Bischof Marketz bei Fronleichnamsfeier der Klagenfurter Stadtpfarren: Informationen überall verfügbar, aber Orientierung scheint oft zu fehlen
Klagenfurt, 5. 6. 26 (pgk). Die Menschen erlebten die jetzige Zeit als „schnell, unsicher und vielerorts von einem ungesunden Individualismus geprägt“, sagte Diözesanbischof Dr. Josef Marketz gestern in seiner Predigt bei der Fronleichnamsfeier der Klagenfurter Stadtpfarren am Klagenfurter Domplatz mit anschließender Prozession durch die Innenstadt bis zum Landhaushof. Der technische Fortschritt verbinde die Menschen, und doch fühlten sich viele einsam. „Informationen sind überall verfügbar, aber Orientierung scheint so oft zu fehlen“, sagte der Kärntner Bischof. So stellten sich viele heute die Frage, wo Gott in der Gegenwart zu finden sei, die Sorgen um steigende Lebenshaltungskosten und Arbeitsplätze präge und die Frage aufwerfe, „wie Zusammenhalt gelingen kann, wenn Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion zusammenleben“.
Fronleichnam habe aber eine klare Botschaft: „Gott hat sich nicht zurückgezogen. Er ist da. Er bleibt gegenwärtig.“ Die Eucharistie sei das Sakrament der Einheit, so Marketz. „Aus vielen Menschen wird ein Leib Christi. Gott verbindet Menschen nicht, weil sie gleich sind, sondern weil sie alle von ihm geliebt sind.“ Die Fronleichnamsprozession sei ein „öffentliches Glaubensbekenntnis“: „Wir zeigen damit, dass wirtschaftlicher Erfolg, politische Entscheidungen und gesellschaftlicher Fortschritt allein nicht genügen. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Er braucht auch Sinn, Hoffnung und die Erfahrung, von Gott getragen zu sein“, so Bischof Marketz.
Musikalisch gestaltet wurde die Fronleichnamsfeier der Klagenfurter Stadtpfarren vom Domchor und dem Bläserensemble der Dommusik Klagenfurt (Leitung: Domkapellmeister Thomas Wasserfaller) mit der „Fronleichnamsmesse“ von Thomas Modrej.