Stiftskirche Ossiach: Radioübertragung des Festgottesdienstes zur Eröffnung des „Carinthischen Sommers“ am 5. Juli
Klagenfurt, 30. 6. 26 (pgk). Besonderer Tag für die auch als Austragungsort des „Carinthischen Sommers“ weit über Kärnten hinaus bekannte Stiftspfarre Ossiach: Am Sonntag, dem 5. Juli, überträgt der ORF um 10 Uhr den Gottesdienst anlässlich der Eröffnung des diesjährigen „Carinthischen Sommers“ österreichweit im Programm der Regionalradios Ö2.
Die hl. Messe feiert Dechant Kons. Rat Mag. Erich Aichholzer, assistiert von Diakon Mag. Wolfgang Putzinger. Musikalisch gestaltet wird der Gottesdienst von Wolfgang Kogert, Orgelkurator des Carinthischen Sommers, dem Gesangsensemble „Company of Music“ (Ltg.: Johannes Hiemetsberger), Polina Winkler und Linnea Hurttia (Violinen) sowie Sebastian Stingl (Kontrabass). Zur Aufführung kommen die „Missa brevis in G-Dur, KV 140“ von Wolfgang Amadeus Mozart sowie zur Gabenbereitung das Offertorium „Lotus“, komponiert von der australisch-österreichischen Komponistin Tamara Friebel als Auftragswerk des Carinthischen Sommers.
Für Dechant Aichholzer ist das diesjährige Motto des Carinthischen Sommers „fern und nah“ gleichsam „auch wie geschaffen als Leitgedanke für diesen Radiogottesdienst“. Glaube und Musik würden Grenzen überschreiten und Menschen verbinden, „jene, die nahe, also in den Kirchenbänken in Ossiach mitfeiern, mit jenen, die in der Ferne über das Radio mit dabei sind“, so Dechant Aichholzer. „Glaube und Musik vereinen Menschen aber nicht nur in einer Gemeinschaft, sie bringen uns auch innerlich zur Ruhe“, betont der Ossiacher Stiftspfarrer. Dieses Aufatmen der Seele stehe auch im Mittelpunkt des Sonntagsevangeliums vom 5. Juli. „In einer Welt voller Leistungsdruck lädt uns die Liturgie dieses Sonntags ein, das Schwere abzulegen“, sagt Dechant Aichholzer und betont, dass diese Sehnsucht „auch musikalisch auf faszinierende Weise spürbar wird“. So erwarte die Mitfeiernden neben zeitloser Musik von Wolfgang Amadeus Mozart zur Gabenbereitung eine besondere Uraufführung. Das Auftragswerk ´Lotus´ von Tamara Friebel sei, so Aichholzer, „ein Symbol für das Leben, das sich aus der Tiefe emporhebt, um in der Leichtigkeit aufzublühen“.
Die Stiftskirche in Ossiach, vor allem auch als einer der Austragungsorte für den „Carinthischen Sommer“ über Kärnten hinaus bekannt, wurde Anfang des 11. Jahrhunderts zusammen mit dem ältesten Benediktinerkloster Kärntens über einem Vorgängerbau des 9. Jahrhunderts errichtet. Der Name Ossiach ist slawischen Ursprungs und bedeutet Schattseite. Das Kloster, dem Patriarch von Aquileia unterstellt, erlebte im Zuge seiner wechselhaften Geschichte im 15. und 16. Jahrhundert Verarmung und Niedergang, dem bis zur Klosteraufhebung 1783 ein Aufschwung folgte. Das Äußere der Kirche ist gekennzeichnet durch eine schlicht gestaltete Westfassade, einen mehrfach erhöhten Vierungsturm, ein Querhaus sowie einen dreiapsidalen Ostabschluss. Das Kircheninnere der dreischiffigen romanischen Pfeilerbasilika wurde großteils unter Abt Hermann Ludinger (1737-1744) in die heutige Gestalt mit der Einwölbung von Mittelschiff, Querhaus, Seitenschiffen sowie Chor gebracht und mit farbenfroher Stuckarbeit der Wessobrunner Stuckateure versehen. Im Kircheninnenraum, der im Jahr 2022 umfassend restauriert wurde, bestechen die barocken Wand- und Deckenmalereien von J. F. Fromiller (1741-1744). Die Deckenbilder des Mittelschiffes zeichnen sich mit der Himmelfahrt Mariä, der hl. Katharina in der Glorie und dem Gottvater vor Kuppelillusion besonders aus. Fromiller schuf in Ossiach auch die Seitenaltarbilder. Der Hochaltar aus dem letzten Viertel des 17. Jahrhunderts beinhaltet in der Mittelnische unter einem Kronenbaldachin eine klein proportionierte Madonnenstatue und die lebensgroßen Skulpturen der Heiligen Benedikt und Scholastika. In der so genannten Taufkapelle hat sich als bedeutendes Dokument der ehemals gotischen Ausstattung ein Flügelaltar aus der Villacher Werkstatt erhalten. Zudem sei noch auf die reiche Ausstattung der Stiftssäle mit Wand- und Deckenmalereien von Fromiller hingewiesen.