Alter Lobpreis neu vertont: Diözesen Gurk und Graz-Seckau laden im Franziskus-Jahr zur musikalischen Neu-Interpretation des „Sonnengesangs“ von Franz von Assisi
Musikwettbewerb "Voices for the Earth" gestartet - Abschlussveranstaltung und Prämierung am 3. Oktober in Krumpendorf
Klagenfurt, 27. 1. 26 (pgk). Im diesjährigen „Franziskus-Jahr“ – die Katholische Kirche feiert 2026 den 800. Todestag des bekannten Heiligen Franz von Assisi (1181–1226) – lädt die Diözese Gurk gemeinsam mit der Diözese Graz-Seckau Musikschaffende im Rahmen eines Wettbewerbes dazu ein, den berühmten Sonnengesang („Cantico delle Creature“) von Franz von Assisi musikalisch in die heutige Zeit zu übersetzen. Der Musikwettbewerb mit dem Titel „Voices for the Earth – Der Sonnengesang neu interpretiert“ richtet sich an Musikschaffende aus Kärnten und der Steiermark. Zur Wahl stehen zwei Kategorien, nämlich „Offene Kategorie“ und „Religiöses Lied“. Die Stilrichtung innerhalb der Kategorien ist frei wählbar, von Klassik über Pop, Gospel, Jazz, Rock, Folk bis hin zu World Music. Eine Fachjury mit VertreterInnen aus den Bereichen Musik, Kirche und Kultur wie z. B. die Kärntner Theaterpädagogin und diplomierte Singer-Songwriterin Johanna Smyrek oder der Grazer Kirchenmusikreferent Michael Schadler wird die eingereichten Werke sichten und bewerten. Die Erstplatzierten der beiden Kategorien gewinnen jeweils eine professionelle Tonstudio-Aufnahme. Auf die Nächstplatzierten warten Sachpreise. Die Abschlussveranstaltung mit der Prämierung der PreisträgerInnen findet genau am 800. Todestag des hl. Franz von Assisi am Samstag, dem 3. Oktober, in der Christkönigkirche in Krumpendorf statt.
Initiiert wurde der Musikwettbewerb „Voices for the Earth – Der Sonnengesang neu interpretiert“ vom Referat für Schöpfungsverantwortung der Diözese Gurk unter der Leitung von Mag. Harald Jost in Zusammenarbeit mit der Umweltbeauftragten der Diözese Graz-Seckau, Mag. Eva Heidlmair. „Der Sonnengesang des hl. Franz von Assisi ist eines der großen spirituellen Werke der Weltliteratur – ein Lied der Dankbarkeit und der Verbundenheit mit der Schöpfung, dessen inhaltliche Aktualität ungebrochen ist“, sagt Harald Jost. So beschreibe der berühmte Text „universale Botschaften, die für den aktuellen gesellschaftlichen Diskurs wertvolle Impulse bereithalten, wie zum Beispiel, dass wir Menschen Teil der Natur, nicht deren Herrscher sind“. Das Gedicht sei „ein Aufruf zu Mitgefühl, Frieden und Versöhnung zwischen allen Menschen und drückt tiefen Respekt für alles Lebendige aus“. Der Musikwettbewerb lade dazu ein, „den Text in eine zeitgemäße musikalische Sprache zu bringen und so auch das Bewusstsein für Schöpfungsverantwortung, zivilgesellschaftliches Engagement für Umwelt- und Klimaschutz und den Einsatz für globalen Frieden und Gerechtigkeit zu stärken“.
Auch Mag. Hans-Peter Premur, Bischofsvikar für Schöpfungsverantwortung, Interreligiösen Dialog und Migration, Hochschulseelsorger und Pfarrer in Krumpendorf, verweist auf die Aktualität des Sonnengesangs. „Wir Menschen sind keine Einzelkinder der Schöpfung. Wir sind von einer bunten Schar von Geschwistern umgeben. Der Sonnengesang macht uns dies täglich bewusst“, sagt Bischofsvikar Premur. Spätestens seit der Umwelt-Enzyklika von Papst Franziskus aus dem Jahr 2015 sei „Laudato si“, so Premur, „mehr als nur ein romantischer Liedtext - es ist päpstlicher und spiritueller Auftrag“.