Pfarre

Spittal an der Drau

Das Wort zur Schrift

Jesus wurde vom Geist in die Wüste geführt, dort sollte er vom Teufel versucht werden. (Mt 4,1)

Bildunterschrift (Bildrechte sind zwingend anzugeben!)
Stadtpfarrer Dechant KR Mag. Ernst Windbichler
Foto: Peter Rupitsch

„Führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen“- so heißt die letzte Vaterunser Bitte. Wie kann Gott, der gute Vater, uns in Versuchung führen, wo er doch weiß, wie schwach wir Menschen sind. „Führe uns in der Versuchung!“, müsste es heißen, so meinen Viele, begleite uns, wo wir schwach sind, wo wir die inneren und äußeren Schwerkräfte spüren, bewahre uns davor, dass wir auf der Suche nach Glück falsche Wege gehen. Im Wort Versuchung steckt ja das Wort „Suche“. Jeder Mensch ist ein sehnsüchtig Suchender. Wenn dann die Suche zur Sucht wird, wenn sie zu zerstörerischen Zielen führt und schließlich ganz eingestellt wird, dann endet so ein Leben in einer Sackgasse.

Sackgassen sind Wege, die ins Nichts führen, ohne Ziel und Ausweg, wo man nur wieder umkehren kann. Auch im Leben Jesu gibt es solche inneren Impulse, die ihn auf eine falsche Lebensspur locken wollen. Mit ihm aber beginnt die Schöpfung wie in einem zweiten Durchgang noch einmal von vorne.

Wie ein neuer Adam widersteht er den Abgründen dieser Welt und geht mit uns den Weg wieder zurück in jenes Land, das uns einst verloren gegangen ist.

Text: Dechant KR Mag. Ernst Windbichler - 9800 Spittal/Drau

Evangelium nach Matthäus Mt 4, 1-11

In jener Zeit wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt; jdort sollte er vom Teufel versucht werden. Als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Da trat der Versucher an ihn heran und sagte: Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl, dass aus diesen Steinen Brot wird. Er aber antwortete: In der Schrift heißt es: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt. Darauf nahm ihn der Teufel mit sich in die Heilige Stadt, stellte ihn oben auf den Tempel und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich hinab; denn es heißt in der Schrift: Seinen Engel befiehlt er um deinetwillen, und: Sie werden dich auf ihren Händen tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt. Jesus antwortete ihm: In der Schrift heißt es auch: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen. Wieder nahm ihn der Teufel mit sich und führte ihn auf einen sehr hohen Berg; er zeigte ihm alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht und sagte zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest. Da sagte Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn in der Schrift steht: Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen. Darauf ließ der Teufel von ihm ab und siehe, es kamen Engel und dienten ihm.

Bildunterschrift (Bildrechte sind zwingend anzugeben!)
Foto: PeRu