Pfarre

Feldkirchen

Bischof Marketz beauftragt sieben neue Ständige Lektorinnen und Lektoren

Feierliche Beauftragung in Feldkirchen

Die beauftragten Ständigen Lektoren unserer Diözese (Foto: PAss. Peter Artl)
Die beauftragten Ständigen Lektoren unserer Diözese (Foto: PAss. Peter Artl)

In der Stadtpfarrkirche Feldkirchen hat Diözesanbischof Dr. Josef Marketz sieben Frauen und Männer feierlich zu Ständigen Lektorinnen und Lektoren der Diözese Gurk beauftragt. Die Beauftragung erfolgte im Rahmen einer festlichen Wortgottesfeier und bildete den Abschluss eines mehrmonatigen Ausbildungsweges. Mit diesem Schritt stärkt die Diözese Gurk bewusst die dauerhaft beauftragten Laiendienste in der Liturgie und im kirchlichen Leben.

Die musikalische Gestaltung der Feier übernahm der FeldKirchenchor. In der Beauftragung erhielten die neuen Lektorinnen und Lektoren die Albe als Zeichen ihres liturgischen Dienstes. Zahlreiche Pfarrer, Diakone, pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Angehörige der Beauftragten nahmen an der Feier teil.

Wurden von Bischof Marketz als Ständige Lektorinnen und Lektoren beauftragt: Adunka, Dreger, Fugger, Glinik (oben v. l.), Kröll, Perne, Urank (unten v. l.); Fotos: privat
Wurden von Bischof Marketz als Ständige Lektorinnen und Lektoren beauftragt: Adunka, Dreger, Fugger, Glinik (oben v. l.), Kröll, Perne, Urank (unten v. l.); Fotos: privat

Beauftragt wurden:

Maria Theresia Adunka (Pfarre St. Stefan-Finkenstein/Bekštanj),
Monika Dreger (Pfarre Villach-St. Nikolai),
Andreas Fugger (Pfarre Radweg),
Michael Johann Glinik (Pfarre Sittersdorf/Žitara vas),
Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Kröll (Krankenhausseelsorge Elisabethinen Klagenfurt),
Prof. Mag. Maria Perne und Ursula Urank (beide Pfarre Gallizien/Galicija).

Ein eigenständiger Dienst aus der Taufwürde

In seiner Predigt stellte Bischof Marketz den Dienst der Ständigen Lektorinnen und Lektoren klar in den Zusammenhang der Taufwürde aller Christinnen und Christen. Das Lektorat sei kein vorbereitender Schritt auf ein Weiheamt, sondern ein eigenständiger, dauerhaft verantworteter Dienst in der Kirche. Die Diözese Gurk gehe hier bewusst einen Weg, der in Österreich bislang einzigartig sei.

Bischof Marketz betonte als Mittelpunkt des Dienstes die Verkündigung des Wortes Gottes (Foto: © PAss. Peter Artl)
Bischof Marketz betonte als Mittelpunkt des Dienstes die Verkündigung des Wortes Gottes (Foto: © PAss. Peter Artl)

Im Mittelpunkt dieses Dienstes stehe die Verkündigung des Wortes Gottes. Dabei gehe es nicht nur um das Vorlesen biblischer Texte, sondern um ein glaubwürdiges Weitergeben eines Wortes, das im eigenen Leben verankert ist. Das Wort Gottes sei den Menschen nahe, betonte der Bischof, nicht fern oder abstrakt, sondern im Herzen und im konkreten Handeln wirksam. Wer es verkünde, sei zugleich gerufen, es selbst zu leben.

Ausgehend von den biblischen Lesungen erinnerte Marketz daran, dass die Heilige Schrift Orientierung, Ermutigung und Korrektur schenkt. Ständige Lektorinnen und Lektoren seien Trägerinnen und Träger dieser Weisheit und dazu berufen, Menschen durch das Wort Gottes zu stärken, zu ermutigen und im Glauben zu begleiten. Dieser Auftrag beschränke sich nicht auf den liturgischen Raum, sondern gelte auch im Alltag des Glaubens.

Zugleich hob der Bischof hervor, dass liturgische Feiern nicht immer an die Anwesenheit eines Priesters gebunden seien. Wortgottesdienste, Vespern und andere Gebetsformen könnten auch von beauftragten Frauen und Männern aus dem Volk geleitet werden. Darin zeige sich eine Kirche, in der Verantwortung geteilt werde und der Heilige Geist wirksam sei.

Hören Sie die Predigt von Bischof Dr. Josef Marketz in voller Länge im O-Ton:

Predigt von Bischof Dr. Josef Marketz, am 23.1.2026

Ausbildung und Aufgabenbereich

Der Beauftragung ging eine modulare Ausbildung voraus. Diese umfasste unter anderem die Leitung von Wortgottesdiensten und Segensfeiern, Bibelarbeit, Grundlagen der Verkündigung sowie liturgische Praxis auch außerhalb des Kirchenraums. Die konkreten Einsatzbereiche der Ständigen Lektorinnen und Lektoren werden jeweils in Absprache mit den Pfarrverantwortlichen festgelegt.

Zu ihren Aufgaben zählen neben dem Vortragen der biblischen Lesungen auch die Leitung von Wortgottesdiensten, Andachten und Tagzeitenliturgien, die Mitgestaltung von Verkündigung und Bibelarbeit sowie die Begleitung anderer liturgischer Dienste in den Pfarren.

die Heilige Schrift Orientierung, Ermutigung und Korrektur schenkt (Foto: PAss. Peter Artl)
die Heilige Schrift Orientierung, Ermutigung und Korrektur schenkt (Foto: PAss. Peter Artl)

Schritt für Schritt neue Wege

Die Möglichkeit, Frauen und Männer dauerhaft mit dem Lektorat zu beauftragen, geht auf eine Änderung des Kirchenrechts durch Papst Franziskus im Jahr 2021 zurück. Die Diözese Gurk hat diese Entwicklung früh aufgegriffen und 2024 als erste Diözese Österreichs die ständigen Dienste des Lektorats und des Akolythats eingeführt. Mit den neuen Beauftragungen sind derzeit 22 Ständige Lektorinnen und Lektoren in der Diözese Gurk im Dienst.

Die Feier in Feldkirchen machte deutlich: Kirche lebt dort, wo Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und das Wort Gottes mit Überzeugung und Glaubwürdigkeit weiterzugeben.