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„100 Jahre Nedelja“ und „120 Jahre Sodalitas“: Bischof Marketz dankt für Weitertragen des christlichen Glaubens und der slowenischen Sprache

Landtagspräsident Scherwitzl: Sodalitas und Nedelja sind unverzichtbare Säulen für das Miteinander der Volksgruppen in Kärnten - Ehrenurkunden des Landes Kärnten für beide Institutionen

Bischof Marketz, Landtagspräsident Scherwitzl, Bildungshaus-Rektor i. R. Kopeinig und Sodalitas-Vorsitzender Valeško (v.l.) beim Festakt in Tainach/Tinje; Fotocredit: Stefan Reichmann
Bischof Marketz, Landtagspräsident Scherwitzl, Bildungshaus-Rektor i. R. Kopeinig und Sodalitas-Vorsitzender Valeško (v.l.) beim Festakt in Tainach/Tinje; Fotocredit: Stefan Reichmann

Klagenfurt, 5. 10. 26 (pgk). Unter dem Motto „Stimme der Hoffnung/Glas upanja“ feierte die slowenische Priestergemeinschaft Sodalitas am vergangenen Freitag ihr 120-jähriges Bestehen und die slowenische Kirchenzeitung Nedelja ihr 100-Jahr-Jubiläum in Tainach/Tinje. Beim Dankgottesdienst in der Pfarrkirche Tainach/Tinje, den Diözesanbischof Dr. Josef Marketz gemeinsam mit Priestern der Sodalitas zelebrierte, bezeichnete der Kärntner Bischof die beiden Jubiläen „als Geschichte des Glaubens, des Dienens und der Treue zu den Menschen beider Volksgruppen in Kärnten sowie der Treue zu christlichen Werten“. Es sei „eine bleibende Herausforderung, eine Stimme der Hoffnung zu sein für die Menschen in unserem Land“, sagte Bischof Marketz und dankte der Priestergemeinschaft Sodalitas und der Kirchenzeitung Nedelja dafür, „den christlichen Glauben und die slowenische Sprache von Generation zu Generation weiterzutragen“.

Ehrenurkunden des Landes Kärnten.
Beim anschließenden Festakt im großen Saal des Katholischen Bildungshauses Sodalitas in Tainach/Tinje überreichte Landtagspräsident Andreas Scherwitzel jeweils eine Ehrenurkunde des Landes Kärnten an die Priestergemeinschaft Sodalitas sowie an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Nedelja. Diese Auszeichnungen seien, so der Landtagspräsident, „Ausdruck des Dankes, der Anerkennung und der höchsten Wertschätzung des Landes Kärnten für das Wirken dieser beiden Einrichtungen zur Bewahrung und Förderung der slowenischen Sprache und Kultur sowie für deren Einsatz für ein respektvolles Miteinander der beiden Volksgruppen in Kärnten“. Sodalitas und Nedelja seien „Stimmen der Hoffnung, die uns zeigen, dass kulturelle Vielfalt kein Hindernis, sondern Reichtum für unser Land ist“, sagte der Landtagspräsident und dankte „für das Bemühen um den Dialog sowie für ein Jahrhundert voller Mut, Weitsicht und Zuversicht“. Die beiden Institutionen seien „zwei unverzichtbare Säulen in Kärnten“. Landtagspräsident Scherwitzel würdigte die Sodalitas als „viel mehr als bloß eine Priestergemeinschaft, nämlich als eine der zentralen, stützenden Säulen der slowenischen Volksgruppe in Kärnten“ und die Nedelja als „das kulturelle, sprachliche und religiöse Herzstück der slowenischen Volksgruppe in Kärnten“. Dass die Nedelja wöchentlich die slowenische Sprache pflege und verbreite, sei außerordentlich wichtig für die Volksgruppe, „denn diese kann nur überleben, wenn das Slowenische in der Alltagssprache Verwendung findet“.
In seiner Rede verwies Scherwitzel auch auf die „durchaus kritisch gekennzeichnete Vergangenheit beider Seiten der Volksgruppen in unserem Land“ und rief auch mit Blick auf die zahlreichen aktuellen Krisenherde weltweit dazu auf, „aus der Vergangenheit Lehren für die Gegenwart zu ziehen“. Es gelte, wieder verstärkt jene Prinzipien zu leben, die auch die Sodalitas aussendet, wie Solidarität, Gemeinsamkeit, christliche Werte, Nächstenliebe, Caritas, Frieden – „und zwar in unserem Land und überall auf der Welt“. Es sei „unser aller Auftrag für die Gegenwart, nicht dem Individualismus zu frönen, nicht mit aller Macht dem Geld nachzurennen, sondern gemeinsam Stärke und Zuversicht zu entwickeln“. Nur so könnten Hoffnung, Zuversicht und Optimismus wieder verstärkt Einkehr in unsere Gesellschaft halten.
Einen besonderen Dank richtete der Landtagspräsident an den ehemaligen langjährigen Bildungshaus-Rektor und Sodalitas-Vorsitzenden Josef Kopeinig. „Jože ist nicht irgendein Priester in unserem Land, er ist eine Legende“, so Scherwitzel. Das Bildungshaus Tainach/Tinje, mit dem die Sodalitas von jeher eng verbunden ist, sei „ein gelebter Raum für Begegnung, für Dialog, des Brückenbauens im gesamten Alpen-Adria Raum, wo Menschen beider Volksgruppen in offen gelebter christlicher Gastfreundschaft zueinander finden“, so der Landtagspräsident, der die Neustrukturierung des Bildungshauses als „mutigen und zukunftsorientierten Schritt“ bezeichnete.

