Pfarre

Meiselding

Die Fastentücher in unserer Pfarrkirche

Mit anderen Augen sehen...

In unserer Pfarrkirche bewahren wir zwei besondere Fastentücher aus dem 19. Jahrhundert auf. Es sind Ölgemälde auf Leinen, die in der Fastenzeit die Altäre verhüllen. Dieser alte Brauch lädt dazu ein, den Blick zu verändern und sich bewusst auf das Leiden und Sterben Jesu zu besinnen.

Im Laufe des Jahres sehen wir auf unserem Hochaltar den Pfarrpatron, den heiligen Andreas. Der rechte Seitenaltar ist dem heiligen Jakobus der Ältere gewidmet. Während der Fastenzeit jedoch werden diese vertrauten Darstellungen verhüllt.

Stattdessen zeigen die beiden Fastentücher eindrucksvolle Szenen aus dem Leiden Christi: Auf einem Bild sehen wir den gekreuzigten Herrn, auf dem anderen das Gebet Jesu am Ölberg. Diese Motive richten unseren Blick auf das Wesentliche der Fastenzeit: das Mitgehen mit Jesus auf seinem Weg ans Kreuz.

Die verhüllten Altäre schaffen eine besondere Atmosphäre. Sie laden zum Schweigen ein und helfen uns, Gottes Stimme neu zu hören. Die Reduktion des Gewohnten macht aufmerksam für das, was wirklich zählt.

Zu Ostern werden die Tücher wieder abgenommen. Dann dürfen wir die Altäre in ihrer ganzen Pracht neu entdecken – vielleicht mit anderen, bewussteren Augen.

Artikel: Seminarist Kevin Stefan Kreuzwirt