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Diözesanbischof

Bischof Marketz bei Christmette: Mit Wohlwollen die Meinung des anderen wahrnehmen

Aufruf zu Abkehr vom „begierigen Alles-Selber-Machen-Wollen und Alles-Selber-Wissen-Wollen"

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Bischof Josef Marketz (Archivfoto: KH Kronawetter/Internetredaktion)

Klagenfurt, 25.12.2023 (pgk). Zur gegenseitigen Wertschätzung und zum Zusammenhalt in der Gesellschaft hat Diözesanbischof Dr. Josef Marketz in seiner Predigt bei der Christmette im Klagenfurter Dom aufgerufen. Dies gelte in besonderer Weise auch mit Blick auf die sozialen Medien, in denen er bei vielen Menschen „eine Lust, das Leben des anderen klein zu machen" wahrnehme. „Wir feiern Weihnachten heuer mitten in den vielen Krisen unserer Zeit, auf die kein heute lebender Mensch eine letzte Antwort hat, aber viele mit Wohlwollen gehörte Meinungen uns unseren Plänen und Zielen zweifellos näherbringen", betonte der Kärntner Bischof und ermutigte zur Abkehr vom „begierigen Alles-Selber-Machen-Wollen und Alles-Selber-Wissen-Wollen". „Lasst uns die Liebe, die an Weihnachten geboren wurde, teilen und die Herzen derer erwärmen, die sie am meisten benötigen", so Bischof Marketz.

Gerade in Tagen von Krieg, Hass und Zerstörung sei es unverzichtbar, „die alten Geschichten vom Umsturz aller Verhältnisse zu erzählen, wo Gottes Reich anbricht: vom Licht in Todesschatten, von Gerechtigkeit und Frieden, vom Ansehen der Kleinen, vom Ende aller Gewalt". Gerade jetzt sei es wichtig, „von der Hoffnung zu singen und feiernd miteinander das Licht zu schauen, das uns in Betlehem aufleuchtet".

Dazu passe auch das Kleinsein des neugeborenen Kindes: „Es kommt als hilfsbedürftiger Säugling und als armer Leute Kind auf die Welt." Das Kind „trägt unsere Last. Es freut sich, bei uns zu sein. Es ist ohne Gewalt und schürt nie den Krieg. In diesem zarten, zerbrechlichen Zeichen des Kindes ist der große Gott, der nach uns schaut. Schauen wir hin, um zu erkennen: Er liebt uns!"
Gott zwinge und überwältige nicht. Gott sei diskret, zärtlich, feinfühlig und ziele immer auf unser Herz. „Der innere Mensch muss zustimmen, damit der äußere Mensch auf den Wegen geht, die in den Frieden auf Erden führen", sagte der Kärntner Bischof.