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11. Jänner, Fest der Taufe des Herrn: Radio- und Fernsehübertragung des Festgottesdienstes aus dem Gurker Dom

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Am Festtag der Taufe des Herrn überträgt der ORF in Radio und Fernsehen den Festgottesdienst aus dem Gurker Dom. Foto: Tamara Heilinger

Klagenfurt, 7. 1. 26 (pgk). Am Sonntag, dem 11. Jänner, dem Fest der Taufe des Herrn, überträgt der ORF von 10 bis 11 Uhr österreichweit im Programm der Regionalradios Ö2 sowie im Fernsehen auf ORF 3 den Gottesdienst aus dem Gurker Dom. Bischofsvikar Kan. Msgr. Mag. Gerhard Christoph Kalidz, Stiftspfarrer in Gurk, Provisor in St. Jakob ob Gurk und Zweinitz, Dechant des Dekanates Gurk, Mitglied der Bistums-Geschäftsführung, Ökonom des Gurker Domkapitels und Bischofsvikar für die Caritas und für Soziale Dienste, wird den Gottesdienst feiern. Musikalisch gestaltet wird die hl. Messe von der Familienmusik Aichern, der Bauernkapelle Isopp (Leitung: Prof. Gottfried Isopp) und der Volkschule Gurk. An der Orgel spielt Mag. Andrej Feinig.
Für Stiftspfarrer Kalidz ist es „eine große Freude, dass der ORF wieder in Gurk zu Gast sein wird, um einen Gottesdienst via Radio und Fernsehen aus dem Gurker Dom zu übertragen“. So sei die Stiftspfarre Gurk an diesem Sonntag „im gesamten deutschen Sprachraum vertreten“ und feiere den sonntäglichen Gottesdienst „mit einer großen Gemeinde vor Ort sowie via Radio und Fernsehen“. In seiner Predigt werde er, so der Gurker Stiftspfarrer, „gemeinsam mit den Kindern der Volksschule auf Johannes den Täufer blicken, der Jesus getauft hat und ein Zeuge dafür ist, dass das Leben in Gott ein wertvolles und beglückendes ist“. Er wünsche sich „von ganzem Herzen, mit diesem Gottesdienst viele Menschen erreichen zu können, besonders auch jene, die aufgrund Krankheit oder anderer Umstände den Sonntagsgottesdienst nicht in einer Kirche feiern“, so Kalidz.

Die heutige Pfarr- und Wallfahrtskirche sowie ehemalige Domkirche „Mariä Himmelfahrt“ ist ein weltweit bekanntes Schatzhaus christlicher Kunst und gilt als einer der schönsten Sakralbauten Europas. Mit dem dreischiffig basilikalen Raum, den drei Apsiden im Osten, dem mächtigen Querhaus und der massiven doppeltürmigen Westfassade zählt der Gurker Dom zu einer der bedeutendsten romanischen Kirchenbauten Österreichs und ist „geistliche Wiege“ der Diözese Gurk. Der Bau der monumentalen Bischofskirche wurde durch Bischof Roman I. (1131-1167) begonnen und um 1200 vollendet. Bereits 1174 wurden die Reliquien der hl. Hemma in die 100-säulige Krypta übertragen. Der von mittelalterlichen Kopfplastiken getragene Sarkophag wurde im 18. Jahrhundert versetzt und barock ummantelt. Ihr Grab ist heute Ziel zahlreicher Pilgerinnen und Pilger.
Das Südportal mit dem Tympanonrelief des segnenden Christus und die Figuralplastik an der Mittelapsis des Querhauses stammen aus dem 12. Jahrhundert. Das Äußere der Kirche hat trotz Veränderungen in der Barockzeit (17. Jahrhundert) weitestgehend sein authentisches Aussehen bewahrt. Im Westen betritt man die Kirche durch eine 1988 von Thomas Hoke geschaffene Metalltür und gelangt zunächst in die Vorhalle, die erst im 14. Jahrhundert an der Westseite geschlossen und mit Glasmalereien ausgestattet wurde. Die Nord- und Südwand der Vorhalle erhielt eine äußerst qualitätvolle Freskenausstattung (um 1340) mit einer Szenenfolge aus dem Alten und Neuen Testament. Den Höhepunkt dieses Vorraumes bildet das siebenfach abgestufte, ehemals farbig gefasste, vor 1200 geschaffene Gewändeportal, das reich mit Ornamentbändern ausgestattet ist und die kostbar mit figuralen Reliefs ausgestatteten Holztüren umrahmt. Über der Vorhalle zwischen den Türmen befindet sich die Westempore mit der Bischofskapelle, welche mit einem der umfangreichsten und kunsthistorisch bedeutendsten Wandmalereizyklen Europas am Übergang von der Spätromanik zur Frühgotik im sogenannten Zackenstil ausgestattet ist. Im monumentalen und basilikal abgestuften Innenraum wird das Mittelschiff von mächtigen Pfeilern getragen und von einem gotisierenden, erst 1591 eingezogenen Netzrippengewölbe abgeschlossen.
Die Ausstattung des Domes wird vom Barock bestimmt. Beherrschend ist dabei der die volle Höhe des Chorschlusses einnehmende vielfigurige Hochaltar (1625 – 1632) in Goldfassung mit der Hauptskulpturengruppe Himmelfahrt Mariä von Michael Hönel. Eine überragende Sonderstellung hat der vor die Kryptaabstufung gesetzte Kreuzaltar mit der meisterhaft komponierten Engelpietà (1740) aus Bleiguss von Georg Raphael Donner inne. Als plastische Dokumente der Gotik haben sich die sechs an den Wänden der Oberkirche angebrachten Reliefs aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts erhalten, die Szenen aus der Hemma-Legende schildern.
Aus der Fülle der weiteren kunsthistorisch bedeutsamen Ausstattung des Domes sei exemplarisch auch noch das mit rund 80 m² österreichweit größte Fastentuch aus dem Jahr 1458 erwähnt, das während der Fastenzeit vor dem Hochaltar im Dom hängt, die restliche Zeit über in der Dreifaltigkeitskapelle des ehemaligen Propsteigebäudes in der Schatzkammer Gurk präsentiert wird.
Die „Schatzkammer Gurk“ beherbergt in zehn Ausstellungsräumen rund 275 Exponate, die nach Epochen von der Romanik bis zum Barock gegliedert sind. Aufgrund des unvergleichlich reichen Bestandes an gotischen Objekten – die Gotik ist die beherrschende Kunstepoche in der Kärntner Kunstlandschaft – wie z. B. der Rangersdorfer Petrus- und Paulusaltar von 1422, die Kreuzigungstafel von Innernöring um 1460 – 1470, der Gewerkenaltar aus Flitschl bei Tarvis von 1516, mehrere gotische Madonnen und Heiligenskulpturen, kostbare gotische Glasmalereien etc. wurde eine zusätzliche inhaltliche Gruppierung vorgenommen. So sind die drei der Gotik gewidmeten Räume in die Themenbereiche Christi Geburt, Marienleben, Passion und Christusnachfolge bzw. Heilige untergliedert. Die stilistische Abfolge der weiteren Räume umfasst die Epochen der Romanik (mit dem bedeutenden Hölleiner Kruzifixus um 1180, der Magdalenenscheibe aus Weitensfeld um 1170 oder dem Gurker Tragaltar um 1200), der Renaissance und des Barock, wobei ein Teil des letzten Raumes der Volksfrömmigkeit und der Hemmaverehrung vorbehalten bleibt.