Pfarre

Klagenfurt-Welzenegg

Füchse haben ihre Höhlen und Vögel ihre Nester

Roman von Peter Deibler

Spannend zu lesen, dieser Pfarrerroman. Er erinnert ein bisschen an Familienfilme a la "Ice Age".  Vater, Mutter und Kinder lachen an jeweils unterschiedlichen Stellen und am Ende hat jeder was davon gehabt. Hier ist es ähnlich. Der, der sich für das Leben und Forschen Schaubergers interessiert und der, der wissen will, was einen Pfarrer umtreibt, wenn er nicht gerade einen Gottesdienst feiert, der Krimifan, der Romantiker, der Naturbegeisterte - für alle hält der Roman etwas bereit. 

Sie haben vieles gemeinsam, Viktor Schauberger und Sorger. Die Beharrlichkeit mit der sie Ziele verfolgen, für eine Sache einstehen - sich nur ihr widmen und nichts anderem, reden und nicht gehört werden, herber Kritik ausgesetzt sind, deren Samen auf vermeintlichen Asphalt fällt - Naturliebhaber, Waldmenschen - rastlos und ruhelos wechseln sie die Orte, der eine durch die äußere Umstände gezwungen, der andere durch innere. Man möchte beiden manchmal zurufen: Vorsicht Falle! und ein anderes Mal mit ihnen leiden. Man möchte Schauberger fragen, warum er sowenig auf seine erste Intuition vertraute und sich einlullen ließ in dieses verhängnisvolle Rendezvous mit den Amerikanern. Man möchte mit Sorger trauern um diese Frau, die ihn so fasziniert und dann verschwindet.

Das Bogenschützenthema war natürlich ein Muss - deshalb wurde wohl auch der Pfeil bei der Lesung im Diözesanhaus dramatisch in Szene gesetzt ... ein Loch im Ohr damit es durchzieht?? Wenigstens hier ein Funke Humor.  Auch die Geschichte mit dem Bären. Sie wird wohl auf einer realen Begegnung beruhen. Beeindruckend. 

So manches erkennt man vom ersten Buch "Das fünfzigste Jahr" wieder, anderes von Deiblers Weblog, anderes von der Pfarre.

Mit viel Gefühl geschrieben, detailverliebt und beinahe plastisch die Naturbeschreibungen. Akribisch zusammengetragen scheinen die Berichte über Schauberger, seine Forschungen und die Ereignisse seines Lebens. Der Roman lässt ihn lebendig werden und Sorger mit all seinen Sorgen beinahe untergehen. 

Sorger ist der traurige Held der Geschichte, weil er forscht und sucht und kämpft - und sich am Ende geschlagen gibt. 

Christine Hausharter