Bischof Marketz leitete 72. Marienschiffsprozession auf dem Wörthersee - Bischof Glettler: Mariä Himmelfahrt ist “antidepressives Fest der Entlastung”
Klagenfurt, 16. 8. 26 (pgk). Die Gottesmutter Maria als Quelle von Hoffnung und Vertrauen hat der Innsbrucker Diözesanbischof Dr. Hermann Glettler gestern Abend in den Mittelpunkt seiner Kurzansprachen im Rahmen der von Diözesanbischof Dr. Josef Marketz geleiteten Marienschiffsprozession auf dem Wörthersee gestellt. Mariä Himmelfahrt sei ein „antidepressives Fest der Entlastung von allem, was Menschen hinunterzieht, was sie bedrückt und bedrängt – die vielen Zumutungen des Lebens und die vielen Ängste“, betonte der Innsbrucker Bischof. Maria wisse um diese „unzähligen Momente der Hoffnungslosigkeit“ in der aktuellen Zeit. „Sie hält diese Momente mit uns aus, sie bewahrt uns davor, alles hinzuschmeißen, gleichgültig oder aggressiv und hart zu werden“, sagte Bischof Glettler. Mit Maria könne man sich, so der Innsbrucker Bischof, von aller Resignation und Gleichgültigkeit zum Trotz von Gott aufrichten lassen zu echter Menschlichkeit.
Bischof Glettler warnte bei der nächtlichen Schiffsprozession auch vor dem Errichten von Feindbildern in der Gesellschaft. „Entfeinden wir doch unser Denken, Sprechen und Tun“, rief der Innsbrucker Bischof auf. Es sei eine „Herzens-Hygiene“ vonnöten, „dass wir nicht die Menschen um uns herum, die Fremden, die Andersgläubigen, die sozial Schwachen zu Feinden erklären“, betonte der Innsbrucker Bischof.
Gegen die „Volkskrankheit der Vereinsamung“ rief Bischof Glettler dazu auf, Maria als Vorbild für eine „Wallfahrt zum Nächsten“ zu nehmen. Auch dürfe Leben nicht nach einem rein oberflächlichen Nutzen oder ökonomischen Wert bemessen werden.
Neben den Bischöfen Marketz und Glettler begleiteten Domdekan Dompfarrer Dr. Peter Allmaier (Klagenfurt-Dom) und Pfarrer Kons. Rat Mag. Josef Allmaier (Berg im Drautal) die Schiffe. Musikalisch gestaltet wurde die Schiffsprozession am Marienschiff vom Chor- und Bläserensemble der Dommusik (Leitung: Domkapellmeister Thomas Wasserfaller) sowie von einem Quartett der Kärntner aus Maria Wörth am Begleitschiff. Die Marienschiffsprozession, organisiert von Mag. Iris Binder vom Referat für Stadtpastoral, wurde auch heuer wieder von einem vielfältigen Programm an den Anlegestellen in Klagenfurt, Krumpendorf, Pörtschach, Velden und Maria Wörth umrahmt, an dem tausende Besucherinnen und Besucher teilnahmen. Den feierlichen Höhepunkt bildete in Maria Wörth die Erneuerung der Weihe an die Gottesmutter.