Pfarre / Fara

Ferlach/Borovlje

Predigtgedanken im Lockdown

Da während der Lockdown-Wochen die Hl.Messen in kleinerem Kreis und in kürzerer Form gefeiert werden stellt Stadtpfarrer Dr. Jakob Ibounig jeden Samstag seine Predigtgedanken im Wortlaut den Gläubigen zur Verfügung. In dieser Zeit ist es um so notwendiger mit Gott in Verbindung zu bleiben. Das Wort der Predigt lädt uns ein, unser Leben im Licht des Glaubens zu reflektieren.

Ebenso finden sie unten die Steaming - Angebote des Dekanates Ferlach/Borovlje

Betrachtung zum Christkönigssonntag

Über dem Südportal des Gurker Domes steht im Halbrund die Gestalt Jesu Christi. Die rechte Hand ist segnend erhoben, die linke hält das aufgeschlagene Buch, in dem zu lesen ist: „Ich bin die Tür“. Wobei „hostium/Tür“ eher „Öffnung“ und „Mund“ bedeutet. Der Halbkreis wird eingefasst von einem Schriftband mit den Worten: „Wer in rechter Weise eintritt, dem gebe ich Weide des Lebens. Es tritt aber auf rechte Weise ein, dessen Herz ehrfürchtig und dessen rechte Hand voll Erbarmen ist.“ Der – zum Teil in Spiegelschrift – ausgeführte Spruch spielt auf das Johannesevangelium (10,9) an, zitiert aber nicht nur, sondern erklärt und wendet das Wort an.

Das Südportal ist nicht der Haupteingang, sondern die Verbindung zum Friedhof, also die „Totenpforte“, die Schwelle zwischen diesem und dem anderen, ewigen Leben. Der Tod als Schwelle wird oft verkitscht und banalisiert als „Gehen ins Licht“, vermischt mit gefälligen Berichten von diversen Nahtod-Erlebnissen.

Der letzte Sonntag des Kirchenjahres geht die Sache ernsthafter und wesentlicher an. Der Mensch geht auf die Gestalt Jesu Christi zu und Christus hätte, hier ganz Inspektor Columbo, doch noch eine Frage. „Was ihr einem meiner geringsten Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan.“ Es fällt auf, dass das Üble dabei nicht eine Tat, sondern eine Unterlassung ist. Es genügt nicht, eh nur „neutral“ gewesen zu sein, „nichts getan“ zu haben, „keinen umgebracht, betrogen, bestohlen“ zu haben. Was hast du alles nicht getan, und zwar jenen, in deren Gestalt Christus uns auf dieser Welt begegnet – bevor er zuletzt als Richter begegnen wird?

Das idyllische Bild von Christus, dem guten Hirten, am Gurker Südportal zeigt also zugleich den fragenden und richtenden Christus. Es gibt gewiss Evangelien mit höherem Wohlfühl-Charakter als dieses ganz am Schluss des Kirchenjahres.

Werner Bergengruen hat es in einem Gedicht „Die letzte Epiphanie“ benannt: „In vielen Gestalten bin ich gekommen. / Ihr habt mich in keiner erkannt. / Ich klopfte bei Nacht, ein bleicher Hebräer, / ein Flüchtling gejagt, mit zerrissenen Schuhn. / Ihr riefet dem Schergen, ihr winktet dem Späher / und meintet noch Gott einen Dienst zu tun. … Ich kam als Gefangner, als Tagelöhner, verschleppt und verkauft, von der Peitsche zerfetzt. / Ihr wandtet den Blick von dem struppigen Fröner. / Nun komm ich als Richter. Erkennt ihr mich jetzt?“

(J.Ibounig)

Streaming - Angebote des Dekantes Ferlach: Hl. Messen ONLINE mitfeiern auf Youtube

  • Wings of Church (jeden Sonntag um 10:00) - Pfarre Maria Rain
  • Pfarre Köttmannsdorf (Di-Fr um 18:00 und Sonntag um 10:00)
  • Pfarre Kappel/Drau (Livestream an den folgenden Terminen/Orten)
    Samstag/sobota, 14. November 2020, 16 Uhr, Loibltal/Brodi
    Sonntag/nedelja, 22. November 2020, 8 Uhr 30, Maria Elend/Podgorje
    Sonntag/nedelja, 29. November 2020, 10 Uhr 30, Kappel an der Drau/Kapla ob Dravi
    Sonntag/nedelja, 6. Dezember, 11 Uhr, Windisch Bleiberg/Slovenji Plajberk
    Samstag/nedelja, 12. Dezember, 16 Uhr, Loibltal/Brodi
    Sonntag/nedelja, 20. Dezember 2020, Maria Elend/Podgorje