TEMPORIUM – Der Turm des Lebens
Markuskirche Wolfsberg: Historischer Kirchturm wird zu einem besonderen Ort der Begegnung, Besinnung und Entdeckung
Im Turm der Markuskirche in Wolfsberg beginnt ein außergewöhnliches Zukunftsprojekt: Unter dem Namen "TEMPORIUM – Der Turm des Lebens" sollen die historischen Räume des Kirchturms behutsam revitalisiert und mit völlig neuen Inhalten erfüllt werden. Dabei entsteht keine Ausstellung im klassischen Sinn. Vielmehr soll der Weg durch den Turm selbst zu einem Erlebnis werden – zu einer persönlichen Entdeckungsreise durch die Zeit und durch das menschliche Leben.
Temporium
Der Name "TEMPORIUM" bringt den Grundgedanken des Projekts zum Ausdruck. Er verbindet tempus, das lateinische Wort für Zeit, mit orare – beten, meditieren, innehalten. Zeit und Besinnung begegnen einander damit an einem Ort, der selbst auf eine jahrhundertelange Geschichte zurückblickt.
Die „Lebenstreppe“: vom Dunkel zum Licht
Das Herzstück des Projekts bildet die Idee einer „Lebenstreppe“. Wer den Turm hinaufsteigt, bewegt sich nicht nur von einem Stockwerk zum nächsten. Der Aufstieg soll zugleich zu einer symbolischen Reise durch das menschliche Leben werden. Sie beginnt bei der Entstehung des Lebens und führt über unterschiedliche Lebensphasen, Erfahrungen und Fragen bis hin zu Erfüllung und Vollendung. Je höher die Besucherinnen und Besucher steigen, desto mehr verändert sich auch die Wahrnehmung des Turms.
Von unten nach oben.
Die verschiedenen Etagen erhalten jeweils eine eigene Gestaltung und Atmosphäre. Licht spielt dabei eine besondere Rolle. Texte und Impulse sollen zum Nachdenken und Innehalten anregen und gleichzeitig genügend Raum für die eigenen Gedanken lassen. Die jahrhundertealte Architektur wird dabei nicht zur bloßen Kulisse. Mauern, Stufen, Räume, Öffnungen, Dunkelheit, Licht und schließlich der weite Blick über das Lavanttal werden selbst zu einem Teil der Erzählung.
Das Lavanttal aus einer neuen Perspektive
Ein besonderer Höhepunkt des "TEMPORIUM" wird ganz oben auf die Besucherinnen und Besucher warten: Die Aussichtsplattform des Kirchturms. Von hier eröffnet sich ein eindrucksvoller Panoramablick über Wolfsberg und weite Teile des Lavanttales. Neue Fernrohre sollen künftig ermöglichen, die Landschaft und markante Punkte des Tales noch genauer zu entdecken. Damit erhält die Reise durch den Turm auch räumlich ihren besonderen Abschluss. Nach dem Weg durch die verschiedenen Stationen des Lebens öffnet sich oben der Blick in die Weite – ein bewusst gesetzter Übergang von den engen historischen Turmräumen hinaus zu Licht, Landschaft und Horizont.
Neue Technik – historische Substanz bleibt erhalten
So modern die Idee hinter "TEMPORIUM" ist, so behutsam soll mit dem historischen Bauwerk umgegangen werden. Die wertvolle historische Substanz des Turms bleibt erhalten und wird respektiert. Notwendige technische Einrichtungen wie neue Leitungen und eine zeitgemäße Beleuchtung sollen so umgesetzt werden, dass sie sich dem historischen Bestand unterordnen. Das gesamte Vorhaben wird daher in enger Abstimmung und unter Begleitung des Bundesdenkmalamtes realisiert.
Umsetzung
Das Gesamtkonzept für "TEMPORIUM" wurde von der Salzburger Firma Verdandi entwickelt. Verantwortlich für das Projekt ist dort Uwe Neuhold, der die konzeptionelle Entwicklung und Umsetzung begleitet.
Im Herbst 2026 beginnt eine erste wichtige Phase: Die Räume des Turms werden aufgeräumt und entrümpelt und damit für die anschließende Sanierung und technische Adaptierung vorbereitet.
Wenn die Arbeiten planmäßig voranschreiten, soll "TEMPORIUM" zu Beginn des Sommers 2027 eröffnet werden. Dieser Termin ist das erklärte Ziel der Projektverantwortlichen; bei einem historischen Bauwerk können sich im Zuge der Arbeiten naturgemäß auch unvorhergesehene Herausforderungen ergeben.
Die Finanzierung des rund 225.000 Euro umfassenden Projekts soll durch private Sponsoren, Eigenmittel und Förderungen sichergestellt werden.
Mehr als die Erschließung eines alten Turmes
Für Stadtpfarrer Christoph Kranicki, den Initiator des Projekts, bedeutet „TEMPORIUM“ weit mehr als die bauliche Wiederbelebung bislang wenig genutzter Räume. Er zeigte sich sehr dankbar, dass es engagierte Menschen gibt, die als Verein „Wolfsberger Turmwächter“ unter der Leitung von Obmann Mario Snobe die Umsetzung ermöglichen. Über die positive Entwicklung freut er sich besonders und verbindet damit die Hoffnung, dass die Markuskirche durch das neue Angebot noch stärker zu einem offenen und lebendigen Ort für die Menschen wird.
Zusammenfassung
Die Markuskirche soll ein Ort der Begegnung, ein Ort der Gemeinschaft und ein Ort der Hoffnung sein. "TEMPORIUM" kann dazu einen neuen und besonderen Beitrag leisten: Menschen können den historischen Turm entdecken, die Aussicht über ihre Heimat genießen und zugleich eingeladen werden, über das eigene Leben und die eigene Zeit nachzudenken. Gerade darin liegt die Besonderheit des Projekts. "TEMPORIUM" möchte Geschichte nicht nur zeigen, sondern sie mit der Gegenwart verbinden. Der jahrhundertealte Turm wird nicht zum Museum, sondern erhält eine neue Aufgabe.
Wer ihn künftig betritt, begibt sich auf einen Weg.
Von der Entstehung des Lebens bis zu seiner Vollendung. Von den historischen Mauern bis zum freien Blick über das Lavanttal. Von der Enge in die Weite.
Von unten nach oben.
Vom Dunkel zum Licht.
TEMPORIUM – Der Turm des Lebens.