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Bischof Marketz bei hl. Messe zum „Sonntag der Völker“ im Klagenfurter Dom: Anderssprachige Gläubige sollen „Brücken“ sein

Klagenfurt, 28. 9. 26 (pgk). Anderssprachige Gläubige können nach den Worten von Diözesanbischof Dr. Josef Marketz eine wichtige Rolle im Miteinander verschiedener Kulturen spielen. Beim „Sonntag der Völker“ im Klagenfurter Dom rief der Kärntner Bischof gestern Vormittag dazu auf, die eigene Sprache, Kultur und religiöse Tradition zu bewahren, zugleich aber keine Abgrenzung zu anderen aufzubauen. „Seid Brücken“, sagte Bischof Marketz in einer auf Kroatisch gehaltenen Predigtpassage. Auf Deutsch appellierte er: „Seid Menschen, die verbinden, Menschen des Friedens und Menschen der Hoffnung.“
Menschen aus vielen Ländern kämen beim „Sonntag der Völker“ zusammen und brächten unterschiedliche Sprachen, Gewohnheiten, Kulturen und Erfahrungen mit, so Bischof Marketz. Gemeinsam sei ihnen der Glaube an Jesus Christus. Dieser solle auch im Alltag sichtbar werden, „in unserer Geduld, in unserer Bereitschaft zu helfen, in unserem Umgang miteinander“. Zugleich sagte der Kärntner Bischof: „Darum dürfen wir heute dankbar sein für unsere Vielfalt.“
Allerdings sei es nicht immer einfach, Vielfalt zu leben. „Manchmal verstehen wir einander nicht. Manchmal gibt es Vorurteile oder Verletzungen“, sagte Bischof Marketz. Zugleich ermutigte er dazu, solche Erfahrungen nicht zur Abgrenzung werden zu lassen. „Nicht trotz unserer Unterschiede sind wir eine Gemeinschaft, sondern wir dürfen gerade mit unseren unterschiedlichen Geschichten gemeinsam zu Gott kommen“, sagte der Kärntner Bischof. Es gebe „viele Länder, viele Sprachen, viele Lebensgeschichten - aber ein Vater und eine große Familie“. Der „Weinberg Gottes“ sei „groß genug für uns alle“.
Auf Kroatisch betonte Bischof Marketz, dass die kroatische Sprache, der Glaube, Bräuche und Wurzeln „ein großer Reichtum“ seien. Zugleich dürfe der Glaube „nicht nur eine schöne Tradition bleiben“, sondern müsse sich im Familienleben, in Beziehungen und im Umgang mit anderen Menschen zeigen. Stolz auf die eigenen kroatischen Wurzeln zu sein, dürfe nicht bedeuten, „Mauern zu anderen“ zu bauen. Stattdessen sollten die Gläubigen Brücken sein. Ihre Kinder sollten von ihnen nicht nur Sprache und Bräuche lernen, sondern auch, „wie man vergibt, wie man hilft und wie man den Nächsten liebt“. Abschlussappell des Kärntner Bischofs: „Bewahrt eure Wurzeln, bewahrt euren Glauben - aber öffnet eure Herzen.“

Der diesjährige „Sonntag der Völker“ fiel mit dem 112. Welttag der Migranten und Flüchtlinge zusammen. In Österreich wurde der kirchliche Gedenktag in den Domkirchen und zahlreichen Pfarren mit mehrsprachigen Gottesdiensten und unter Beteiligung anderssprachiger Gemeinden begangen. Das diesjährige Motto des von Papst Leo XIV. ausgerufenen Welttags lautete „Auch nur eines von diesen Kindern“ und richtete den Blick besonders auf minderjährige Migranten und Flüchtlinge.