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Diözesanbischof

Bischof Schwarz für “nachhaltiges, ökosoziales Wirtschaftsverständnis“

Bischof Schwarz referierte bei der 40. Bundestagung der Immobilientreuhänder in Klagenfurt am Wörthersee (© Foto: bundestag.at - Fachverband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in Österreich)
Bischof Schwarz referierte bei der 40. Bundestagung der Immobilientreuhänder in Klagenfurt am Wörthersee (© Foto: bundestag.at - Fachverband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in Österreich)

Klagenfurt, 23. 9. 13 (pgk). Auf das „unverzichtbare Gut Gerechtigkeit“ hat Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz kürzlich bei einem Vortrag im Rahmen des 40. Bundestages der Immobilien- und Vermögenstreuhänder zum Thema „Erfolg trifft Ethik – Wertekompass für die Immobilienwirtschaft“ in Klagenfurt hingewiesen. Gerechtigkeit sei, so der Kärntner Bischof, der in der Österreichischen Bischofskonferenz unter anderem auch für den Bereich Wirtschaft verantwortlich ist, wie Freiheit ein „zerbrechliches Gut“, das unverzichtbar sei, sich aber nicht von selbst einstelle. „Auch die Marktwirtschaft bringt aus sich keine Gerechtigkeit hervor. Dazu braucht es institutionelle Rahmenbedingungen“, betonte der Kärntner Bischof.
Initiativen gegen den Werteverfall, verwerfliche Geschäftspraktiken, Gewinnsucht und Übervorteilung seien in den letzten Jahren nicht nur in der Immobilienbranche, sondern auch in vielen anderen Wirtschaftsbereichen gestartet worden. „Anstand und Redlichkeit wurden wieder in den Mittelpunkt gebracht, wie die Kardinaltugenden Weisheit, Tapferkeit, Mäßigung und Gerechtigkeit, freilich in zeitgemäßer Interpretation, aber auch Toleranz, Wahrhaftigkeit und Solidarität“, sagte Bischof Schwarz und verwies in diesem Zusammenhang auf die biblischen Leitmotive Recht und Gerechtigkeit, Güte und Erbarmen. In der Bibel werde deutlich, dass „alle Menschen, ob Christen oder nicht, Ebenbild Gottes sind“. Dieser „radikale Gleichheitsgrundsatz“ präge christliche Ethik. „Die moralischen Ansprüche, die Christen von Menschenbild her formulieren, müssen auch für Nichtchristen einsehbar und nachvollziehbar sein“, so Bischof Schwarz.
Für eine „ethisch verantwortbare Marktwirtschaft“ brauche es „starke Institutionen, die das wirtschaftliche Regelwerk auf das Gemeinwohl hin orientieren“, sagte der Kärntner Bischof und bezeichnete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als „wichtigste Ressource eines Unternehmens“. Jeder kluge und langfristig denkende Unternehmer müsse ein Interesse daran haben, dass sich seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem Unternehmen identifizieren. Es bleibe zu hoffen, so Bischof Schwarz, dass die Bemühungen, wieder Ethik in die Unternehmen zu bringen, „nicht nur der Geschäftsankurbelung dienen, sondern ein neues nachhaltiges ökosoziales Wirtschaftsverständnis zum Ausdruck bringen“.