„Paradies am Dom“ im Rahmen des „Kärntner Landesbaupreises 2026“ ausgezeichnet
Dompfarrer Allmaier: Würdevoller Erinnerungsort mit nachhaltigem Mehrwert für die ganze Stadt
Klagenfurt, 3. 7. 26 (pgk). Besondere Wertschätzung für kirchliches Bauen in Kärnten: Der Bio-Urnenfriedhof „Paradies am Dom“ der Klagenfurter Dompfarre wurde gestern Donnerstag mit einer Anerkennung im Rahmen des Kärntner „Landesbaupreises 2026“ ausgezeichnet. Insgesamt wurden dieses Jahr für den Landesbaupreis, der vom Land Kärnten und dem Architektur Haus Kärnten vergeben wird, 24 Projekte eingereicht, vier davon wurden prämiert.
Den Anerkennungspreis für das „Paradies am Dom“ nahmen die Klagenfurter Architekten DI Barbara Abel und DI Christoph Abel, Landschaftsarchitektin Karin Walch sowie stellvertretend für die Klagenfurter Dompfarre die Pfarrgemeinderäte Mag. Konrad Burger-Scheidlin, Mag. Helge Kraschl und Mag. Roswitha Widowitz aus den Händen von Landeshauptmannstellvertreterin Kulturreferentin Dr. Gaby Schaunig entgegen.
Die Fachjury würdigte das „Paradies am Dom“ in ihrer Begründung als einen „besonderen Ort der Bestattungskultur“, der „ohne den Aufwand privater Grabpflege ein würdevolles Gedenken in direkter Nachbarschaft zum Dom und zum urbanen Alltag ermöglicht“. Dieses Projekt zeige „eindrucksvoll, wie Architektur den Themen Abschied und Trauer mitten im Alltag Raum gibt“. Die Jury betonte außerdem „das gelungene Zusammenspiel von Gemeinschaft und Abschied“.
Für Domdekan Dompfarrer Dr. Peter Allmaier, der das Projekt „Paradies am Dom“ gemeinsam mit Projektleiter Dr. Erich Oberndorfer initiierte und umsetzte, ist der Anerkennungspreis „eine besondere Freude und Ehre“. Diese Auszeichnung zeige, so Dompfarrer Allmaier, „dass wir als Dompfarre mit diesem würdevollen Erinnerungsort nicht nur eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe erfüllen, sondern durch die architektonische und landschaftliche Qualität auch einen nachhaltigen Mehrwert für die ganze Stadt geschaffen haben“. So sei der Bio-Urnenfriedhof „nicht nur ein Ort des Gedenkens, sondern auch eine Oase des Verweilens, eine stille Mitte innerhalb der Stadt“, betont der Klagenfurter Dompfarrer.
Das „Paradies am Dom“, im Hemmahof nördlich der Domkirche gelegen, wurde von 2022 bis 2024 vom Klagenfurter Architekturbüro „Abel und Abel“ in enger Zusammenarbeit von Diözese Gurk, Dompfarre Klagenfurt, Land Kärnten, Stadt Klagenfurt und Bundesdenkmalamt umgesetzt. Für Verwaltung und Pflege des Bio-Urnenfriedhofs zeichnet die Dompfarre Klagenfurt als Alleineigentümerin der Liegenschaft verantwortlich.
Auf 600 m2 finden bis zu 800 voll kompostierbare Bio-Urnen in der Wiese des neu angelegten Gartens Platz. Die sichtbare Erinnerung an die Verstorbenen erfolgt auf kleinen Metalltafeln mit Vor- und Nachnamen sowie Geburts- und Sterbedatum sowie auf der Website www.paradiesamdom.at. Angebracht werden die Metalltafeln auf einem Gitter, das die Abgrenzung zwischen dem Durchgang von der Domgasse zur Kirche und zum Hemmahof bildet.
Der Kärntner Landesbaupreis wird vom Land Kärnten und dem Architektur Haus Kärnten an „herausragende Bauprojekte“ vergeben. „Seit 1992 würdigt der Preis außergewöhnliche Leistungen im Bereich der Baukultur und zeichnet Bauwerke aus, die durch hohe architektonische Qualität, städtebauliche Einbindung, Funktionalität sowie ökologische und ressourcenschonende Bauweisen überzeugen“, heißt es in der Ausschreibung des Landesbaupreises. Die prämierten Projekte werden im Rahmen einer Ausstellung präsentiert und in die Wanderausstellung „Kärntens Beste Bauten“ aufgenommen.