Barbara und Nikolaus: Zwei Heilige des Advents

Klagenfurt, 3. 12. 15 (pgk). Die Adventszeit ist mit vielfältigem Brauchtum verbunden und eine Zeit, in der einiger Heiliger in besonderer Weise gedacht wird. Mit den Heiligen Barbara und Nikolaus, die in ihrem Leben dem Glauben besonders deutlich Ausdruck verliehen haben, stehen zwei Heilige im Mittelpunkt, die sich auch heute durch ihre Lebensgeschichten und religiös motiviertes Brauchtum bei vielen Menschen großer Beliebtheit erfreuen.
Der 4. Dezember ist der Gedenktag der heiligen Barbara, die unter anderem als Schutzpatronin des Bergbaus gilt. In Kärnten sind vier Kapellen der hl. Barbara geweiht, nämlich die Barbarakapelle in der Pfarre Hüttenberg, die Barbarakapelle in der Pfarre Lölling, die Kapelle im Schloss Rothenthurn bei Spittal/Drau und die Barbarakapelle in der Klagenfurter Domkirche. Die Legende besagt, dass die hl. Barbara die Tochter eines reichen heidnischen Kaufmanns aus Nikomedien (heute Izmit, östlich von Istanbul) war und von ihm, weil sie sich gegen seinen Willen taufen ließ, in einem Turm gefangen gehalten wurde. Auf dem Weg dorthin verfing sich ein Kirschzweig in ihrem Kleid. Den stellte Barbara in einen kleinen Krug, und er blühte an dem Tag auf, als sie hingerichtet werden sollte. Noch heute ist es daher am Gedenktag der heiligen Barbara vielerorts Brauch, Kirschzweige zu schneiden und in einer Vase mit Wasser ins Haus zu stellen. Wenn die Zweige bis Weihnachten blühen, wird das als gutes Zeichen für die Zukunft gewertet. Sie stehen symbolisch auch für das neue Leben, das die Geburt des Erlösers gebracht hat. Dargestellt wird die Heilige meistens mit einem Turm. Als eine der 14 Nothelfer wird Barbara besonders zum Schutz vor jähem Tod und als Beistand der Sterbenden angerufen. Die hl. Barbara wird auch als Schutzpatronin des Bergbaues verehrt. Knappen erhielten früher am Barbara-Tag das so genannte „Barbara-Brot“. Das Anzünden eines „Barbaralichtes“ sollte vor dem Tod im Bergwerk schützen.
Am 6. Dezember gedenkt die Katholische Kirche des hl. Nikolaus, der ebenfalls zu den 14 Nothelfern zählt und Patron unzähliger Kirchen, Bruderschaften, Berufe und Stände ist. In der Diözese Gurk sind 45 Kirchen und Kapellen, darunter zum Beispiel die Stadtpfarrkirche Villach-St. Nikolai, die Pfarrkirche in Radenthein und die Pfarrkirche in Straßburg, dem hl. Nikolaus geweiht. Der hl. Nikolaus, eine der bekanntesten und vor allem bei Kindern beliebtesten Heiligengestalten der Vorweihnachtszeit, gilt als Patron der Kinder, als Helfer und Gabenbringer. Rund 3.000 Nikoläuse sind jährlich in den Kärntner Pfarren unterwegs, um Kinder zu besuchen und ihnen kleine Gaben mitzubringen. Nikolaus lebte im vierten Jahrhundert und war Bischof in der Stadt Myra in Kleinasien, an der Südwestküste der heutigen Türkei. Seine Reliquien werden in der süditalienischen Stadt Bari aufbewahrt und verehrt. Die Verehrung des hl. Nikolaus war von Beginn an von der Erinnerung an seine Güte bestimmt. Schon im sechsten Jahrhundert wurde der hl. Nikolaus zu einem der berühmtesten und volkstümlichsten Heiligen des griechischen sowie des gesamten byzantinischen Reiches. Rasch verbreitete sich die Verehrung in der ganzen griechischen Kirche und in den slawischen Ländern, ab dem 11. Jahrhundert auch in Mittel- und Westeuropa. Zahlreiche Legenden, die allerdings nachweislich zum Teil auch anderen Persönlichkeiten gleichen Namens aus dem 6. Jahrhundert entlehnt sind, halten das Andenken an den Bischof von Myra lebendig.