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Bischof Marketz bei Allerseelenrequiem: Hoffnung ist tragende Säule, die über den Tod hinaus Bestand hat

Bischof Josef Marketz - Videostill aus dem Livestreaming der Dompfarre
Bischof Josef Marketz - Videostill aus dem Livestreaming der Dompfarre

Klagenfurt, 3. 11. 26 (pgk). Wenn zu Allerseelen der Verstorbenen gedacht wird und Fragen nach Leid und dem "Warum?" auftauchen, verspricht der christliche Glaube nicht, auf alles eine Antwort zu geben, aber er schenkt Hoffnung. Das hat Diözesanbischof Dr. Josef Marketz beim Allerseelenrequiem im Klagenfurter Dom betont. "Der Tod hat nicht das letzte Wort. Gott hat das letzte Wort. Und dieses Wort heißt Leben". Dieser Glaube sei kein Besitz, "den wir für uns behalten sollen", so Bischof Marketz. Er sei vielmehr ein Geschenk, das weitergegeben werden möchte. Die Hoffnung, die keine "billige Vertröstung" sei, sondern ein Vertrauen, das auch in schweren Zeiten trägt, werde im Leben vermittelt und bleibe nach dem Tod für Folgegeneration tragende Säule.

Ein neues Schreiben der Glaubenskongregation in Rom mit dem Titel "Venite ad me" habe ihn zu Überlegungen zur Weitergabe des Glaubens in dieser Zeit veranlasst, erklärte der Kärntner Bischof. Darin werde auf 80 Seiten beklagt, "dass unsere Kultur keinen Raum mehr lässt für einen solchen Glauben und dass diese frohe Botschaft des liebenden und barmherzigen Gottes immer weniger weitergegeben wird". Tatsächlich wäre vieles im religiösen Leben nicht mehr selbstverständlich, sagte Bischof Marketz. Viele Menschen hätten wenig Bezug zur Kirche und Kinder wüchsen manchmal auf, ohne dass ihnen jemand vom Glauben erzählt.

"Wir können darüber klagen, aber vielleicht ist es wichtiger, uns zu fragen: Wie können wir selbst den Glauben weitergeben? Ich denke, vor allem durch unser Leben", so der Kärntner Bischof. Kinder und Jugendliche würden sich an ihren Familien und Mitmenschen ein Vorbild nehmen - ob sie anderen mit Respekt begegnen, verzeihen und in schwierigen Situationen Hoffnung bewahren können. So bedeute den Glauben weiterzugeben nicht zuerst, möglichst viele religiöse Regeln und Formulierungen zu vermitteln oder Bibelverse zu erklären. Es bedeute vielmehr, Menschen erfahren zu lassen, dass sie geliebt und angenommen sind.

"Vor allem sollen wir einladend sein. Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit offenen Händen. Nicht mit Vorwürfen, sondern mit Verständnis. Nicht mit Angst, sondern mit Hoffnung", fuhr Bischof Marketz fort. Jesus habe seinen Jüngern in einer Situation der Angst und des Abschieds gesagt: "Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen." Gott fordere keine Vollkommenheit. Das tröstliche Bild "Bei Gott ist Platz für alle. Niemand ist vergessen. Niemand muss draußen bleiben" sei eine Einladung an alle Generationen.

"Vieles von dem, was wir besitzen, wird einmal vergehen. Aber etwas kann bleiben: die Liebe, die wir geschenkt haben, das Vertrauen, das wir weitergegeben haben, und die Hoffnung, die wir anderen Menschen zugesprochen haben", sagte Marketz. So werde der Glaube von Generation zu Generation weitergegeben, wenngleich nicht immer vollkommen oder ohne Fragen und Zweifel. Aber vielleicht würden die eigenen Kinder und Enkelkinder einmal sagen: "Von diesem Menschen habe ich gelernt, zu beten. Von ihm habe ich gelernt, auf Gott zu vertrauen."

Musikalisch gestaltet wurde die Allerseelenliturgie, die auch via Livestream übertragen wurde, von SolistInnen, Chor und Orchester der Dommusik Klagenfurt (Leitung: Domkapellmeister Thomas Wasserfaller) mit dem „Requiem in f-Moll“ von Heinrich Ignaz Franz Biber.

Die Predigt im Video zum Nachschauen

https://youtu.be/6UWoQrDb7xg?si=44mGBduWws2Mx-_K