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Diözesanbischof

Gemeinsam für eine sichere Zukunft

Gemeinsame Erklärung von Bischof Alois Schwarz und WK-Präsident Christoph Leitl

Schuldenkrise, Finanzjongleure und unkontrollierte Märkte verunsichern zunehmend mehr Menschen. Bischof Alois Schwarz und WK-Präsident Christoph Leitl sprechen sich in einer gemeinsamen Erklärung für Werteorientierung aus. von Gerald Heschl

Gemeinsam in die Zukunft: Bischof Schwarz und Präsident Leitl (© Foto: WKÖ)
Gemeinsam in die Zukunft: Bischof Schwarz und Präsident Leitl (© Foto: WKÖ)

Der Kärntner Bischof Alois Schwarz ist in der Bischofskonferenz Österreichs u. a. für Wirtschaftsfragen zuständig. Gemeinsam mit dem Präsidenten der Wirtschaftskammer Österreichs, Christoph Leitl, verabschiedete er eine Erklärung unter dem Titel „Kirche und Wirtschaft sind Partner bei der Zukunftssicherung unseres Landes“.


Positive Entwicklung fördern
Denn die Sorgen um die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes verbindet sowohl Kirche wie Wirtschaft. Solidarität, Personalität und Subsidiarität stehen im Mittelpunkt der Erklärung.
Gleich im ersten Satz bekennen sich beide zu Solidarität und sozialer Gerechtigkeit. Ein Bekenntnis, das angesichts der zunehmend neoliberalen Tendenzen nicht selbstverständlich ist. Weiter heißt es: „Die spekulative Finanzwirtschaft ist kein Selbstzweck, sondern muss der Realwirtschaft dienen.“
 

Wertschöpfung
Klar wird damit zwischen den Spekulanten an den Börsen unterschieden und jenen Unternehmen, die tatsächlich der Wertschöpfung dienen, damit Arbeitsplätze schaffen und im Sinne des Gemeinwohls sich für regionale und soziale Entwicklung einsetzen. Gleichzeitig fordern Schwarz und Leitl: „Zur Kontrolle bedarf es internationaler Regelungen.“
Um die Schuldenkrise zu bewältigen, sollten finanzwirtschaftliche Transaktionen besteuert werden: „Das so lukrierte Steueraufkommen sollte zur Bewältigung der Staatsschuldenkrise herangezogen werden, da diese in erster Linie von der Finanzkrise verursacht wurde.“ Eine klare Schuldzuweisung, die so von der Wirtschaft selten geäußert wird. Denn viele geben den „Reform-unwilligen“ Staaten die Schuld an ihrer Finanzmisere.
 

Bildung und Forschung
Eine „Priorität für Bildung und Forschung, Wissenschaft und Kreativität“ fordern Bischof Schwarz und Präsident Leitl im zweiten Punkt ihrer Erklärung. Bildung ist der Schlüsselfaktor für die Zukunft unseres Landes und: „Österreich verfügt über großartige Talente und Begabungen.“
Damit diese auch die entsprechenden Bedingungen für ihre Entfaltung vorfinden, fordern beide eine „persönlichkeitsbezogene Förderung durch entsprechende Aus- und Weiterbildung“.
Schwarz und Leitl sind in diesem Punkt selbst Vorreiter, man denke nur an die kirchlichen Schulen und Bildungshäuser oder an das Bildungsangebot des Wifi.
Die Talente und Begabungen brauchen aber „Motivation und Leistungsorientierung“, um „positive Ergebnisse zum Nutzen des Einzelnen aber auch der Gemeinschaft zu erbringen“.
Der Subsidiarität ist der dritte Punkt in der gemeinsamen Erklärung gewidmet. Darin äußern Bischof Schwarz und Präsident Leitl ihre Sorge um die finanzielle Entwicklung Österreichs. Sie fordern in diesem Zusammenhang eindeutige Reformen von Seiten des Staates.

Verwaltungsreform
Wörtlich heißt es: „Gemäß dem Prinzip der Subsidiarität erwarten beide Partner einen Staat mit optimaler Organisation und weniger Doppelgleisigkeit und Bürokratie.“
Ganz klar bekennen sich beide für die seit Jahrzehnten von der Politik vor sich hergeschobenen und ständig hinausgezögerten Verwaltungsreform.
Dass mit einer solchen Reform viel Geld eingespart werden könnte, wird im nächsten Satz deutlich, und beide wüssten auch schon, wie dieses Geld sinnvoll investiert wird. Wörtlich heißt es: „Damit könnten erhebliche Mittel für Investitionen in Schulen, Universitäten und Infrastruktur freigesetzt werden, um damit einen wesentlichen Beitrag zur Zukunftssicherung zu leisten.“ Wie Christoph Leitl im Gespräch mit dem „Sonntag“ formulierte, sind Investitionen in Aus- und Weiterbildung ein ganz zentraler Punkt, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit Österreichs zu sichern. Denn nur mit Innovationen und Kreativität wird es gelingen, das Export orientierte Österreich zukunftsfähig zu erhalten.

Prioritäten für Österreich
Es sind diese drei Prioritäten – soziale Gerechtigkeit, Bildung und Subsidiarität in der Verwaltung –, die nach den Worten von Schwarz und Leitl für unser Land anstehen. Beide geben in der Erklärung auch das Versprechen ab, „dass sie jeweils in ihrem Bereich daran mitwirken werden“.