Das Wort zur Schrift
Maria von Magdala verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen (Joh 20,18)
Foto: Peter Rupitsch
Die Ostergeschichten sind voller „action“, voller Bewegung. Zu Weihnachten beginnt es schon, eine heilige Eile: Der Stern zieht seine Bahn, die Könige, die Hirten, die Engel, der König Herodes und in allem die Heilige Familie, alle sind unterwegs. Und zu Ostern ebenso: Der schwere Grabstein gerät ins Rollen, die Frauen gehen zum Grab, Petrus und Johannes liefern sich einen heiligen Wettlauf, Maria Magdalena rennt mit der Osterbotschaft zu den Jüngern und die Jünger von Emmaus laufen hoffnungslos in die Nacht und der Auferstandene gesellt sich unerkannt zu ihnen und setzt sich zu Tisch.
So beginnt diese Geschichte, die einmal in Todesstarre geendet hat, noch einmal von Neuem. Es startet der Ostermarathon in die Welt hinein. Ostern hält die Kirche am Laufen, und zu Pfingsten bekommen wir dann noch den langen Atem des Heiligen Geistes dazu. Werden wir uns mitreißen lassen von dieser Bewegung? Werden wir am Laufenden bleiben? Wenn wir den Windschatten des Auferstandenen suchen, die „Labestationen“ am Weg nicht übersehen, dann ist uns allen eine gute Kondition und am Schluss ein Sieg verheißen.
Text: Dechant KR Mag. Ernst Windbichler - 9800 Spittal/Drau
Evangelium nach Johannes Joh 20, 1-9
Am ersten Tag der Woche kam Maria von Mágdala frühmorgen, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war. Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem anderen Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Sie haben den Herrn aus dem Grab weggenommen und wir wissen nicht, wohin sie ihn gelegt haben. Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grab; sie liefen beide zusammen, aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus, kam er als Erster ans Grab. Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging jedoch nicht hinein. Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen und das Schweißtuch, das auf dem Haupt Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle. Da ging auch der andere Jünger, der als Erster an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte. Denn sie hatten noch nicht die Schrift verstanden, dass er von den Toten auferstehen müsse.