Die “Kleinen und die Großen” Sternsinger in Heiligenblut
Das ist der Stern, denn unseren 9 Rotten in der Nacht der Nächte von Haus zu Haus tragen.
Unsere Sternsinger Nacht vom 5. Jänner auf den 6. Jänner ist eine ganz besondere Nacht, denn es ist die "Nacht der Nächte" für alle Einheimischen und auch die Gäste.
Heiligenbluter Sternsinger: „Denn der Stern muss noch weiter leuchten!“
Der Brauch von unserem "Sternsingen" kann bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgt werden.Es gibt 9 Gruppen, die als Rotten bezeichnet werden, und es wird in dieser Nacht jedes Haus in unserer Gemeinde besucht es wird dann immer der "Stern" so heißt das Lied das 14 Strophen hat gesungen und gespielt. Jede Rotte besteht aus einem Sternträger 5 Musikanten und 10 Sänger. Es gibt zwar Texte für die Lieder, doch die Musikanten müßen die Melodien von älteren Musikanten erlernen. So werden die Melodien immer wieder an die jungen Musiker weitergeben. Es gibt folgende Rotten: Rotte Winkl, Rotte Hadergasse, Rotte Untertauern, Rotte Hof,Mitter Rotte, Rotte Schachnern, Rotte Apriach, Rotte Unterzlapp und die Rotte Pockhorn.
Das jahrhundertalte Brauchtum wurde 2010 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe in Österreich ausgezeichnet. Das Brauchtum hat sich in seiner ursprünglichen Form zum größten Teil bis heute erhalten. Die Ursprünge stammen wohl aus alpen- und voralpenländischen Einzugsgebieten. Bewohner des Mölltales kamen auf der so genannten „Stör“ in den Salzburger Pinzgau und bis nach Bayern und brachten von dort das Liedgut mit.
Dieser Brauch wurde sogar in den Kriegszeiten aufrecht erhalten. Frauen aus unserer Gemeinde haben damals mitgeholfen, damit es möglich war die Sternsinger Nacht aufrecht zu erhalten. Auch bei jedem Wetter werden die Häuser von unseren Sternsingern besucht. Nur "Corona" hat es geschafft, dass unser Sternsingen 2x fast ausgefallen ist. Damals haben die einzelnen Rotten sich auf gewissen Plätzen in der Gemeinde zusammengefunden und haben dort einige Lieder gespielt und gesungen. Laut Erzählungen von unseren Groß und Urgroßeltern waren zuerst in den Sternen einfach Kerzen für die Beleuchtung. Später, dass kann auch ich mich noch erinnern, hatte der Sternträger eine "Bugelkraxe" am Rücken und darauf war eine Autobatterie für die Beleuchtung vom Stern. Am Nachmittag des 5. Jänner findet die sogenannte „Entsendungsfeier“ in unserer Pfarrkirche statt. Alle neun Rotten versammeln sich um 16.00 Uhr in der Kirche zur feierlichen Entsendungsfeier. Unser Herr Pfarrer segnet alle Sternsinger und dann bekommen die Laternen das geweihte Licht. Während der Entsendungsfeier werden Sternsinger Lieder gespielt und gesungen.
Nach der Entsendungsfeier starten die Sternsinger, um die einzelnen Häuser aufzusuchen. „In manchen Häusern wird man auch eingelassen und bewirtet, dass geschieht pro Rotte ca. 3-4 mal pro Nacht. Die Bewohnerinnen und Bewohner können sich Lieder oder Musikstücke wünschen und die Sternsinger bekommen ein "Herrisches Essen", dass heißt ein besonders gutes Essen. Bei den letzten Häuser`n sind die Sternsinger am 6.1. um ca. 8.00 bis 9.00 Uhr. Viele auswärts lebende Heiligenbluter kommen extra nach Hause, um diesen besonderen Ereignis in der Weihnachtszeit beizuwohnen. Bei uns in Heiligenblut endet die Weihnachtszeit erst mit der Sternsinger Nacht vom 5. auf den 6. Jänner.
Die ehemaligen Diözesanbischöfe Dr. Egon Kapellari und Dr. Alois Schwarz haben die Sternsinger mehrmals durch die Nacht begleitet und das Sternsingen als kostbaren Brauch gewürdigt, der religiöse, kulturelle und soziale Zielsetzungen harmonisch miteinander verbindet. Wir Heiligenbluter Sternsinger sehen es als unseren Auftrag und unsere Verpflichtung, den Brauch unserer Vorfahren weiterzutragen und diese einzigartige Tradition zu bewahren. Sie stärkt die Gemeinschaft und verbindet die Generationen.
Denn der Stern muss noch weiter leuchten,
singen die Heiligenbluter Sternsinger bei jedem Haus die ganze Nacht und bei jedem Wetter.