Ein bekanntes Gesicht kehrt zurück
Ein Gespräch mit dem neuen Pfarrprovisor in solidum Mag.Maximilian Chilaka
Mit Provisor in solidum Maximilian Tasieobi Chilaka kehrt ein Seelsorger in unseren Pfarrverband zurück, den viele noch in guter Erinnerung haben. Als Kaplan in Pfarrverband Spittal begegnete er den Menschen mit Offenheit, Herzlichkeit und einem Lächeln, das oft mehr sagte als viele Worte.
In den vergangenen zwei Jahren wirkte er in den Pfarren Seeboden, Treffling und Lieseregg. Nun führt ihn sein Weg wieder in unsere Mitte. Er wird vor allem in Baldramsdorf und St. Peter in Holz tätig sein. Als Vikar wird er aber auch in Spittal punktuell mithelfen. Im Gespräch erzählt er von seiner Heimat Nigeria, seiner Berufung, seinen Erfahrungen in Kärnten und davon, worauf er sich bei seiner Rückkehr besonders freut.
Sie stammen aus Nigeria, genauer aus der Diözese Okigwe. Welche Erinnerungen an Ihre Heimat und Ihre Familie haben Sie besonders geprägt?
In meiner Heimatdiözese gibt es viele Priester, die zum Wohl der Kirche eng zusammenarbeiten. Sie sind stets bereit, sich missionarisch einzusetzen. Hinter dieser Bereitschaft stehen nicht nur der missionarische Geist, sondern auch der Gehorsam gegenüber dem Diözesanbischof.
Wenn ich an meine Familie zurückdenke, erfüllt mich vor allem die Erfahrung, dass ich mich dort immer angenommen und getragen wusste. Der Abschied von meiner Familie war ein schmerzlicher Aufbruch. Besonders meiner Mutter und meinen Geschwistern fiel es nicht leicht, mich ziehen zu lassen. Dennoch haben sie mich mit ihrem Gebet begleitet und mir versprochen, auch weiterhin im Gebet mit mir verbunden zu bleiben.
Die Erinnerung an diese Unterstützung ist für mich bis heute eine große Ermutigung und Kraftquelle für meinen priesterlichen Dienst in der Ferne.
Der Weg zum Priestertum beginnt meist lange vor der Priesterweihe. Wann haben Sie gespürt, dass Gott Sie zum Priesterberuf ruft?
Den Ruf zum Priestertum verspürte ich bereits während meiner Volksschulzeit, besonders durch meinen Dienst als Ministrant in der heiligen Messe. Damals konnte ich jedoch nicht in das Priesterseminar eintreten, da mein Onkel, bei dem ich lebte, diesen Wunsch aus finanziellen Gründen ablehnte.
Nach der Matura äußerte ich erneut meinen festen Wunsch, Priester zu werden. Meine Eltern, mein Onkel und einige Priester unterstützten mich schließlich sowohl finanziell als auch auf andere Weise, sodass ich in das Priesterseminar eintreten konnte. Alles Weitere ist inzwischen Geschichte.
Nach Ihrer Priesterweihe waren Sie Kaplan und später Schulleiter. Was haben Sie aus der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen für Ihren priesterlichen Dienst gelernt?
Kinder begegnen ihren Mitschülerinnen und Mitschülern sowie ihren Lehrerinnen und Lehrern meist mit Offenheit und Vertrauen. Sie brauchen Menschen, die ihnen aufmerksam zuhören, ihre Sprache verstehen und denen sie sich anvertrauen können. Als Lehrkräfte oder Schulleitungen sollten wir dieses Vertrauen nicht enttäuschen, sondern ihnen mit Verständnis, Verlässlichkeit und Wertschätzung begegnen.
Im Jahr 2021 führte Sie Ihr Weg von Nigeria nach Österreich. Warum haben Sie sich entschieden, Ihren priesterlichen Dienst in Kärnten fortzusetzen?
Im Grunde war es der missionarische Geist, der mich zu diesem Schritt bewegte. Als mein Diözesanbischof mich fragte, ob ich bereit wäre, meinen priesterlichen Dienst in Österreich fortzusetzen, empfand ich dies als einen neuen Ruf, den ich gerne annahm. Zugleich reizte mich die Möglichkeit, Neues kennenzulernen: andere Menschen, eine andere Kultur und eine neue Sprache.
Kirche wird weltweit unterschiedlich gelebt. Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten erleben Sie zwischen der Kirche in Nigeria und jener in Österreich?
In Nigeria erleben wir Kirche sehr stark als Gemeinschaft. Das zeigt sich sowohl in der Feier der Liturgie und in der Verteilung kirchlicher Aufgaben als auch im täglichen Miteinander innerhalb und außerhalb der Pfarrgemeinde. Gottesdienste und andere kirchliche Veranstaltungen sind für uns Gelegenheiten, die Gemeinschaft mit Gott und untereinander zu erfahren.
Menschen jeden Alters bringen sich entsprechend ihren Fähigkeiten aktiv ein. Besonders Kinder und Jugendliche übernehmen in Nigeria eine wichtige Rolle im kirchlichen Leben und werden dabei von ihren Familien unterstützt. Dadurch wirkt die Kirche jung, lebendig und zukunftsorientiert.
Auch in Österreich erlebe ich viele engagierte Menschen und ein starkes Bewusstsein für soziale Verantwortung. Die Unterstützung von Menschen in Not ist hier durch die Caritas und verschiedene Spendenaktionen besonders gut organisiert. Ein deutlicher Unterschied besteht jedoch darin, dass sich Kinder und Jugendliche in Österreich vielfach weniger aktiv am kirchlichen Leben beteiligen als in Nigeria.
Viele Menschen in unserem Pfarrverband erinnern sich noch gut an Ihre Zeit als Kaplan in Spittal. Welche Begegnungen oder Erfahrungen sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Viele Begegnungen und Erfahrungen aus dieser Zeit sind mir bis heute in lebendiger Erinnerung geblieben. Besonders beeindruckt hat mich das große Engagement der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die uns Priester in unserer Arbeit tatkräftig unterstützt haben.
Sehr gerne denke ich auch an die Herzlichkeit der Menschen zurück. Ich wurde mit großer Offenheit und Wärme empfangen und aufgenommen. Es war ein schönes Miteinander, in dem wir einander Freude und Zuversicht schenken konnten.
In guter Erinnerung geblieben sind mir außerdem der Austausch mit den Priestern des Dekanats beim gemeinsamen Priesterlaudes sowie die vielen schönen Stunden mit dem Dorfgemeinschaftsgesangsverein Baldramsdorf. Diese Begegnungen haben meine Zeit in Spittal besonders bereichert.
Nun kehren Sie als Provisor in unseren Pfarrverband zurück. Worauf freuen Sie sich besonders, und was dürfen die Menschen von Ihnen erwarten?
Ich freue mich darauf, im Pfarrverband wieder einen Ort der Begegnung und des Miteinanders zu erleben – ein Haus des Glaubens, der Gemeinschaft und der Freude. Ich hoffe sehr, dass diese Verbundenheit, die ich aus meiner früheren Zeit kenne, noch immer spürbar ist.
Die Menschen dürfen von mir vor allem erwarten, dass ich ihnen als Mensch begegne: offen, ehrlich und unkompliziert. Ich möchte so bleiben, wie ich immer war – bodenständig, nahbar und mit den Menschen verbunden. Denn bei aller Verantwortung bin auch ich einfach ein Mensch unter Menschen.