festival „Musica Sacra“.