Organisation

Kärntner Kirchenzeitung - „Sonntag”

Pfarre Maria Rain für einen Sommer wie damals

Kinderbetreuung im Sommer schaffen und Arbeitsfähigkeit erhalten

Aus der Not heraus, heuer keinen Sommerhort in Maria Rain zu haben, entschied die Pfarre, mit Hilfe fleißiger Hände die Kinderbetreuung in die Hand zu nehmen. Ein Projekt, das mit 115 zu betreuenden Kindern in fünf Wochen Früchte trägt.

von Carina Müller und Hanna Taschwer

Gemeinsames Basteln, ein spannendes Autokino und Eier sammeln am Bauernhof – das sind nur einige Erlebnisse für die Kinder im „Kindersommer Maria Rain“. Da die Gemeinde Maria Rain aufgrund von Bauarbeiten für den bevorstehenden Bau des Bildungscampus das Angebot für den Sommerkindergarten kurzfristig absagen mussten, bedurfte es schnell einem Ersatz.

Gemeinsames Basteln, ein spannendes Autokino und Eier sammeln am Bauernhof – das sind nur einige Erlebnisse für die Kinder im „Kindersommer Maria Rain“. Da die Gemeinde Maria Rain aufgrund von Bauarbeiten für den bevorstehenden Bau des Bildungscampus das Angebot für den Sommerkindergarten kurzfristig absagen musste, bedurfte es schnell eines Ersatzes.

Arbeitsfähigkeit erhalten

Gemeinsam mit der Kinderanimateurin Cornelia Ranner und dem Obmann des Bauernbundes Alois Miksch entschied sich der Pfarrer von Maria Rain, Ulrich Kogler, ein kurzfristiges Kinderbetreuungsangebot für diesen Sommer auf die Beine zu stellen. Fünf Wochen lang wurden täglich bis zu 30 Kinder pro Woche ehrenamtlich am Areal des Bauernhofes der Familie Lutschounig mit einem bunten Programm betreut.

Zustande gekommen ist das Projekt durch die Mitarbeit vieler kreativer Köpfe. Einer davon ist Cornelia Ranner: „Mir ist es wichtig, die Arbeitsfähigkeit von den Eltern zu erhalten, vor allem von Alleinerziehenden.“ Pfarrer Kogler hat die Verantwortung für den Kindersommer. Er erzählt von den ersten Schritten des Projektes: „Innerhalb einer Stunde, nachdem wir erfahren haben, dass der Sommerhort dieses Jahr nicht stattfinden kann, haben wir beschlossen, eine eigene Sommerbetreuung für die Kinder auf die Beine zu stellen. Die Vorbereitungen dauerten dann in etwa zwei Wochen. Eine der größten Herausforderungen war es, eine Lokalität in Maria Rain zu finden. Die Familie Lutschounig hat uns schließlich ihren Stadl zur Verfügung gestellt.“

Ein Sommer am Bauernhof

Kommt man in den Stadl hinein, fällt der Blick sofort auf das Meer an Spielsachen, den großen Bastel- bzw. Esstisch und die Indoor-Sandkiste. Vieles wurde von den Organisatoren selbst mitgebracht. „Einige Spielsachen, wie z. B. auch die Scooter, habe ich von Zuhause mitgenommen. Meine beiden Kinder waren hier sehr großzügig und verliehen ihre Spielsachen an das Camp“, so Ranner. Auch Pfarrer Kogler beteiligte sich: „Da wir auch kleine Kinder ab dem Alter von drei Jahren bei uns haben, haben wir mit der großen Couch aus unserem Pfarrhof eine Kuschelecke eingerichtet. Hier können sie ein kurzes Mittagsschläfchen machen oder sich zwischendurch einfach mal ausruhen.“

Kunterbuntes Kinderprogramm

Seit 31. Juli arbeiten 15 ehrenamtliche Mitarbeiter:innen am Projekt mit. Einer davon ist Nikolas Plattner. Für ihn war es sofort klar, dass er das Projekt unterstützen möchte: „Es ist so ein tolles Angebot für die Kinder und man merkt sofort, wie sie dabei aufgehen. Es ist besonders schön, die altersgemischte Gruppe, drei bis zwölf Jahre, zu begleiten. Man sieht, wie die Kleinen von den Großen lernen und umgekehrt.“

Neben den Freiwilligen, die regelmäßig bei der Betreuung helfen, kommen auch oft Gruppen oder Vereine aus der Ortschaft zu den Kindern. Mit der Trachtengruppe Kräutersalz herstellen oder am Bauernhof Miksch Tiere füttern – jeden Tag erwartet die Kinder ein anderes kleines Abenteuer. Ranner führt aus: „Beim Tennisclub in Maria Rain z. B. erwartete die Kinder ein Autokino. Die Autos wurden dabei zuerst von den Jungen und Mädchen selbst aus Kartons gebastelt, bemalt und verziert. Damit sind sie dann zum Kino beim Clubhaus ‚gefahren‘. Ausgestattet mit Popcorn sahen sie sich dort einen Film an.“ Bauerbundobmann Alois Miksch ist es wichtig, den Kindern einen „Sommer wie damals“ zu ermöglichen. Einmal in der Woche geht es mit Busreisen Juwan zum Bergbauernhof der Familie. „Bei uns können die Kinder die Tiere besuchen, Natur erleben und eine frische Jause genießen. Neben Rindern und Schweinen haben wir auch Hühner. Gemeinsam mit meiner Frau geht es somit wöchentlich auf Eiersuche.“

Pizza einfach selbst gemacht

Bei so vielen Erlebnissen ist natürlich auch eine Stärkung essenziell. Die Jause am Vormittag und das Mittagessen werden meist von Gastronomen aus dem Ort gespendet – darunter der Spar Napetschnig, PIPAPO Maria Rain und der Kirchenwirt. Ein ganz besonderer Höhepunkt ist dabei immer das Mittagessen am Mittwoch. Mit einem Pizzaofen und Teig, gespendet vom PIPAPO, kann jedes Kind seine eigene Pizza gestalten: „Die Kinder können den Pizzateig am Mittwoch selbst ausrollen, belegen und dann backen. Der Arbeitstisch wird anschließend zum Mittagstisch, den wir gemeinsam aufdecken. Nach dem Essen wird zusammen aufgeräumt“, so Pfarrer Kogler, der sich bei allen Sponsoren und helfenden Händen bedanken will.

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