Das Wort zur Schrift
Als Jesus getauft war, sprach die Stimme vom Himmel: Dieser ist mein geliebter Sohn (Mt 3,17)
Foto: Peter Rupitsch
Taufe kommt von untertauchen, wie ein Flüchtling, wie ein Ertrinkender. Das alles will Jesus auf sich nehmen, wenn er sich heute in die lange Reihe derer hineinstellt, die sich von Johannes im Jordan taufen lassen. Er lässt sich herabziehen in die trüben Wasser der Welt, er geht dieser Welt bis auf den Grund und er geht auch buchstäblich in ihr zugrunde. Er hält sich nicht vornehm heraus, sondern wird mit uns solidarisch. Es ist sein erster öffentlicher Auftritt, er steht zu seiner Sendung, beginnt seinen Weg und erhält auch die himmlische Bestätigung: Das ist mein geliebter Sohn.
Ab dieser Taufe im Jordan weiß er es: Ich bin der Auserwählte und er steht dazu. So macht er die ersten Schritte hinein in die Licht- und Schattenseiten dieser Welt. Er erzählt von der Nähe des Reiches Gottes und lädt ein in seine Nachfolge. Das heutige Fest der Taufe Jesu bedeutet: Unserer Welt steht das Wasser bis zum Hals, und nach all den Rettungsversuchen in den Zeiten vor Christus sieht Gott keinen anderen Ausweg mehr als den: Er springt in diesem Jesus selber herein in unsere Misere. Durch sein Leben zeigt er uns einen Weg, der gangbar ist.
Text: Dechant KR Mag. Ernst Windbichler - 9800 Spittal/Drau
Evangelium nach Matthäus (Mt 3, 17)
In jener Zeit kam Jesus von Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. Johannes aber wollte es nicht zulassen und sagte zu ihm: Ich müsste von dir getauft werden und du kommst zu mir? Jesus antwortete ihm: Lass es nur zu! Denn so können wir die Gerechtigkeit ganz erfüllen. Da gab Johannes nach. Als Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser herauf. Und siehe, da öffnete sich der Himmel und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen. Und siehe, eine Stimme aus dem Himmel sprach: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.