Organisation

Pressestelle

Bischof Marketz: Mission beginnt im eigenen Leben

Hl. Messe anlässlich des 100. Weltmissions-Sonntags im Klagenfurter Dom

Gottesdienst mit Bischof Marketz anlässlich des 100. Sonntags der Weltmission im Klagenfurter Dom; Fotocredit: Dompfarre Klagenfurt
Gottesdienst mit Bischof Marketz anlässlich des 100. Sonntags der Weltmission im Klagenfurter Dom; Fotocredit: Dompfarre Klagenfurt

Klagenfurt, 19.10.26 (pgk). "Christliche Mission beginnt im Alltag und wird durch das eigene Handeln glaubwürdig", betonte Diözesanbischof Dr. Josef Marketz gestern in seiner Predigt zum Weltmissions-Sonntag im Klagenfurter Dom. Christen seien aufgerufen, ihren Glauben nicht nur mit Worten zu verkünden, "sondern vor allem durch ihren Umgang mit anderen Menschen Zeugnis von Gottes Liebe zu geben", sagte der Kärntner Bischof. Der Glaube sei keine Flucht aus der Welt, sondern vielmehr "ein Auftrag, diese im Geist Christi mitzugestalten". Christen sollten Verantwortung für die Gesellschaft übernehmen. Zugleich gelte: "Keine politische Macht, keine Ideologie, kein wirtschaftliches Interesse darf den Anspruch erheben, über alles zu bestimmen."
Mission bedeute nicht in erster Linie, anderen Menschen etwas über Gott zu erzählen, sondern die eigene Glaubenserfahrung mit ihnen zu teilen. "Manchmal ist es besser, man sagt gar nichts, verkündet aber trotzdem", sagte der Bischof. Entscheidend sei, dass die Botschaft im Leben sichtbar werde. "Worte allein reichen nicht. Wir können von Gottes Liebe sprechen, aber wenn wir lieblos miteinander umgehen, werden unsere Worte unglaubwürdig."
Mission beginne deshalb im unmittelbaren Lebensumfeld - in Familien, Pfarren, am Arbeitsplatz und in der Nachbarschaft. Sie zeige sich beispielsweise auch darin, "anderen zuzuhören, Einsamen Zeit zu schenken, Ausgrenzung entgegenzutreten und sich für andere einzusetzen", so Bischof Marketz.
In seiner Predigt rief der Kärntner Bischof auch dazu auf, "Gottes Gegenwart nicht auf Kirchen, Traditionen und vertraute religiöse Ausdrucksformen zu beschränken". Gott würde vor allem auch dort wirken, "wo Menschen sich für Gerechtigkeit einsetzen, Frieden stiften, Leid lindern und die Würde anderer verteidigen".
Mission sei keine Einbahnstraße. "Christen können anderen von ihrem Glauben erzählen und zugleich von ihnen lernen", sagte Bischof Marketz und verwies in diesem Zusammenhang auf Priester aus Afrika und Asien, die in Österreich tätig sind und sich selbst als Missionare verstehen würden. Auch sei die Kirche nicht für sich selbst da, sondern gesandt, Menschen zu vermitteln, dass sie von Gott geliebt seien und Würde besäßen. Entscheidend sei, ob Christen Hoffnung verbreiteten, Brücken bauten, teilten, vergäben und für andere einträten. "So wird im Alltag etwas von einem Gott sichtbar, dessen Liebe allen Menschen gilt", so der Kärntner Bischof.

Bischof Marketz feierte den Festgottesdienst anlässlich des 100. Weltmissions-Sonntages im Klagenfurter Dom gemeinsam mit Domdekan Dompfarrer Dr. Peter Allmaier und Provisor Kan. Dr. Sylvère Buzingo, MA, Diözesandirektor für die Päpstlichen Missionswerke (Missio). Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst, der auch via Livestream übertragen wurde, von der Dommusik Klagenfurt (Leitung: Domkapellmeister Thomas Wasserfaller) mit der „Misa Criolla“ des argentinischen Komponisten Ariel Ramírez, die zu den bekanntesten geistlichen Werken Lateinamerikas zählt. Außerdem gestalteten Missionsschwestern vom Kostbaren Blut aus dem Kloster Wernberg die hl. Messe mit Trommeln rhythmisch mit. Bei der anschließenden Agape am Domplatz wurden Schokopralinen und Chips aus fairem Handel verkauft. Der Reinerlös kommt Kindern und Jugendlichen in Ägypten zugute.