Bischof Marketz bei Palmsonntagsliturgie: Christlicher Glaube folgt nicht Logik der Machtpolitik
Klagenfurt, 29. 3. 26 (pgk). Auf die Aktualität des Palmsonntags angesichts der zahlreichen Konflikte und kriegerischen Auseinandersetzungen weltweit hat Diözesanbischof Dr. Josef Marketz heute bei der Palmsonntagsliturgie am Klagenfurter Domplatz hingewiesen. Wie zu Zeiten Jesu würden sich Menschen auch heute nach einem Erlöser, nach Klarheit, nach Lösungen und Sicherheit sehnen. „Politische Situationen erscheinen oft unübersichtlich, Polarisierungen nehmen zu, Worte werden schärfer, Kompromisse seltener“, so Bischof Marketz. Damals wie heute liege die Versuchung nahe, auf Stärke, Durchsetzung und einfache Antworten zu setzen. Doch Jesus Christus entziehe sich vorbildhaft genau dieser Logik: „Sein Weg führt nicht zur Machtdemonstration, sondern in die Hingabe“, so der Kärntner Bischof.
Die Karwoche sei keine „fromme Erinnerung an vergangene Ereignisse“, sondern vielmehr ein Spiegel, der uns zeige, „wie schnell auch wir Teil von negativen Dynamiken werden können und mitlaufen, mitrufen und urteilen ohne zu verstehen“. Nur wenige Tage nach dem Einzug in Jerusalem habe dieselbe Menge, die Jesus am Palmsonntag noch mit „Hosanna“ begrüßt hatte, seinen Tod am Kreuz gefordert. „Der Jubel kippt. Die Stimmung dreht. So erleben wir manchmal auch unsere Gesellschaft und auch die Kirche. Wahrheit wird nicht mehr gesucht, sondern überstimmt", so Bischof Marketz.
Christlicher Glaube folge jedoch einer anderen Logik als Machtpolitik, erinnerte der Kärntner Bischof an das Beispiel Jesu: „In einer Welt, die Gewalt nicht scheut, antwortet er mit Gewaltlosigkeit.“ In diesem Zusammenhang ermutigte Bischof Marketz dazu, „nicht vorschnell in die Logik unserer Zeit einzustimmen, sondern innezuhalten, nicht sofort zu urteilen, sondern zu hören, und nicht nur Position zu beziehen, sondern Verantwortung zu übernehmen“.
Musikalisch gestaltet wurde die Palmsonntagsliturgie am Klagenfurter Domplatz von einem Bläserensemble der Klagenfurter Dommusik (Leitung: Domkapellmeister Thomas Wasserfaller).