Festakt mit Ausstellungseröffnung, Rück- und Ausblick.
Der Festakt im Bildungshaus Sodalitas, an dem u. a. auch der Hohe Repräsentant für Bosnien und Herzegowina a. D., Dr. Valentin Inzko, und der Konsul der Republik Slowenien in Klagenfurt, Gregor Jovan, teilnahmen, wurde mit einem Rezital von Texten der Schriftstellerin Verena Gotthardt zum Motto des Jubiläums sowie durch Begrüßungsworte der Direktorin des Bildungshauses Sodalitas, Mija Janesch, und von Nedelja-Chefredakteur Vincenc Gotthardt eröffnet.
Anschließend stellte Mag. Simon Trießnig (Historiker und Mitarbeiter der Caritas) die Geschichte der Priestergemeinschaft Sodalitas vor. Sodalitas-Vorsitzender und Bildungshaus-Rektor Kons. Rat Josef Valeško sprach über Bedeutung und Wirken der Priestergemeinschaft und würdigte das Engagement des ehemaligen langjährigen Bildungshaus-Rektors und Sodalitas-Vorsitzenden Josef Kopeinig. Abschließend präsentierte Hanzi Tomažič, ehemaliger Chefredakteur der Kirchenzeitung Nedelja, die Ausstellung „100 Jahre Nedelja“, die er als Kurator gestaltet hat. Die Ausstellung zeigt auf neun LED-Paneelen die Geschichte der slowenischen Kirchenzeitung, die 1926 von sechs Pfarrern der Priestervereinigung Sodalitas gegründet wurde. Die Ausstellung ist als Wanderausstellung konzipiert und wird anschließend in den Pfarren St. Michael ob Bleiburg/Šmihel nad Pliberkom, Ludmannsdorf/Bilčovs und Göriach/Gorje Station machen.
Musikalisch umrahmt wurde der Festakt (Moderation: Alexandra Praster) von der Pianistin Zlatina Riepl, der Gesangsgruppe „Nedeljski pevci“ (Leitung: Pavel Zablatnik) und dem Priesterchor der Sodalitas. Der Gottesdienst wurde vom „Quartett AVE“ (Leitung: Rosi Krušic) aus Ludmannsdorf/Bilčovs musikalisch gestaltet.