Bischof Marketz: LektorInnen sind nicht nur Lesende, sondern auch Ausführende des Wortes Gottes
Beauftragung von sieben neuen Ständigen Lektorinnen und Lektoren in Feldkirchen
Klagenfurt, 24. 1. 26 (pgk). Als „besonderen Moment, der in Österreich nach wie vor einmalig ist“, hat Diözesanbischof Dr. Josef Marketz gestern Abend die Beauftragung von vier Frauen und drei Männern als Ständige Lektorinnen und Lektoren bezeichnet. „Wir sind hier versammelt, um weitere Schwestern und Brüder nicht als Vorstufe auf das Priesteramt, sondern als eigenständige Ausfaltung ihrer Taufwürde feierlich zum LektorInnendienst zu beauftragen“, sagte der Kärntner Bischof bei der Wortgottesfeier in der Stadtpfarrkirche „Maria Dorn“ in Feldkirchen. Dieser Dienst bringe „eine tiefe Verantwortung, aber auch eine große Ehre mit sich“. So würden Ständige Lektorinnen und Lektoren das Wort Gottes verkünden, seien dabei aber „nicht nur Lesende, sondern auch Ausführende des Wortes“. Das Wort Gottes sei „nicht nur ein Text, sondern ein lebendiges Wort, das in den Herzen der Menschen wirken möchte“. Im Dienst der Ständigen Lektorinnen und Lektoren gehe es, so der Kärntner Bischof, „vor allem darum, das Wort Gottes so zu verkünden, dass es den Hörenden die Möglichkeit gibt, Gott besser zu erkennen und in ihrem Leben zu erfahren“. Dies gelte nicht nur bei den Gottesdiensten, sondern auch in alltäglichen Begegnungen. „Eure Worte sind Instrumente der Heilung, der Ermahnung und der Ermutigung“, sagte der Kärntner Bischof zu den neu Beauftragten. „Seid mutig und treu in Eurem Dienst. Möge der Heilige Geist euch immer begleiten, wenn ihr das Wort Gottes verkündet. Möge euer Herz brennen für das Wort, das ihr sprecht, und möge es in den Herzen der Menschen lebendig werden“, so Bischof Marketz.
Die Wortgottesfeier mit Bischof Marketz bildete den feierlichen Abschluss des in Modulen durchgeführten Ausbildungskurses für Ständige Lektorinnen und Lektoren (Leitung: Mag. Klaus Einspieler, Leiter der Stabsstelle für Bibel und Liturgie). Die neuen Ständigen Lektorinnen und Lektoren der Diözese Gurk sind (in alphabetischer Reihenfolge): Maria Theresia Adunka (Pfarre St. Stefan-Finkenstein/Bekštanj), Monika Dreger (Pfarre Villach-St. Nikolai), Andreas Fugger (Pfarre Radweg), Michael Johann Glinik (Pfarre Sittersdorf/Žitara vas), Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Kröll (Krankenhausseelsorge Elisabethinen Klagenfurt), Prof. Mag. Maria Perne (Pfarre Gallizien/Galicija) und Ursula Urank (Pfarre Gallizien/Galicija).
Bei der Feier in Feldkirchen wurden den sieben neuen Lektorinnen und Lektoren vom jeweils zuständigen Pfarrer das liturgische Gewand, die Albe, übergeben. Musikalisch umrahmt wurde die Wortgottesfeier vom FeldKirchenchor (Leitung: Gisela Gsodam).
Derzeit üben in der Diözese Gurk insgesamt 22 Frauen und Männer diesen liturgischen Dienst aus. Das Ständige Lektorat für männliche und weibliche Laien wurde, ebenso wie das Akolythat für männliche und weibliche Laien, 2021 von Papst Franziskus durch eine Änderung im Kirchenrecht ermöglicht. Die Diözese Gurk hat 2024 als erste Diözese Österreichs die liturgischen Dienste des Ständigen Lektorats und des Akolythats eingeführt. Im Mai 2024 wurden von Bischof Marketz die ersten elf Frauen und drei Männer als Ständige Lektorinnen und Lektoren beauftragt. Eine Ständige Lektorin und ein Ständiger Lektor erhielten im Jänner 2025 von Papst Franziskus in Rom die Beauftragung.
Der Ausdruck „Ständiger Lektor“ verdeutlicht, dass diese Person auf Dauer mit der Aufgabe, in der Liturgie die biblischen Lesungen vorzutragen, betraut ist. Ständige Lektorinnen und Lektoren sind auch außerhalb der Liturgie das Gesicht, das man in der Pfarre mit dem Wort Gottes verbindet. Ihnen sind folgende liturgische Dienste zugeordnet: Lektoren ohne Beauftragung, Vorbeter, Wortgottesdienstleiter und Leiter von Segensfeiern. Sie sollen von Ständigen Lektoren nicht verdrängt werden – im Gegenteil: Sie nehmen diese Aufgaben als eine/einer unter vielen wahr. Die Arbeitsbereiche der Ständigen Lektoren umfassen die in den liturgischen Büchern festgelegten Aufgaben (z. B. Vortrag der Schrifttexte), die Aufgaben der Leiterin/des Leiters von Wortgottesdiensten und Segensfeiern mit Predigterlaubnis, Verbreitung und Vertiefung des Wortes Gottes in der Pfarre, etwa bei Bibelgesprächen und religiöser Bildung, Suche nach Lektoren sowie Sorge um deren Einweisung, Koordination und Weiterbildung, die Pflege der Vielfalt liturgischer Feierformen (z. B. Tagzeitenliturgie, Wort-Gottes-Feiern, Segensfeiern, Andachten), Erschließung liturgischer Handlungsfelder auch außerhalb des Kirchenraums, etwa durch geistliche Impulse bei Veranstaltungen von Vereinen oder Andachten auf Berggipfeln sowie die Koordination der Vorbeter und Wortgottesdienstleiter der Pfarre. Sinnvoll ist ebenso die Mitarbeit im Pfarrgemeinderat als Grundbeauftragte/Grundbeauftragter für Verkündigung oder Liturgie. Die konkreten Tätigkeitsfelder in der Pfarre sind in einem umfassenden Gespräch mit dem jeweiligen Pfarrer im Vorfeld der Beauftragungsfeier festgelegt worden.